NRGkick: „Das E-Auto überall laden, wo es Strom gibt – das war die Vision“

Smarte Technologien, die das Laden an jeder Steckdose ermöglichen: Darauf setzt das Unternehmen DiniTech mit seiner mobilen Ladeeinheit NRGkick. Das Team von NRGkick erklärt im Interview mit mobile zeitgeist, wie die Idee dazu entstanden ist.
Quelle: NRGkick

Smarte Technologien, die das Laden an jeder Steckdose ermöglichen: Darauf setzt das Unternehmen DiniTech mit seiner mobilen Ladeeinheit . Das Paradeprodukt der Österreicher ermöglicht 1/2/3-phasiges Laden mit bis zu 22 kW an jeder Standardsteckdose und erfüllt so die Wünsche vieler -Fahrer, die ihr Fahrzeug zuverlässig und schnell, aber auch flexibel laden wollen. Der Erfolg gibt ihnen Recht: räumte 2018 jede Menge Preise ab, von den Top Drei bei den internationalen GreenTech Awards bis hin zur Top Ten Platzierung von über 500 Unternehmen bei dem in Brüssel verliehenen „European Startup Prize for eMobility“. Das Team von erklärt im Interview mit mobile zeitgeist, wie die Idee zu entstanden ist.

mz: Die Vision hinter NRGkick ist die Idee, das E-Auto überall zu laden, wo es Strom gibt. Wie ist diese Lösung zustande gekommen?

NRGkick: Das E-Auto überall laden, wo es Strom gibt – das war in der Tat die Vision des Firmengründers und Geschäftsführers der DiniTech GmbH, Ing. Dietmar Niederl. Der Elektroniker und Produktentwickler mit über 10 Jahren Erfahrung in der automotive-Branche war in seiner Heimat Steiermark 2012 einer der ersten, die den Umstieg auf das Elektroauto wagten. Damals wie heute gab es jedoch einen eklatanten Mangel an schnellen Lademöglichkeiten – nicht nur im öffentlichen Raum, sondern vor allem für die Ladung zu Hause. Die Lösung dieses Problems in Form einer stationären war aus seiner Sicht mit vielen Nachteilen behaftet: Neben dem Preis, der mit Installation schnell bei anderthalbtausend Euro und mehr liegen kann, störte ihn vor allem die nicht vorhandene Mobilität. Also entwickelte er eine ebenso einfache wie geniale Lösung: eine leistungsstarke, sichere und mobile Ladeeinheit für E-Autos.

NRGkick ist mehr als eine Wallbox: Es kann überall hin mitgenommen werden

mz: Wie funktioniert die mobile Ladelösung im Detail, welche technischen Spezifikationen besitzt NRGKick und was müssen User beachten?

NRGkick: NRGkick ist mehr als eine Wallbox – er kann nämlich im Gegensatz zu fix installierten Lademöglichkeiten überall hin mitgenommen werden!  Er zeichnet sich vor allem durch seine einfache Bedienbarkeit aus: Mittels der Adapter, die automatisch erkannt werden, kann NRGkick an jede Standardsteckdose angeschlossen werden – egal ob es sich um eine CEE32, CEE16, CEEblau, Schuko, Typ-G, Typ-L oder sonstige Steckdose handelt. Die automatische Erkennung stellt zudem sicher, dass der maximale Ladestrom nicht die Belastbarkeit der Adapter überschreitet – Sicherheit hat abolute Priorität.

Dies wird auch dadurch deutlich, dass NRGkick sämtliche erforderlichen Sicherheitsmechanismen bereits an Board hat und bei jedem Verbinden mit dem Stromnetz und dem Fahrzeug überprüft:

  • Fehlerstromschutzmechanismus (AC/DC + 6mA)
  • Erdleiterprüfung mittels Schleifenimpedanzmessung
  • Schaltkontaktdiagnose

Eine Einhaltung sämtlicher Normen, die für das Laden von Elektrofahrzeugen mit der Einheit relevant sind, ist Selbstverständlich. Das bedeutet, dass in der Vorgelagerten Installation in der Regel keine Änderungen vorzunehmen sind – ein eigener Stromkreis mit dem üblichen FI Typ A ist vollkommen ausreichend; das erspart viel Geld im Vergleich zur Aufwendigen Installation von Wallboxen.

Mit NRGkick ist somit eine schnellstmögliche AC-Ladung von Elektrofahrzeugen mit bis zu 22 kW möglich. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Fahrzeug über eine, zwei oder drei Phasen und mit maximal 16 oder 32 Ampere lädt – NRGkick kommt mit jedem Elektroauto zurecht.

Einfach ans Stromnetz anschließen und mit dem E-Auto verbinden, fertig!

Die Funktionsweise ist dabei denkbar einfach: NRGkick zunächst mit dem Stromnetz und danach mit dem Elektroauto verbinden – das war‘s! Man kann NRGkick dabei auch genau wie eine Wallbox benutzen und einfach dauerhaft an der Steckdose hängen lassen. Bei Bedarf wird die Einheit jedoch einfach abgesteckt und mitgenommen – sei es nun an den Arbeitsplatz, das Elternhaus oder den Urlaubsort. Auch Regen und Hitze bzw. Kälte können der Einheit nichts anhaben, Laden im Freien ist also kein Problem. Apropos: Da der Typ 2 Stecker so lange am Fahrzeug verriegelt ist, bis der Nutzer dies aktiv entsperrt, ist auch Diebstahl beim Laden auswärts kein Thema.

mz: Wie sehen sie den E-Mobility Markt der Zukunft? Wo sehen Sie Hürden, wo Handlungsbedarf, um der Elektro-Mobilität auf die Sprünge zu helfen?

NRGkick: Betrachtet man abseits von Norwegen und China die Absatzzahlen von Elektrofahrzeugen, so stehen wir immer noch am Anfang der Reise. Ein Großteil der Elektroautos wird in Europa noch an Unternehmen und öffentliche Einrichtungen verkauft. Durch das Erscheinen von neuen Modellen, welche neue Preisschwellen durchbrechen werden (zum Beispiel VW iD, Peugeot e208, um nur zwei zu nennen), wird es jedoch schon in sehr naher Zukunft einen deutlichen Absatzsprung geben und E-Mobility wird als Erstfahrzeug in Durchschnittshaushalten Einzug finden.

Somit wird eine der wichtigsten Hürden, der für viele Menschen zu hohe Preis von Elektrofahrzeugen, bereits aus dem Weg geräumt. Eine andere Hürde, jene der subjektiv nicht ausreichenden Reichweite, ist eigentlich schon beseitigt worden – mit Reichweiten von 300km und mehr zählt das Argument, dass Elektroautos über einen zu geringen Aktionsradius verfügen würden, nicht mehr.

Durch Ladesäulen könnte man der einen weiteren Schub verschaffen

Einen weiteren Schub könnte man der Emobilität dadurch verschaffen, dass dafür gesorgt wird, dass auch die Ladung des E-Autos schnell und einfach vonstatten gehen kann: Im Öffentlichen Raum müssen dazu genügend Lademöglichkeiten geschaffen werden; vor allem auf Autobahnen auch DC-Ladesäulen, die in nur 15-20 Minuten eine zur Weiterfahrt ausreichende Ladung ermöglichen.

Da jedoch ca. 85 % aller Ladevorgänge zu Hause durchgeführt werden, sollte dafür gesorgt werden dass:

  • Elektrofahrzeuge über eine zumindest optionale dreiphasige AC-Lademöglichkeit verfügen – dies ist ein großer Vorteil des europäischen Stromnetzes, den man nutzen sollte und
  • Dass auch private Haushalte die Möglichkeit bekommen, Ladeinfrastruktur zu verwenden; seien es nun mobile Ladeeinheiten wie NRGkick oder Wallboxen

Hier gibt es oft noch rechtliche Hürden, was z.B. den Einbau und die Verwendung von Lademöglichkeiten in Mehrparteienhäusern anbelangt. Auch die Föderungen sollten für alle Lademöglichkeiten (mobil und fest installiert) gleichermaßen gelten, um den Kunden die bestmögliche Ladelösung für genau seinen Bedarf zu ermöglichen.

mz: Vielen Dank für das Interview.

Carsten Thomas
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Autor und Gamingnerd. Stets interessiert an Tech-Innovationen, Medienwandel und Technikutopien. Redakteur bei mobile zeitgeist.

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