Der Martinsumzug-Fail. Oder: Warum klatscht niemand?

Am Montag, den 11.11. war es mal wieder soweit – der Martinsumzug aller Schulen unseres kleinen Dorfes, das zwischen Köln und Düsseldorf liegt und sich nicht entscheiden kann, wo es hin gehört – stand auf der Agenda.

Mit „Dorf“ meine ich einen Ort mit etwa 10.000 Einwohnern – entsprechend groß ist dann auch das St. Martins-Line-Up der Schülerinnen und Schüler. Inklusive Eltern, Geschwisterkindern, Großeltern und Freunden schätze ich die gestrige Teilnehmerzahl auf etwa 800 Menschen. Nicht wenig! Das Wetter war ja auch super. Und nachdem wir fröhlich spazierend den Dorfplatz erreicht hatten, wo ein großes Lagerfeuer brannte und die Martinsgeschichte erzählt werden sollte, geschah es. Die Leiterin der Veranstaltung sprach ins Mikrofon:

„…und ich finde, wir alle sollten uns jetzt einmal mit einem kräftigen Applaus bei all den freiwilligen Helfern bedanken, die diesen wunderschönen Umzug überhaupt erst möglich machen“.

Ich erinnere kurz: etwa 800 Menschen stehen im Kreis.

Jetzt zum Applaus:

Szenenwechsel: Stellen Sie sich einen spärlich besetzten Kinosaal vor. Und dann lässt jemand das Popcorn fallen. Ein anderer schnarcht. Und einer klatscht. Langsam.

So in etwa müssen Sie sich die Situation am Lagerfeuer vorstellen. Der spärliche, kaum hörbare  Applaus geht unter im allgemeinen Gebrabbel und dem Knistern des – zugegeben recht großen – Martinsfeuers.

Doch warum?

Nun, etwa 400 Schüler und Kinder waren damit beschäftigt, ihre Laterne zu halten. Keine Hand frei zum Klatschen. Denen kann man keinen Vorwurf machen.
Bleiben noch 400 Erwachsene.

Preisfrage:

Warum applaudieren die nicht?

RICHTIG!

Weil sie ihr in der Hand halten. Und emsig Fotos machen. Oder ihr WhatsApp checken. Oder Instagram-Posts machen.

Ich finde das irgendwie traurig.

Aber ich möchte hier auch nicht rummeckern, sondern eine Lösung anbieten. Hier kommen gleich zwei Ideen:

APPLAUSO-MAT für Handy-Addicts

1. Man könnte eine Applaus-App erfinden, mittels derer man einen spontanen Applaus über HandyLautsprecher abgeben kann. Während man gleichzeitig fotografiert oder rumdaddelt. Vielleicht kann man sogar sein eigenes Klatschen aufzeichnen und dann ganz authentisch abspielen.

oder

iLaterne – der Laternenstab für Digitalgebliebene

2. Man könnte ein Gestell erfinden, an das man sein Handy befestigen kann. So eine Art „Stock mit Schnur“, an dessen Ende das sicher baumelt. Dann: Handytaschenlampe einschalten und voilà: eine smarte Handy-Laterne! Dann haben die Erwachsenen wenigstens eine gute „Nicht-Klatsch“-Ausrede. Und können immer mit ihrer Laterne gehen…

Ich sehe das sicher mal wieder alles zu eng, oder?
Oder soll ich die App bauen?

Alternativ sehe ich mich schon bildlich bei „Die Höhle der Löwen“ vorsprechen. Ich verkaufe 10% meines Laternenstab-Business für….sagen wir mal 100.000 Euro. Schnäppchen!

Und jetzt: Applaus!

Ihr

Kai Schmidhuber

Kai Schmidhuber
Über Kai Schmidhuber 2 Artikel
Kai Schmidhuber hat Top Executive-Digitalerfahrung in vier multinationalen Konzernen gesammelt, u.a. Henkel, DHL , Fraport und als Chief Digital Officer von LOREAL Deutschland. Als amtierender Vorstand einer der größten Marketing Clubs in Deutschland ist Kai Schmidhuber zudem Mehrfachgründer, Berater und viel gebuchter Vortragsredner. Seine Mission: "Digital entmystifizieren".

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