Zuschauer SMS-Voting bei Vergabe von Spenderniere

mobile marketing guide

Drei junge Menschen werden am Freitagabend kommender Woche im niederländischen Fernsehen zittern. Es geht um nicht weniger als um ihr Leben. Der Gewinner der Show bekommt eine dringend benötigte Spenderniere von einer todkranken Frau.

Die nierenkranken Patienten hoffen auf eine Organspende. Die Spenderin des kostbaren Organs hat ein nicht minder schweres Leben als die drei kranken jungen Menschen. „Lisa“, so nennt sie sich im Fernsehen, ist erst 37 Jahre alt, aber unheilbar an Krebs erkrankt und wird bald sterben.

Ihr Organ zu spenden ist sinnvoll, doch die Art und Weise, wie das geschieht, hat in den Niederlanden eine heftige Diskussion ausgelöst. Die Produktionsfirma Endemol, die schon für Sendungen wie „Traumhochzeit“ oder „Big Brother“ verantwortlich zeichnete, und der Fernsehsender BNN haben die todkranke junge Frau und ihre Organspende zum Mittelpunkt einer Fernsehshow gemacht.

Einer von den drei Patienten zwischen 18 und 40 Jahren soll die Niere erhalten. Über die jungen Menschen werden in der „Großen Spendershow“ jeweils kurze Filme gezeigt. Sie begleiten die drei in ihrem täglichen Leben, Umfeld und Familie werden vorgestellt. Wer das Organ schlussendlich bekommt, entscheiden die Zuschauer – per SMS.

Im Mittelpunkt der Show steht auch das Andenken an den vor fünf Jahren verstorbenen Moderator Bart de Graff. Graff gehörte zu den beliebtesten Fernsehentertainern der Niederlande und stand selbst lange Jahre auf einer Warteliste für eine Spenderniere. Er starb am Versagen des Organs.

Der Fernsehsender BNN sagte gegenüber den niederländischen Medien, er wolle mit der Sendung auf die schwierige Situation von Patienten, die auf ein Organ warten, aufmerksam machen. BNN-Vorsitzender Laurens Drillich sagte am Samstag in einem Interview mit dem niederländischen Sender Radio Eins: „Die Teilnehmer der Sendung haben eine 33-prozentige Chance, eine Niere zu bekommen. Das ist eine viel höhere Wahrscheinlichkeit, eine Niere zu erhalten, als wenn man auf einer der langen Wartelisten für ein Organ steht. Man sollte denken, die Chancen, ein Organ durch eine Spende zu erhalten, seien heutzutage höher als früher, aber das Gegenteil ist der Fall. Es gleicht einem Lotteriegewinn. “

Mittlerweile beschäftigt sich auch das Parlament des Landes mit der Sendung. In einer Fragestunde sollen die Probleme mit dem Minister für Volksgesundheit, Ab Klink, und dem Minister für Medien, Ronald Plasterk, besprochen werden. Das fordert der Pressesprecher der größten Volkspartei CDA in den Niederlanden, Joop Atsma. „Ich möchte, dass die Regierung mit dem Fernsehsender BNN und der Produktionsfirma Endemol ein Gespräch über die Sendung führt. Ich möchte auch, dass sie der ganzen Sache einen Riegel vorschieben. BNN löst das Problem der Organsspende nicht mit einer solchen Sendung. Hat sich eigentlich schon mal irgendjemand gefragt, wie sich die beiden Patienten fühlen, die die Niere nicht erhalten?“, sagte der Pressesprecher gegenüber der niederländischen Tageszeitung „Het Allgemeene Dagblat“.

Der Direktor der niederländischen Organspende-Organisation, Paul Beerkens, steht der Sendung zwiespältig gegenüber. „Wir sind froh, dass durch Endemol die Schwierigkeiten, die wir haben, Spender zu finden, in die Öffentlichkeit kommen. Aber die Art und Weise, wie das geschieht, ist sicher nicht unser Fall.“ Bis jetzt sieht es so aus, als ob die Sendung nächsten Freitag ausgestrahlt wird. Eine Klage gegen die Ausstrahlung wurde in erster Instanz abgewiesen. Quelle: AOL Nachrichten

Avatar for Heike Scholz
Über Heike Scholz 3402 Artikel
Nach über zehn Jahren als Strategieberaterin für internationale Unternehmen gründete die Diplom-Kauffrau 2006 mobile zeitgeist und machte es zum führenden Online-Magazin über das Mobile Business im deutschsprachigen Raum. Heute ist sie ein anerkannter und geschätzter Speaker und gehört zu den Influencern der deutschen Internet-Szene. Weiterhin ist sie Beiratsmitglied für die Studiengänge Angewandte Informatik und Mobile Computing an der Hoschschule Worms. Als Co-Founder von ZUKUNFT DES EINKAUFENS, begleitet sie die Digitale Transformation im stationären Einzelhandel. Sie berät und trainiert Unternehmen, die sich den Herausforderungen der Digitalisierung stellen und fördert mit ihrem Engagement die Entwicklung verschiedener Branchen und Märkte.

4 Kommentare

  1. Die Überschrift Deines Artikels ist falsch. Einzig und allein die Spenderin entscheidet über die Vergabe. (Ich halte das für relevant.)

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*