Woabi – „Woanders Billiger“ verspricht der Barcodescanner von checkitmobile

woabi

Der Traum, zu jedem Zeitpunkt zu wissen, wo sich ein bestimmtes Produkt, das man sich ausgesucht hat, preiswert in der näheren Umgebung zu finden ist, beseelt in der letzten Zeit viele Startups, sich zu überlegen, wie so etwas auch per Mobiltelefon zu bewerkstelligen ist. Die Überlegung so etwas per Handy lösen zu wollen, scheint sinnfällig – das Gerät ist nun mal situationsgegeben oft „dabei“, Datendienste sind ubiquitär und immer preiswerter zu erreichen und Preisvergleichsdienste im Internet werden von fast allen Menschen schon lange genutzt, um sich ein Bild über die Marktlage zu verschaffen (spontane Impulskäufe mal ausgenommen) und verfügen über eine weitreichende Datenbasis. Außerdem gewinnen Lokalisierungsdienste und -services immer mehr an Bedeutung und Effizienz, sodass es inzwischen leichter anmutet die tatsächlich-physisch vorhandenen Produkte oder zumindest die sie standardmäßig führenden Geschäfte, lokalisieren zu können. Wenn jetzt noch eine GPS-basierte Steuerung zu diesen Geschäften und eine Anbindung an die Inventare der führenden Geschäfte dazukommt, sodass man seinen Weg zum Schnäppchen nicht „umsonst“ antritt, hätte man ein lückenloses System dieser Verkaufskette geschaffen (wenn es denn nur nach dem Preis geht). Woabi – ein Produkt der checkitmobile GmbH in Berlin fängt schon einmal an, in diese Richtung zu gehen. Woabi, das steht für „WOAnders BIlliger“ und zeigt schon in welche Richtung das mobile Client-basierte System mit Datenbankanbindung zielt: auf den preissensiblen Einkäufer der ein Handy bedienen kann (was nicht immer deckungsgleich ist ;-)) Auf woabi.de kann man sich, momentan noch für eine überschaubare Anzahl von Endgeräten, aber zumindest für die gängigen Sony Ericsson-Geräte und das G1 Android den Barcodescanner herunterladen und kostenlos installieren.Hiermit kann man sich nun vor Ort einen Barcode greifen, diesen abfotografieren und serverseitig interpretieren lassen, indem man ihn an den Server schickt. Zurück kommt eine Übersicht über die preiswertesten Alternativeinkaufsorte. Die Datenbank soll sich auch durch user generated content und Einträge auf diesem Wege befüllen lassen. Die Firma hat nun eine Pressemitteilung herausgegeben, dass man ab sofort diese Clients auf woabi.de herunterladen, installieren und testen könne. Dazu möchte ich heute gerne alle einladen. Diese Technik hat ein paar nicht so triviale technische Hürden und Herausforderungen: Wer einmal versucht hat, einen Barcode mit der im eigenen Handy eingebauten Fotokamera zu fotografieren, wird gemerkt haben, dass die Brennweite dieser Linsen für eine etwas andere Art der Fotoaufnahme, als der Großaufnahme von 10 cm entfernten Objekten, eingestellt ist. Die „AF“- Autofokusfunktion ist noch nicht flächendeckend in allen Geräten eingebaut – aus einem einfachen Grund – die Linsen sind teurer. Die aktuellen Sony Ericsson-Geräte verfügen über eine sehr ordentliche und mit dieser Funktion versehenen Kamera (siehe Cybershotproduktreihe), so wie auch das G1 und einige Nokia- und Samsunggeräte. Das wird der Grund sein, dass Woabi mit der Veröffentlichung dieser Clients begonnen hat und nach und nach andere Clients veröffentlichen wird. Seit gestern abend habe ich gesehen, werden von Woabi auch viele HTC-Geräte und MDAs unterstützt, also WinMobile-Geräte, sowie viele Geräte der S60 Baureihe von Nokia.Außerdem wird eine „Basisversion für alle Geräte“ mit angeboten, zu der ich noch keinen Test vorgenommen habe. Ich nehme an, dass man hier die numerische Eingabe der Barcodes eingeben und absenden kann?! Ein weiteres Problem dieser Technik besteht in der Beschaffung des Datenbestandes und der aktuellen Preise. Bei mit über 2 Millionen ausgezeichneten Produkten ist das eine aufwändige Aufgabe.

Interessant ist, dass woabi einem User einen geschützten Bereich „Meine Scans“ zur Verfügung stellt und einen Preisalarm-E-Mailservice eingebaut hat, der den User verständigt, wenn der Preis für ein bestimmtes Produkt unter einen Zielpreis fällt.

Ich führte noch ein kurzes Gespräch mit Christian Rogge von checkitmobile (und ein Ex-Kollege von mir) der mir noch verriet, dass die Monetarisierung dieses Dienstes auch über Verkaufsprovisionen und Afiliate Marketing sichergestellt werden soll und nicht nur, wie sonst üblich, ausschließlich über Mobile Advertising. Es bleibt mir, auch diesem Service viel Glück zu wünschen und ich bin interessiert an Rückmeldungen von Erfahrungsberichten aus der Praxis – auch, um mal zu hören, ob Händler User warnen von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und das Scannen in deren Verkaufsräumen zu verbieten…;-)

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Über Martin Walter 99 Artikel
Martin Walter war Kreativkonzepter bei der Yoc AG in Berlin und heute bei der Iconmobile GmbH als Senior Manager Mobile Marketing tätig. XING.

5 Kommentare

  1. Hab die Standard-Beta-Version gerade ausprobiert:
    RESPEKT!

    Hat noch ein paar Macken, aber aus meiner Sicht der derzeit am weitesten entwickelte Scanner.

    Ich habe zunächst die Basisversion (Java-Version) mit dem XDA Orbit II ausprobiert, wo man in der Tat nur die Barcodenummer eingeben kann. Die Registrierung ist hier sehr simpel. Sehr erfreulich, 10 SMS-Anfragen pro Tag sind kostenlos. Wenn man mit dem Internet verbunden ist, ist es sogar vollkommen kostenlos. Die Usability ist O.K., es gibt aber noch ein paar Navigations-Dead-Ends aus denen man nur noch durch das Schließen des Programmes rauskommt. Mein Testfall war ein Buch „9783426645642“.

    Die nächsten Tage probiere ich weitere Versionen aus.

  2. Hallo Stephan,
    das gehört beim Benutzen der Apache License natürlich zum guten Ton. Könntest Du uns erklären, wie man das erkennt und wo man das nennen sollte?
    Gruß M.

  3. Hallo Martin,
    ich habe mir nur die WinMo Version mal im Reflector angeschaut und da ich mit der Library auch schonmal gespielt habe fiel mir das ins Auge. Mit dem ausliefern der Lizenz bin ich selbst auch noch nicht vertraut. Ich habe aber bereits Applikationen gesehen die einfach die License als File mit in das Installationsverzeichnis kopiert haben.

    PS: Eine Integration von geizhals.at/de in WoAbi wäre wunderbar!

    Gruß Stephan

  4. Hi,

    habe Woabi auch bereits als Betatester nutzen können und finde den Ansatz bisher am Sinnvollsten. Viele bedenken nicht, das die Usability für den Erfolg wichtig ist und wie schwierig die Integration unterschiedlicher Handybetriebssysteme ist. Wer schon mal eine Kamera mit AF per JAVA MIDP 2.0 ansteuern wollte, wird interessante Ergebnisse auf verschiedenen Handys erhalten.

    Kleiner Tipp in eigener Sache. Wer die umfangreichste Mobiltelefondatenbank sucht, wird unter http://www.skyynet.de/gsmphones fündig. Mit dem Handy Finder kann man u.a. auch gezielt Handys mit ordentlicher Kamera und AF heraussuchen, um eine ordentliche Plattform für Woabi zu haben.

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