‚Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern’…

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…oder ‚Der Chef von Vodafone weiß nicht, was er will‘. Heute lese ich von Friedrich Joussen, Chef von Vodafone Deutschland:

„Wir liegen jetzt bei rund 15 Cent pro Minute und gehören damit in Europa zu den Ländern mit den niedrigsten Tarifen. Das spüren auch wir beim Umsatz. Wir sind zwar so aufgestellt, dass wir jeden Preiskampf mitmachen können. Doch sehr viel tiefer werden die Tarife kaum noch fallen.“

Das hörte sich im Dezember 2006 noch so an, O-Ton Joussen:

„Der durchschnittliche Minutenpreis wird in den nächsten Jahren unter 10 Cent fallen.“

Im März 2007 sagte Joussen auf die Frage, ob Vodafone eine eigene Billigmarke etablieren würde:

“Unsere Marke steht glasklar. Wir machen so etwas nicht. Wir haben eine hervorragende Qualität, wir sind Spitze in Service, Technik und Innovation.” Die Preise von Vodafone seien wettbewerbsfähig. “Wir brauchen uns nicht zu verstecken.”

Kürzlich war im Focus zu lesen:

Joussen bekräftigte, dass Vodafone trotz des Erwerbs des Billiganbieters allmobility von der Drogeriekette Schlecker nicht in das Discountgeschäft einsteigen will. Die zweite Marke soll unabhängig geführt und könne später auch wieder verkauft werden. Für die Übernahme des insolventen Unternehmens mit seinen 450 000 Kunden habe Vodafone lediglich einen einstelligen Millionenbetrag investiert. Unter dem Namen Smobil vertreibt allmobility seit Mai 2006 Mobilfunkverträge über das Filialnetz des Lebensmitteldiscounters Schlecker.

Das heißt dann also: Ich bin dagegen, mache es aber trotzdem. Was soll das Gerede von „unabhängig führen“ und „später könne wieder verkauft werden“? Oder ist alles, was unter einem zweistelligen Millionenbetrag bleibt, dann keine „eigene“ Billigmarke? Ich versteh’s nicht. Ich hab mal gelernt, dass es ein Bisschen schwanger nicht gibt.

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Über Heike Scholz 3371 Artikel
Nach über zehn Jahren als Strategieberaterin für internationale Unternehmen gründete die Diplom-Kauffrau 2006 mobile zeitgeist und machte es zum führenden Online-Magazin über das Mobile Business im deutschsprachigen Raum. Heute ist sie ein anerkannter und geschätzter Speaker und gehört zu den Influencern der deutschen Internet-Szene. Weiterhin ist sie Beiratsmitglied für die Studiengänge Angewandte Informatik und Mobile Computing an der Hoschschule Worms. Als Co-Founder von ZUKUNFT DES EINKAUFENS, begleitet sie die Digitale Transformation im stationären Einzelhandel. Sie berät und trainiert Unternehmen, die sich den Herausforderungen der Digitalisierung stellen und fördert mit ihrem Engagement die Entwicklung verschiedener Branchen und Märkte.

2 Kommentare

  1. Dazu ein Tarifbeispiel aus Österreich des grössten Mobilfunkbetreibers hier und Vodafone Partner A1:

    Grundentgelt EUR 20,-
    ruft A1, B-FREE, Mobilbox EUR 0,05
    ruft Festnetz EUR 0,05
    ruft andere Mobilnetze EUR 0,05
    sendet SMS in alle Netze EUR 0,20

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  1. Vodafone-Chef Joussen: 'Überraschende Geräte' | mobile zeitgeist

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