Von der Zeit, eine Umfrage auszuwerten

mobile marketing guide

Vor über einem Jahr hatte ich darauf hingewiesen, dass die Universität Augsburg unter der Leitung von Dr. Key Pousttchi eine Umfrage zum Mobile Payment machen würde. Damals hatte ich selbst mitgemacht. Den Teilnehmern wurde zugesichert, die Ergebnisse der Umfrage zu erhalten.

Da ich einfach nichts bekam, fragte ich in der Gruppe „Mobile Commerce Technologien und Anwendungen (MCTA)“ bei XING, die unter anderem von Dr. Pousttchi moderiert wird, am 19.02.2007 nach. Antwort von Dr. Pousttchi „Die schriftliche Zusammenstellung ist noch in Arbeit und wird in den nächsten Wochen versendet.“ Also wartete ich weiter. Bis zum 18.04.2007. Da fragte ich dann nochmals nach und erhielt die Antwort von Dr. Pousttchi „Meine Mitarbeiter sind nach wie vor bei der Zusammenstellung der Ergebnisse, die sich durch einige höher priorisierte Projekte verschoben hat. Wir sind leider nur mit begrenzten Ressourcen ausgestattet.“

Ungefähr 12 Monate für die Auswertung einer Umfrage. Nun ja, dann müssen die Ressourcen des MCTA wirklich begrenzt sein. Es ist aber schön zu sehen, dass doch noch so große Ressourcen vorhanden sind, dass Pressemeldungen produziert werden können, in denen immer wieder auf diese Studienergebnisse verwiesen wird.

M-Payment-Wüste trocknet M-Commerce aus vom 17.06.2007
M-Payment: Forschungsergebnisse der Universität Augsburg werden in Los Angeles vorgestellt vom 01.06.2007

Ein Schelm, der jetzt denkt, es wäre einfach schöner in Los Angeles Ergebnisse vorzustellen als diese an die Teilnehmer zu verteilen, denen man das ja zugesichert hatte.

Wieso komme ich gerade darauf? Robert Basic beschwert sich, m.E. zu Recht, über die Unsitte von Studenten, einen zu einem Interview oder Beantwortung schriftlicher Fragen zu bitten, meist mit dem Versprechen, dass man die Ergebnisse, die Magister-, Diplom- oder Examensarbeiten dann erhalten würde, die dann aber nie eintreffen. Auch ich habe noch nie eine dieser Arbeiten erhalten. Aber vielleicht brauchen ja unsere Studenten schon so lange wie ihre Professoren für die Ausarbeitung. Wieso habe ich dann kein Vertrauen mehr in unsere Akademiker?

Nichts desto trotz werde ich bei netter Ansprache weiterhin Anfragen von Studenten beantworten, sofern es meine Zeit zulässt. Ich war selbst Studentin und hätte mich über eine solche Unterstützung sehr gefreut. Allerdings hätte ich die Ergebnisse auch wirklich zugeschickt, wenn ich das versprochen hätte…aber egal.

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Nach über zehn Jahren als Strategieberaterin für internationale Unternehmen gründete die Diplom-Kauffrau 2006 mobile zeitgeist und machte es zum führenden Online-Magazin über das Mobile Business im deutschsprachigen Raum. Heute ist sie ein anerkannter und geschätzter Speaker und gehört zu den Influencern der deutschen Internet-Szene. Weiterhin ist sie Beiratsmitglied für die Studiengänge Angewandte Informatik und Mobile Computing an der Hoschschule Worms. Als Co-Founder von ZUKUNFT DES EINKAUFENS, begleitet sie die Digitale Transformation im stationären Einzelhandel. Sie berät und trainiert Unternehmen, die sich den Herausforderungen der Digitalisierung stellen und fördert mit ihrem Engagement die Entwicklung verschiedener Branchen und Märkte.

3 Kommentare

  1. Ich habe eben dazu schon bei Robert kommentiert. Mir ist diese Unsitte ebenfalls nur allzu gut bekannt. Allerdings ist es so, dass Studis in der Regel einen festen Abgabetermin haben und nach 6 Monaten sollten da die Ergebnisse vorliegen. Was mich in dem Zusammenhang wundert: In einigen Fragebögen kann man ja am Ende die eigene E-Mail hinterlassen, sofern man die Ergebnisse wünscht. von ich schätze mal 20 Fragebögen in den letzten 12 Monaten hatten ca. 15 diese Option, Ergebnisse habe ich von gerade einmal 2 bekommen.

  2. Ich nehme dies als einen Wink mit dem Zaunpfahl Frau Scholz, da Sie mir freundlicherweise im April Ihre Einschätzung zum Thema Mobile Codes gegeben haben.

    Ich tue mein bestes, Ihne die Ergebnisse nach Abgabe der Arbeit zur Verfügung zu stellen ;)

  3. @mediaocean
    Das ist genau das, was ich meine. Die befragten Experten oder diejeniegen, die unterstützen wollen und Online-Fragebögen ausfüllen werden verärgert. Und alle Studenten müssen darunter leiden, dass diese Leute irgendwann nicht mehr mitmachen. Aber warum sollte es hier anders sein, als im sonstigen Leben? ;)

    @qrmaniac
    Ich winke doch so gern. Auch mit Zaunpfählen. ;)

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