Verschlafen deutsche Banken den mobilen Trend?

mobilenn anwendungen

Ein interessanter Artikel in der FTD zum Mobile Banking/Mobile Payment. Vielleicht bewegt sich ja in der deutschen Bankwelt doch noch etwas.

In der deutschen Bankenlandschaft mutet das Engagement der Postbank für das Mobile Banking schon etwas exotisch an. Nachdem die Institute zu Beginn des Jahrzehnts mit der Idee vom mobilen Bankgeschäft nicht landen konnten, weil die Displays zu klein, die Datenverbindungen zu langsam und die Lösungen zu unkomfortabel waren, zogen sich die meisten zurück – bis auf die Postbank, Comdirect und einige Sparkassen.

Und mit Sonopia wäre ja noch viel mehr möglich.

Aus Sicht von Pousttchi ist auf internationaler Ebene vor allem die niederländische Rabobank mit einem konsequenten Schritt aufgefallen, indem sie in ihrem Heimatland als virtueller Mobilfunknetzbetreiber auftritt. Unter dem Namen Rabo Mobiel bietet die Bank selbst einen Mobilfunktarif auf Basis von angemieteten Netzkapazitäten an. Ein bislang einmaliger Vorgang.

Als virtueller Netzbetreiber könnten die Institute ein Kombiangebot entwickeln: Handy und Konto aus einer Hand. „Banken können mit einer viel höheren Glaubwürdigkeit Lösungen entwickeln, die Jugendliche vor der Verschuldung durch hohe Handyrechnungen bewahren“, sagt Pousttchi. Auch sei es dann einfacher Bezahlverfahren über das Handy zu etablieren oder Marketingaktionen wie den kostenlosen Download von Infomaterial anzubieten.

In Deutschland sind die Banken jedoch noch weit davon entfernt, zum virtuellen Mobilfunknetzbetreiber – wie es etwa Aldi mit Aldi Talk schon ist – zu werden. Dem Vernehmen nach spielen die großen Netzbetreiber nicht mit, weil sie sich mit den Finanzinstituten keine starken Wettbewerber ins Boot holen wollen. Lediglich E-Plus vermietet Netzkapazitäten und wäre als Partner der Banken derzeit denkbar.

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Über Heike Scholz 3402 Artikel
Nach über zehn Jahren als Strategieberaterin für internationale Unternehmen gründete die Diplom-Kauffrau 2006 mobile zeitgeist und machte es zum führenden Online-Magazin über das Mobile Business im deutschsprachigen Raum. Heute ist sie ein anerkannter und geschätzter Speaker und gehört zu den Influencern der deutschen Internet-Szene. Weiterhin ist sie Beiratsmitglied für die Studiengänge Angewandte Informatik und Mobile Computing an der Hoschschule Worms. Als Co-Founder von ZUKUNFT DES EINKAUFENS, begleitet sie die Digitale Transformation im stationären Einzelhandel. Sie berät und trainiert Unternehmen, die sich den Herausforderungen der Digitalisierung stellen und fördert mit ihrem Engagement die Entwicklung verschiedener Branchen und Märkte.

1 Kommentar

  1. Guten Abend allerseits! Von mir aus können die Banken ruhig „weiterschlafen“… Ich wickel seit ’nem halben Jahr mein Banking am Handy (Noika E61) ab und find’s einfach grossartig. Möchte mein OutBank wirklich nicht mehr missen! Geht für alle deutschen Banken und ich kann auf alle meine drei Girokonten zugreifen und Überweisungen machen. Egal ob ich in Deutschland unterwegs bin oder im Ausland, die Finanzen hab‘ ich damit immer im Griff ;-)
    Grüsse
    Max

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