Wie reist Generation Y und Z? Umweltbewusst und immer digital

Foto: pixabay, Andrian Valeanu

Ab in den : Darauf achten die Generationen Y und Z beim Reisen

Studie der IUBH: Die Generationen Y und Z sind umweltbewusst und immer und überall digital – Alle Altersgruppen legen großen Wert auf die Qualität von Service und Hotel – Unterschiede gibt es bei Reisedauer, Reisevielfalt der Informationsbeschaffung

30 Prozent der Bevölkerung in Deutschland ist unter 40 Jahre alt – damit bilden die Generationen Y und Z eine bedeutende für die Tourismusbranche. Doch wünschen sie individuelle Abenteuer, nachhaltigen Urlaub oder doch lieber Pauschalreisen am Strand? Die Urlaubswünsche junger Menschen können sich stark unterscheiden – das zeigt die aktuelle Studie der IUBH Internationalen Hochschule, die in Zusammenarbeit mit dem Reiseveranstalter TUI über 2.000 Personen der Generationen Y und Z zu ihren Vorlieben bei der Urlaubswahl befragt hat . Das Ergebnis zeigt: Reiseanbieter müssen Angebot und Vermarktung anpassen, um junge Reisende überzeugen zu können.

Informationsbeschaffung zur Urlaubsplanung differiert zwischen den Generationen

Bevor die Koffer gepackt werden, gilt es das Urlaubsziel auszusuchen und die zu planen. Dabei scheint die jüngere Generation eindeutig traditioneller als die ältere vorzugehen: Zwar buchen alle Befragten ihre Reisen weitestgehend online, Reiseveranstalter und -büros besitzen bei jedoch mehr Potenzial als bei . Pauschalreisen finden sie attraktiver, während die ältere Generation vor allem auf Individualität und Produktanpassung achtet und gern Last Minute-Kurzreisen bucht. Ein weiterer Unterschied: Während häufiger auf Empfehlungen von Freunden und Bekannten hört, trifft Generation Z Reiseentscheidungen eher basierend auf Fotos und Videos, z.B. über soziale Netzwerke.

Beide Generationen sind digital und nachhaltig – unterscheiden sich aber in Details

Die Generationen Y und Z gelten als „Digital Natives“, sind also beide mit Internet und sozialen Netzwerken aufgewachsen. Beide Generationen wünschen sich Authentizität, sind umweltbewusst (obwohl dieser Punkt bei Generation Z noch ausgeprägter ist) und achten sehr auf ihre Gesundheit. Im Urlaub angekommen überwiegen die Gemeinsamkeiten: Klar, im Urlaub möchte der Gast freundlich und zuvorkommend behandelt werden. Daher ist es kein Wunder, dass 17 Prozent aller Befragten guten Service als besonders wichtig hervorheben. Servicequalität hat jedoch bei den 14- bis 19-Jährigen mit 16 Prozent eine überdurchschnittlich hohe Relevanz, während die 30- bis 39-Jährigen mehr Wert auf Aufmerksamkeit und Kinderfreundlichkeit legen.

Bei der Bewertung des Hotels ist den 14- bis 29-Jährigen die Nähe zum Strand oder der Stadt besonders wichtig, während die 30- bis 39-Jährigen stärker auf die Ausstattung wie das Hoteldesign oder Angebote für Kinder achten. Beiden Gruppen ähnlich wichtig sind der Zustand des Hotels und der Zimmer, das gastronomische Angebot, eine stabile Internetverbindung sowie der Poolbereich. Fitnessbereiche, soweit im Hotel vorhanden, werden von den 14- bis 29-Jährigen schlecht bewertet, da diese den Anforderungen an das bekannte deutsche Fitnessstudio nicht gerecht werden. „Ausstattung und Qualität des Hotels scheinen häufig das bedeutendste Entscheidungskriterium bei einer Reise zu sein,“ fasst Prof. Linda Schnorbus, Studiengangsleiterin und Professorin für Tourismuswirtschaft an der IUBH, zusammen.

Bei der kulinarischen Versorgung ist die Auswahl wichtiger als Abwechslung, Qualität und Geschmack. Nur bei den 20- bis 29-jährigen Gästen spielt die Qualität der Lebensmittel mit 34 Prozent eine große Rolle. Sie bemängeln zudem eher die Plastikverpackungen und den Mangel an vegetarischen und veganen Speisen. Häufiger Kritikpunkt bei den 14- bis 29-Jährigen sind die Preise im Restaurant, während sich die 30- bis 39-Jährigen oftmals über die Wartezeiten beschweren.

Was die Generation Y und Z von den anderen Reisenden unterscheidet

Luxus ist für beide Generationen nicht durch den Aufenthalt in einem 5-Sterne-Hotel definiert, sondern vielmehr durch die Ausgefallenheit der Reise. Kulinarischer Genuss ist durch gesunde und frische Lebensmittel charakterisiert. Umweltbewusstsein, speziell die Vermeidung von Plastik, gilt als Muss-Kriterium für eine gelungene Hotelauswahl. Ferner stellt die Flexibilität in den Hotels für beide Generationen eine wichtige Komponente dar. Flexible Essenszeiten und eine anpassungsfähige Programmgestaltung sind dabei unabdingbar im Urlaub.

Fazit: Worauf Reiseanbieter bei diesen Zielgruppen achten müssen

Der Vergleich der Gruppen zeigt, dass junge Reisende zwar ähnliche Vorlieben haben, sich aber in Details durchaus unterscheiden können. Die Bedürfnisse der 14- bis 19-Jährigen ähneln eher denen der 30- bis 39-Jährigen – das liegt wahrscheinlich daran, dass es sich hierbei um Kinder handelt, die mit ihren Eltern verreist sind. Die ältere Altersgruppe beschwert sich häufiger über Wartezeiten oder Überfüllungen und achtet mehr auf Familienbedürfnisse.

Reiseveranstalter sollten zur Vermarktung eigene Submarken für beide Generationen anbieten, da die klassischen Reiseveranstalter nicht beliebt sind. Vor allem Generation Y steht Pauschalreisen sehr kritisch gegenüber. Wichtige Aspekte, die Reiseveranstalter bei beiden Generationen berücksichtigen sollten: Die zentrale Lage zum Strand und zur Stadt, eine gesunde, vegane und vegetarische Küche in den Hotels sowie Unterkünfte, die umweltbewusst sind und Lebensmittel wertschätzen. Bei den 14- bis 29-Jährigen sollten Fitnessstudios dem deutschen Standard entsprechen, da der Zustand des Fitnessraums von Generation Z oft bemängelt wurde.

Quelle: IUBH

1 Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


Ich bestätige, dass die hier von mir eingegebenen persönlichen Daten in der von mobile zeitgeist genutzten Datenbank bis auf Widerruf gespeichert werden dürfen.