Umfrage: Sind mobil formatierte Webseiten tot?

mobile zeitgeist

Da mich das Ergebnis interessiert, die Umfrage aber nur schleppend voran kommt, poste ich einfach mal den Link zu der einfachen Frage: „Sind mobil formatierte Webseiten tot?
Ohne jetzt auf das Ergebnis Einfluss nehmen zu wollen, nehme ich ja an, dass es tatsächlich nur noch eine Frage der wenigen Zeit ist, bis die zusätzlichen CSS-Styles bei „normalen“ Webseiten (also keine Browsergames oder Dergleichen, bei dem man um eine sinnvolle Anpassung nicht herumkommen wird) tatsächlich unnötig geworden sind. Für mich persönlich sprechen da zwei Gründe zwingend dafür:

  1. Der zu ladende Code wird dadurch nicht weniger, er wird bloß nicht komplett dargestellt. Denn rein übertragungskostentechnisch hat man als mobiler Webseitenbesucher somit keinen Vorteil. Wenn also alternative Webseiten, dann bitte komplett alternativ (was einen hohen Aufwand bedeutet) und dann auch nicht so, wie es z. B. bild.de macht, die immer erst die komplette Webseite lädt und dann erst auf die mobile Webseite umleitet.
  2. Viel entscheidender: Wie schon damals beim Erfolg des Palms mit der eigens entwickelten Schrift vermute ich, dass auch diesmal der User schneller als die Maschine lernen wird. Sprich: Wir Menschen werden unser Surfverhalten auf kleinen Displays schneller anpassen bzw uns daran gewöhnen (ich habe mich ja jetzt schon komplett daran gewohnt), als dass die Programmierer die Webseiten anpassen können, denn die letzte Hürde wird IMMER das kleine Display sein.

    So: Nun aber zur Abstimmung: Vote!

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Über Patrick Voelcker 286 Artikel
Patrick beschäftigt sich beruflich und privat seit 2005 neben der Webprogrammierung auch mit der Entwicklung von Mobile und Native Apps. Er ist Rich Media Innovation Specialist bei Google und Autor des Buches "Spiele programmieren für iPhone und iPad" (dpunkt-Verlag). Außerdem ist er Gastdozent an der Popakademie Baden-Württemberg und der Filmschule Köln. Auf Mobile Zeitgeist schreibt er dementsprechend hauptsächlich über Trends und Entwicklungen in Mobile Entertainment [XING]

6 Kommentare

  1. Es ist nicht unüblich, dass man sich selbst als den Maß der umgebenden Welt sieht.

    So tendieren auch Webworker und Gadget-Nerds – ausgestattet mit den neuesten und leistungsfähigsten iPhones, Touches, Androids, etc. – dazu zu glauben, in der breiten Masse würde es genauso laufen. Nicht so ganz. Oder zumindest noch nicht so ganz.

    1. Es sind derzeit nach wie vor mindestens 5 Geräteklassen am mobilen Markt zu unterscheiden:

    Monochrome, Basic, WML, Graphic Light und Standard.

    Während die Klassen ‚Monochrome‘ und ‚Basic‘ beinahe ausgestorben sind, gibt es am Markt genügend Devices aus der ‚WML‘-KLasse (Motorola v3, SE Z310i, etc.) und tonnenweise Geräte der Klasse ‚Graphic Light‘ (N 6280, SE K320i, SGH ZV60, etc.), die nicht die selben Fähigkeiten und Features haben, wie die Devices aus der obersten Klasse.

    2. Es mag für einen iPhone-User (beinahe) keinen Unterschied ausmachen, ob er die heise.de Seite in der mobilen oder normalen Ansicht aufmacht, dies schaut aber bei einem Nokia 6280, Motorola V3 oder einem SonyEricsson K800i ziemlich anders aus.

    Sogar bei einem N82 macht derstandard.at-mobil einen Riesenunterschied zur Webversion. Und N82 ist ein Supergerät, eines meiner absoluten Lieblinge.

    3. Bereits bei den Geräten der „Graphic Light“ Klasse ist die Lebensdauer wesentlich höher als darunter und somit werden diese Geräte noch einige Zeit am mobilen Markt present sein.

    Zumindest solange macht es definitiv Sinn sich einen Nachmittag Zeit zu nehmen um – auch wenn nur allgemeine – ‚Handheld-CSS‘ für den eigenen Auftritt zusammenzubasteln.

  2. Nachtrag zur automatischen Kommentarformattierung:

    wenn ich in meinem Kommentar, zwischen den Absätzen da und dort eine Leerzeile einfüge, ist dem so, weil ich es für die korrekte Strukturierung meines Beitrags so für wichtig halte.

    Es ist äußerst ärgerlich, wenn man sich die Zeit nimmt und dann formatiert die Blog-SW mein Kommentar in eine unansehnliche, unleserbare Buchstabenwurst.

    Whitespace ist – nicht nur im Web – zumindest genauso wichtig, wie der Buchstabensalat dazwischen …

    :|

  3. Einmal muss ich noch, Patrick: habe soeben mobile-zeitgeist am iPhone aufgerufen: der erste Aufruf hat – sageundschreibe – 18 Sekunden gebraucht, bis ich was sehen konnte und dann nochmals solange bis die Seite fertig geladen war und ich loslesen konnte… (bei vollem Empfang, direkt unter der A1-Antenne, mit einem eiphone-3g)

  4. Meiner Meinung nach sind „mobil formatierte“ Webseiten noch lange nicht tot. Ob es nun eine speziell für mobile Endgeräte entworfene (wml/xhtml mp) Seite ist oder „nur“ eine durch css angepasste Version der Seite ist, spielt für mich hierbei keine Rolle. Wichtig ist, dass der Nutzer mit dem kleinen Display den Spaß am Surfen nicht verliert. Und genau dieser Spaß kann nur durch eine entsprechende Formatierung erhalten bleiben. Da hilft auch kein iPhone oder Opera Mini Browser. Echtes Internet auf dem Handy ist und bleibt eine Qual. Dass man auch mit wml heute noch erfolgreich sein kann, beweist das WAP MessageBoard Mobil Link, das auch nach wie vor eine Anlaufstelle meines Handybrowsers ist.
    Was bringt eine Seite mit viel BlingBling, Widgets hier, Banner da, auf einem 240x320px Display? Genau, nichts als Frust. Die Userexperience ist auf speziell formatierten Seiten nun einmal viel positiver als auf vollen Webseiten, gequetscht auf das kleine Display. Klar sind die Browser mittlerweile soviel besser geworden, dass man eigentlich keine Formatierung vornehmen müsste, aber für den durchschnittlichen User ist das nicht gut genug.

  5. Da stimme ich vollkommen zu, aber meine Meinung sollte den Grundartikel auf mobiflip.de auch nur ergänzen:
    Diejenigen „Graphic Light“-Handybesitzer, die ins Web wollen, haben deswegen auch oft z. B. Opera Mini installiert, welches die unangepassten Webseiten für die mobilen Endgeräte umformatiert, weil ihr eigener Browser die „großen“ Seiten nicht meistert.
    Mir persönlich stellt sich die Frage, ob alle anderen (Nichtnerds und Nichtoperainstallierer) ihr Handy fürs Internet überhaupt benutzen?

  6. @martinwaiss: Aua! Böser Punkt erwischt! Aber sei froh, dass es Dir noch so ergeht! Mein N95-Browser schmiert nämlich beim Aufruf der Seite manchmal komplett ab und wird einfach beendet! ;-) Wobei ich sagen muss, dass eine mobile CSS da auch nicht viel helfen würde, wir müssten die Seite für mobilen Gebrauch komplett neu erstellen und kürzen.

    @Sascha: Ich persönlich bin mir nicht sicher, ob mobiles Surfen überhaupt Entertainment sein soll/muss (also Spass machen soll) oder ob mobiles Surfen nicht einfach immer eine Notlösung zum Desktopbrowser sein wird? Denn wie gesagt: An der Displaygröße wird sich vermutlich nur wenig ändern! Da kann irgendwann ein Hightech-Prozessor im Handy laufen, der sichtbare Webseitenausschnitt wird dadurch nicht größer!

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