Studien und das Dilemma als Blogger

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Studien, allseits beliebt, sind ja immer so eine Sache. Eigentlich wirklich aussagefähig werden sie nur, wenn man sie genau betrachtet. In der Regel tun Journalisten, Redakteure und auch wir Blogger das äußerst selten. Leider!

Doch nun wollte ich mal wieder, denn es hatte mich schon interessiert, wie der Bitkom zu seinen Ergebnissen kam, als er vor ein paar Tagen eine Pressemeldung herausgab „Top 10 der Handy-Funktionen„. Also flugs an den Studienverantwortlichen eine Email geschrieben, die leider nicht beantwortet wurde. Heute nun beim Presse-Ansprechpartner nachgefasst und sehr schnell folgende Antwort erhalten:

Wir haben 1001 Personen befragt, davon 458 Männer und 543 Frauen (Fallzahl gewichtet). Die Untersuchungsfrage lautet „Welche der folgenden Zusatzfunktionen und -anwendungen nutzen Sie mit Ihrem privaten und/oder beruflichen Handy?“

Nicht wirklich erschöpfend. Und ich bezweifle, dass die Befragung tatsächlich ungestützt erfolgt ist. Auch habe ich nichts erfahren über das gesamte Studiendesign. Gut, es ist in diesem Falle nicht wirklich entscheidend, aber die schon häufiger von mir nachgefragten Daten, die mit Studien- oder Befragungsergebnissen mitgeliefert werden sollten, gibt es eigentlich nie. Und wenn es sie, meist nur in Teilen, gibt, dann sträuben sich einem manchmal wirklich die Haare.

Wie nun also umgehen damit? Immer nachfragen, auf Termin legen, damit man bei fehlender Reaktion wieder nachhaken kann, dann alles lesen, durcharbeiten und letztlich sich eine Meinung bilden und dann alles aufschreiben? Bis man das alles erledigt hat, haben alle anderen Medien die Meldung längst verarbeitet und sind schon beim nächsten Thema. Ausserdem, so viel Zeit hat man als nebenberuflicher Blogger auch schlicht und einfach nicht. Und was tun, wenn man gar keine Infos erhält? Gar nichts schreiben? Schimpfen und die Verantwortlichen an den öffentlichen Pranger stellen? Oder einfach „Augen zu und durch“ und es so veröffentlichen wie es gerade kommt? Manchmal hat man als Blogger halt auch einfach nur die Wahl zwischen Pest und Cholera, wie so häufig im Leben. ;)

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Über Heike Scholz 3408 Artikel
Nach über zehn Jahren als Strategieberaterin für internationale Unternehmen gründete die Diplom-Kauffrau 2006 mobile zeitgeist und machte es zum führenden Online-Magazin über das Mobile Business im deutschsprachigen Raum. Heute ist sie ein anerkannter und geschätzter Speaker und gehört zu den Influencern der deutschen Internet-Szene. Weiterhin ist sie Beiratsmitglied für die Studiengänge Angewandte Informatik und Mobile Computing an der Hoschschule Worms. Als Co-Founder von ZUKUNFT DES EINKAUFENS, begleitet sie die Digitale Transformation im stationären Einzelhandel. Sie berät und trainiert Unternehmen, die sich den Herausforderungen der Digitalisierung stellen und fördert mit ihrem Engagement die Entwicklung verschiedener Branchen und Märkte.

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