Studie: Handyfunktionen ermüden Nutzer

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Das Deutsche ihre Handys zu kompliziert finden, wissen wir ja bereits. Daher haben bereits im August 2006 die Verbraucherzentralen Kurzanleitungen heraus gegeben. Dann hat Ende 2006 tns mit ihrer Studie „Global Tech Insight 2006“ (GTI) heraus gefunden, dass wir Deutschen die Funktionen unserer Handys kaum nutzen. Kurz darauf erfuhren wir von der SWR Medienforschung, dass wir Deutschen unsere Mobiltelefone nur zum Telefonieren und SMS-Schreiben verwenden.

In diesen Tagen flattert uns nun eine neue Untersuchung zu diesem Thema auf den Tisch. Diesmal vom Forum to Advance the Mobile Experience (FAME), ein Zweig des Chief Marketing Officer Council, in dem mehr als 3.000 „Marketing Officials“ organisiert sind. Es wurden 15.000 Handy-Nutzer in 37 Ländern danach befragt, was sie an ihren Geräten am meisten frustriert. Den ersten Rang erhielt die „Funktions-Ermüdung“ (‚function fatigue‘).

Consumers say they are overwhelmed by their phones, at least in part, because retailers do a lousy job of explaining things. „Pain begins at point-of-purchase as users see lack of demos, product knowledge and slow service,“ the report concluded. As a result, Murray says, a lot of consumers „are leaving the store with very little knowledge“ about how to use the mobile devices they have just purchased. Before long, he says, function fatigue sets in.

Diese Studie zeigt eindeutig, dass die Branche ihren Job einfach schlecht macht. Es reicht eben nicht, die Handys mit allen möglichen Funktionen auszustatten und es „dem Markt“ zu überlassen, dem Nutzer alles zu erklären. Kundenansprache (man sagt auch manchmal Marketing dazu) geht anders. In Deutschland haben dies zumindest ein paar MNOs verstanden. Nachdem sie in der Vergangenheit ihre Shops abgebaut haben, wollen sie nun wieder in ihre Abverkaufsstellen investieren.

Auch sollten die Ergebnisse (mal wieder) ein Hinweis an die Hersteller von Mobiletelefonen sein, ihre Geräte nutzerspezifisch zu konzipieren. Es ist entscheidend, zu welcher Haupt-Nutzer-Gruppe jemand gehört, d.h. welche Funktionen für ihn im Vordergrund stehen: Entertainment, Kommunikation oder Information. Danach richtet sich die Ausstattung der Endgeräte. Ich zum Beispiel bin ein informationshungriger und kommunikativer Nutzer. Mein Handy braucht kein Mobile TV, Musik höre ich (noch) nicht mit meinem Handy. Aber ohne breitbandige Verbindung und komfortable Bearbeitung von Emails und Lesen von RSS Feeds kann und will ich nicht sein.

Hier geht es noch zur Meldung bei USA Today.

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Über Heike Scholz 3409 Artikel
Nach über zehn Jahren als Strategieberaterin für internationale Unternehmen gründete die Diplom-Kauffrau 2006 mobile zeitgeist und machte es zum führenden Online-Magazin über das Mobile Business im deutschsprachigen Raum. Heute ist sie ein anerkannter und geschätzter Speaker und gehört zu den Influencern der deutschen Internet-Szene. Weiterhin ist sie Beiratsmitglied für die Studiengänge Angewandte Informatik und Mobile Computing an der Hoschschule Worms. Als Co-Founder von ZUKUNFT DES EINKAUFENS, begleitet sie die Digitale Transformation im stationären Einzelhandel. Sie berät und trainiert Unternehmen, die sich den Herausforderungen der Digitalisierung stellen und fördert mit ihrem Engagement die Entwicklung verschiedener Branchen und Märkte.

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