Sprach-MMS von Vodafone: Wo ist der Nutzen?

mobile marketing guide

Diese Pressemeldung kam gerade bei mir rein:

Ab sofort bietet Vodafone als erster Netzbetreiber mit der „Vodafone Visual Mailbox“ eine neuartige Mailbox, die Nachrichten per Sprach-MMS direkt auf das Handy weiterleitet. Damit wird jede Sprach­nachricht direkt auf dem Handy bereitgestellt. Vorteil für den Kunden: Die Nachricht ist ganz bequem mit einem Klick verfügbar und die Mailbox muss nicht extra abgehört werden. Die Nutzung der neuen Mailbox-Generation ist für alle Vodafone-Kunden kostenlos. […]

Hinterlässt ein Anrufer eine Nachricht auf der Mailbox, wird diese per Sprach-MMS direkt auf das MMS-Handy geschickt. Durch Öffnen der MMS wird die hinterlassene Nachricht automatisch abgespielt. Erstmalig ist jede Mailbox-Nachricht so mit nur einem „klick“ sofort verfügbar und kann, unabhängig von der Reihenfolge der Nachrichten auf der Mailbox, direkt ausgewählt werden. Das bisherige Lesen der SMS-Benachrichtigung und der anschließende Anruf zur Mailbox entfallen. Der Kunde entscheidet, wann er die Nachricht öffnet. Er kann sie beliebig oft abspielen und als Text- oder Sprachnach­richt beantworten bzw. weiterleiten oder auf dem Handy speichern. Das verwalten der Mailbox-Nachrichten ist damit so einfach, wie Kunden es bisher von SMS und E-Mails kennen. Das verkürzt die Reaktionszeit erheblich. Jeder Anrufer hat Gewissheit, dass seine Nachricht direkt zugestellt wird und kurzfristig vom Angerufenen abgehört werden kann. Alle Nachrichten werden zusätzlich wie bisher in der Mailbox gespeichert und können dort wie gewohnt abge­hört werden. Der Service steht bei allen Rufumleitungen zur Verfügung, egal ob besetzt ist, keine Antwort erfolgt oder das Handy ausgeschaltet ist.

Vodafone Visual Mailbox steht ab sofort allen Vodafone Mailbox Nutzern in einem Laufzeitver­trag von Vodafone kostenfrei zu Verfügung und kann einfach über den Anruf unter der kos­tenlosen Sonderrufnummer 12051 gebucht werden. Die Visual Mailbox kann mit MMS-fähigen Handys genutzt werden.

So auf den ersten Blick sehe ich hier jetzt nich so wirklich die Innovation. Der Vorteil für den Nutzer, nun seine Sprachnachrichten auf dem Handy und nicht mehr serverseitig beim Provider zu haben, erschließt sich mir nur bei Leuten, die ihre Nachrichten archivieren wollen. Für alle anderen ist es nett, aber nicht wirklich revolutionär. Oder erkenne ich nur irgendetwas nicht?

Anders sieht es da bei Spinvox aus. Hier erhält man seine Mobilbox-Nachrichten dank der Voice-to-Text-Konvertierung als Textbotschaft (SMS und Email). Hatte ich ja schon in diesem früheren Artikel beschrieben.

 

Avatar for Heike Scholz
Über Heike Scholz 3409 Artikel
Nach über zehn Jahren als Strategieberaterin für internationale Unternehmen gründete die Diplom-Kauffrau 2006 mobile zeitgeist und machte es zum führenden Online-Magazin über das Mobile Business im deutschsprachigen Raum. Heute ist sie ein anerkannter und geschätzter Speaker und gehört zu den Influencern der deutschen Internet-Szene. Weiterhin ist sie Beiratsmitglied für die Studiengänge Angewandte Informatik und Mobile Computing an der Hoschschule Worms. Als Co-Founder von ZUKUNFT DES EINKAUFENS, begleitet sie die Digitale Transformation im stationären Einzelhandel. Sie berät und trainiert Unternehmen, die sich den Herausforderungen der Digitalisierung stellen und fördert mit ihrem Engagement die Entwicklung verschiedener Branchen und Märkte.

2 Kommentare

  1. Ehrlich gesagt klingt das für mich nach dem verzweifelten Versuch, das Voicemail-Feature des iPhones in Zusammenarbeit mit AT&T so gut es eben geht zu kopieren – da kann man sich die Nachrichten ja auch in einer Liste ansehen und in beliebiger Reihenfolge anhören und muss nicht erst alle vorherigen ‚ertragen‘.

    Und so gesehen ist das ja schon ein Vorteil – wenn ich in meiner Inbox sehe, dass ich drei Nachrichten habe und ich, das kam im Artikel nicht ganz raus, auch bereits sehe, von wem (insofern die Nummer übertragen wurde), kann ich mir nur die eine raussuchen und anhören, die mich jetzt gerade interessiert, ohne erst die anderen beiden überspringen zu müssen. Und zu allem negativen Überfluss wären sie ja dann auch schon als ‚gehört‘ gekennzeichnet, wodurch ich beim nächsten Abruf der Mailbox mir erst wieder alle neuen anhören müsste, bevor ich überhaupt an die archivierten komme.

    Ich frage mich allerdings, ob a) die Sprachqualität darunter leidet und b) durch dieses Feature die ja ansonsten erstaunlich lange Sprechzeit für den Anrufenden verkürzt wird. Das finde ich nämlich eigentlich sehr komfortabel, dass man nicht nach 30 Sekunden mitten im Satz abgewürgt wird wie bei einigen Stand-Alone-ABs. Nicht, dass man sich nicht kürzer fassen könnte, aber… :-)

    Ich denke, ich werde es einfach mal ausprobieren, sobald ich diese Fragen mit der Vodafone-Hotline geklärt habe.

  2. Ich gebe zu, dass das direkte Anwählen der jeweiligen Nachricht ein Vorteil ist. Mir geht dennoch diese Lösung nicht weit genug, was allerdings daran liegen kann, dass ich nun schon von Spinvox verwöhnt bin. Hier erhalte ich meine Sprachnachrichten als SMS und/oder Email. Die Sprach-Text-Konvertierung klappt übrgigens hervorragend. Befinde ich mich in einer Situation, in der ich mein Handy nicht ans Ohr halten kann oder will (in Meetings oder Veranstaltungen), sehe ich dennoch wer was von mir möchte. Spinvox hat natürlich noch mehr ausgesprochen intelligente Features, für die ich auf meine entsprechenden Blogbeiträge verweise.

    Mich würde auch jeden Fall interessieren, was die Vodafone-Hotline gesagt hat, ob Du den Dienst ausprobierst und vor allem, welche Erfahrungen Du damit machst.

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*