Smartshopper, Handys und neue Technologien für das Mobile Marketing, Teil 2: Suchen und Finden wird mobil

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Im ersten Teil dieser kleinen Reihe habe ich mich mit dem Umgang mit Informationen beschäftigt. Schauen wir nun auf das Suchen und Finden dieser Informationen.

Im Jahr 2009 sollen laut Gartner 2,6 Milliarden Mobiltelefone weltweit im Einsatz sein, das sind mehr als alle Fernsehgeräte und PCs zusammen. Bereits Ende 2008 sollen mehr als 600 Millionen Handys über einen Internetzugang verfügen (CTIA, MMA Global). Das ist für den ständig informationshungrigen Konsumenten der Himmel auf Erden. Zugang zu allen Informationen, überall, rund um die Uhr, ubiquitär eben.

Und hier geht der Wunsch nicht nach einem miniaturisierten Desktop. Die Informationen, die der Nutzer mobil abrufen will, müssen schnell und vor allem spezifisch verfügbar sein. Wer schon einmal mit seinem Handy auf normalen Webseiten gesurft hat, weiß was ich meine. Eine neue Untersuchung von Informa Telecoms & Media, Mobile Search & Content Discovery, belegt, dass die simple Übertragung der bekannten Suchlösungen vom Internet auf mobile Devices nicht funktionieren wird, sondern personalisierte Suchfunktionen notwendig werden. Peggy Anne Salz, Autorin der Studie sagt, “basic mobile search places the burden on users to know what they want and grapple with handset limitations such as screen size. However, personalized search will ensure that content matches based on information such as users profiles, preferences, click history, time of day and location, will encourage users to explore the content at their finger tips and discover content they didn’t know they wanted in the first place, thus driving additional data revenues”.

Google hat bereits seine Dienste mobilisiert: Google Mobile (Websuche, Bilder, News, lokale Inhalte), Google Maps, Google Mail, Google personalisierte Startseite, Google SMS. Und das sind nur die deutschsprachigen.

Yahoo geht einen etwas anderen Weg. Die Nutzer sollen E-Mails, die im Internet-Postfach eintreffen, gleich auch auf den Handys lesen und beantworten können, den eigenen Web-Kalender jederzeit griffbereit haben, Fotos schießen und direkt ins Internet stellen. Nachrichten oder Börsenkurse sollen ebenfalls automatisch den Weg auf den Handybildschirm finden. Im Gegensatz zu Google setzt Yahoo dabei auf das Push-Prinzip, das schon dem Blackberry zum Durchbruch verholfen hat: Neue Nachrichten werden nicht erst auf Anfrage vom Netzwerkrechner übermittelt, sondern direkt aufs Handy gefunkt.

Die beiden größten Handyhersteller Nokia und Motorola, die zusammen mehr als die Hälfte des Weltmarktes beherrschen, werden die Yahoo-Software auf ihren Handys installieren. „Im vierten Quartal kommt eine Version von Yahoo Go heraus, die auf 80 Prozent der Handys von Nokia und Motorola vorinstalliert sein wird“, sagte Börries [Senior Vice President Connected Life von Yahoo, Anm.d.Red.].

Es ist unnötig zu erwähnen, dass auch andere aktiv sind: AOL Mobile, Technorati Mobile, 4INFO etc. Alle wollen vom „mobilen Kuchen“ etwas abbekommen. Es wundert nun nicht mehr, dass die bereits im ersten Teil erwähnte amazon-Preissuchmaschine pricenoia in Form einer Java Applikation ebenfalls mobil nutzbar ist.

Das Potential, dass hier insb. in den westlichen Ländern steckt, machen folgende Zahlen deutlich. Während 76% der japanischen Nutzer bereits mit ihren Mobiltelefonen online gehen, sind es in den USA nur 12%. Von den über 80 Millionen Handys, die es Ende dieses Jahres in Deutschland geben wird, haben nur 9 Millionen einen Internetzugang, was gut 11% entspricht (ASV).

In den nächsten Tagen wird der dritte Teil „(Dumme) Dinge der realien Welt werden zu Informationsträgern“ erscheinen.

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Über Heike Scholz 3371 Artikel
Nach über zehn Jahren als Strategieberaterin für internationale Unternehmen gründete die Diplom-Kauffrau 2006 mobile zeitgeist und machte es zum führenden Online-Magazin über das Mobile Business im deutschsprachigen Raum. Heute ist sie ein anerkannter und geschätzter Speaker und gehört zu den Influencern der deutschen Internet-Szene. Weiterhin ist sie Beiratsmitglied für die Studiengänge Angewandte Informatik und Mobile Computing an der Hoschschule Worms. Als Co-Founder von ZUKUNFT DES EINKAUFENS, begleitet sie die Digitale Transformation im stationären Einzelhandel. Sie berät und trainiert Unternehmen, die sich den Herausforderungen der Digitalisierung stellen und fördert mit ihrem Engagement die Entwicklung verschiedener Branchen und Märkte.

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