Quo vadis, Mobile Web?

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Auf Mobile2Null hat ein Artikel meine Aufmerksamkeit erregt, in dem es um die Zukunft des Mobile Web geht. Russell Beattie, der mit Mowser einen von der Grundidee her sehr klugen Versuch unternommen hat, das Internet auf dem Handy zu fördern, stellt diesen Dienst nun ein, da er nicht mehr an den Durchbruch des Mobile Web glaubt. Es lässt aufmerken, wenn ein Pionier sich enttäuscht von einer Idee abwendet, in die er Jahre seines Lebens investiert hat. Doch hat Beattie wirklich Recht mit seiner düsteren Prognose, oder spricht dort ein enttäuschter Veteran, dessen Geschäftsmodell seine Erwartungen nicht erfüllt hat?

Ich sehe die Zukunft nicht so schwarz wie Russell Beattie und glaube, wir kommen einer weitverbreiteten Nutzung von Webinhalten auf dem Handy näher. Meine Hoffnung nährt beispielsweise das Aufkommen von WLAN-Handys, die User bereits an das Internet auf dem Telefon gewöhnen, ohne dass sie Angst vor den Kosten haben müssen. Auch der Pushdienst für E-Mails, den Vodafone für 5 Euro anbietet, geht in die richtige Richtung. Es wird eine Entwicklung in kleinen Schritten sein, und wer von Verhältnissen wie in Japan und Südkorea träumt, riskiert bitter enttäuscht zu werden – doch wenn Russell Beattie mich zur Beerdigung des Mobile Web einladen würde, ich würde nicht hingehen.

Über den Autor:
Marc arbeitet seit 2007 beim Trendforschungslabel TrendONE in Berlin und Hamburg als Trend Analyst im Bereich Mobile, Web und Digital Life. Im Zuge seiner Recherchen beobachtet er gesellschaftliche Entwicklungen, die Entstehung neuer Applikationen und Wandel im Benutzerverhalten. Mehr über Marc bei XING.

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3 Kommentare

  1. Russell Beattie bezieht sich allerdings nur auf mobile Websites oder Serverdienste wie Mowser, die ein Small Screen Rendering anbieten (auch wenn das ein Ausdruck von Opera ist). Für „Full Browser“ sieht er durchaus eine Zukunft – wenn auch nur auf leistungsfähigen Geräten.

  2. Da haben Sie natürlich recht. Sehen Sie mir die Zuspitzung von Beatties Ausführungen nach. Ich denke, es geht beim Mobile Web eher um eine generelle „Gewöhnung“ des Users an das Internet auf dem Handy, bei der für mich Art und Format der Website eher zweitrangig scheint. Von daher würde ich die Grenze nicht ganz so scharf ziehen wie Beattie. Mal sehen, wie es weiter geht!

  3. Ich bin ganz Ihrer/Deiner Meinung. Beattie benutzt den Begriff „Mobile Web“ untypisch. Darauf wollte ich nur hinweisen.

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