Palm Pre Night: Licht und Schatten

mobile zeitgeist

Gestern abend war ich auf der Palm Pre Night hier in Hamburg (im Au Quai), dem Launch-Event für Business Kunden von O2 Germany. Als jemand, die sich schon beim US-Launch ausführlich mit dem Palm Pre beschäftigt hat, war an Informationen sicherlich nichts Neues für mich dabei, aber ich hatte einfach einmal Gelgenheit, etwas länger mit dem Palm Pre herum zu spielen. Wie immer, gibt es hier bei uns auf mobile zeitgeist kein detailliertes Review zu dem Device, sondern „nur“ eine absolut subjektive Meinung.

Das erste, was mir wieder auffiel ist das (nicht vorhandene) Gewicht des Pre. Das Gerät ist wirklich extrem leicht, nicht besonders flach und kommt mit einer Hochglanz-Plastikschale. Eben dieses Plastik lässt den Pre dann auch leider etwas billig wirken, aber ist eben extrem leicht. Zugeklappt überzeugt er mit runden Formen, schiebt man ihn jedoch auf, enttäuschen die scharfen Kanten insbesondere rund um das Tastaturfeld. Die Tastatur selbst ist okay, selbstverständlich nicht so gut wie die meines Nokia E71. Das Display ist gut, soweit ich das bisher beurteilen konnte.

Wirklich gut gemacht ist die Integration der Funktionen, eine echte Stärke des Palm Pre. Alle Basisfunktionen, die ein Mobiltelefon ausmachen, greifen ineinander und sind einfach und intuitiv bedienbar. Hiervon können sich manch andere Hersteller wie Nokia und auch Apple noch eine Scheibe abschneiden. Absolut genial finde ich auch die Multitaskingfähigkeit, die es erlaubt, beliebig viele Applikationen nebeneinander geöffnet zu haben. Man flippt dann mit sehr angenehmen Streichen durch die geöffneten, verkleinerten Fenster. Was allerdings dann auf der Strecke bleibt ist die Performance des Pre. Er wird dann wirklich so langsam, dass der Spass schnell vergeht. Hier muss Palm unbedingt noch etwas tun, sonst wird das Schneckentempo zum Showstopper. Was gestern abend sicherlich noch erschwerend hinzu kam war die Tatsache, dass der Netzempfang nicht besonders gut war. Es wurde sogar zugegeben, dass immer wenn ein großes Schiff vorbei fährt, der Netzempfang abreissen würde. Vielleicht war die Location in dieser Beziehung nicht ganz so glücklich gewählt.

Mein kurzes und nicht objektives Fazit zum Palm Pre: Ein angenehmes und sehr gut bedienbares Gerät mit vielen wirklich schönen Features, mit seinem Fokus auf den anspruchsvollen Durchschnittsnutzer richtig ausgerichtet. Um uns Verrückte und Mobile Nerds zu überzeugen muss der Palm Pre noch besser werden. Er ist definitv zu langsam und die begehrten Apps fehlen. In jeder Diskussion gestern abend wurde zum Vergleich natürlich der Apple App Store heran gezogen und ich finde, dass genau dieser Vergleich extrem hinkt. Aber da beißt die Maus einfach keinen Faden ab, Palms App Store ist noch zu leer. Das muss sich schleunigst ändern, sonst rechne ich nicht damit, dass der Palm Pre ein Erfolg werden wird. Schafft es Palm nicht, die Developer zu überzeugen, was nicht zuletzt daran liegt, ob eine ausreichende Anzahl von Geräten ausgerollt werden kann, dann sehe ich große Probleme auf Palm zukommen.

Würde ich einen Palm Pre nutzen? Uneingeschränkt ja. Würde ich mir einen Palm Pre kaufen? Wenn ich ihn über Apps erweitern kann, so dass er zu „meinem“ Gerät wird und die Performance entschieden besser wird, ja. Wo würde der Palm Pre (Apps und bessere Performance vorausgesetzt) im Ranking meiner persönlichen Devices liegen? Platz 1 HTC Hero, Platz 2 Nokia E71, Platz 3 Palm Pre, Platz 4 iPhone, Platz 5 Nokia N95.

Der Palm Pre ist ab dem 13. Oktober 2009 bei O2 erhältlich.

Direkt von der Veranstaltung gestern habe ich getwittert „Die #palmprenight ist unangenehm chauvinistisch. #fremdschämen“ und wurde bereits auf facebook gefragt, warum das so gewesen sei. Glücklicherweise habe ich meine Kamera (Flip Mino) mitlaufen lassen. Jeder kann sich nun von den Herren dort auf der Bühne einen eigenen Eindruck verschaffen. Zu sehen sind von Palm James Alan Miller und am Ende des zweiten Teils noch der Moderator des Abends Oliver Schwesinger, bekannt als Moderator beim DSF.

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=tDQykVv1mAo[/youtube]

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=RfkpiTmotrs[/youtube]

Avatar for Heike Scholz
Über Heike Scholz 3408 Artikel
Nach über zehn Jahren als Strategieberaterin für internationale Unternehmen gründete die Diplom-Kauffrau 2006 mobile zeitgeist und machte es zum führenden Online-Magazin über das Mobile Business im deutschsprachigen Raum. Heute ist sie ein anerkannter und geschätzter Speaker und gehört zu den Influencern der deutschen Internet-Szene. Weiterhin ist sie Beiratsmitglied für die Studiengänge Angewandte Informatik und Mobile Computing an der Hoschschule Worms. Als Co-Founder von ZUKUNFT DES EINKAUFENS, begleitet sie die Digitale Transformation im stationären Einzelhandel. Sie berät und trainiert Unternehmen, die sich den Herausforderungen der Digitalisierung stellen und fördert mit ihrem Engagement die Entwicklung verschiedener Branchen und Märkte.

5 Kommentare

  1. Ich habe gestern die Vorpremiere des Palm Pre im Flagship Store in München besucht. Dort erkannte die Moderation daß wohl die meisten Anwesenden wissen würden um welches Endgerät es sich handeln würde und was dieses kann. Dort war somit der offizielle Teil relativ kurz und man fand sich hauptsächlich dort zusammen um das Gerät kaufen zu können, was auch geschätzte 200 Personen an Ort und Stelle gemacht haben. Leider lief dies etwas chaotisch ab. Zuerst stellte man einen Vertrag bei einem der Shop-Mitarbeiter aus. Der Vertrag würde dann kurz zur Schufa geschickt und etwa eine halbe Stunde später konnte man das Gerät an der Kasse abholen. Bei dem Andrang und der Menge der ganzen Verträge und Bestätigungen die rumflogen waren die Shop Mitarbeiter aber recht unter Druck und hatten keine 10 Sekunden um sich mal auszuruhen. Glücklicherweise habe ich meinen Pre schon nach nur 2 Stunden Wartezeit bekommen (dabei war ich noch bei den ersten 30 mit dabei…
    Was das Gerät selber betrifft, so unterstreiche ich das, was hier schon geschrieben wurde. Das Handy ist überraschen klein und leicht. Allerdings ist die Verarbeitung und die verwendeten Materialen leider nicht sehr überzeugend. Wenn man kalt-trockene Hände hat (was jetzt im Herbst ja durchaus passiert, bei den aktuellen Temperaturen… Brrrr….) dann ist der runde Palm fast so ungreifbar wie ein Stück Seife… Der Abgleich mit meinem Google-Account funktionierte tadellos und nach wenigen Momenten hatte ich schon alle meine Mails, Kontakte und Termine im Pre – das war wirklich sehr angenehm. Das setzt aber natürlich auch voraus, dass man einen entsprechenden Account besitzt und dort schon zuvor brav alles eingetragen hat. Was die Software insgesamt betrifft, so finde ich dass alles schon noch einen gewissen Beta-Charme hat (positiv ausgedrückt…). Ob ich das Pre behalte oder wieder zu meinem E71 zurückkehre weiss ich noch nicht…

  2. palm pre night in berlin war leider ebenso peinlich und unangenehm…
    „wissen sie denn was eine app ist??“
    „wir haben hier leute, die ihnen das gerät gern erklären, das gilt natürlich besonders für die frauen unter ihnen“
    sorry, aber wollen die keine frauen als kunden, oder was soll das??
    der dsf-moderator startet mit fragen rund um den fußball. dazu die location, die zwar wunderschön war, aber sehr langgestreckt und mit vielen pfeilern, so dass man weder moderatoren noch palm pre sehen konnte.
    ganz klar, da haben o2 und palm die chance verpasst, ein tolles produkt entsprechend in szene zu setzen.
    absoluter fehlgriff – chance verpasst – schade :(

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*