Nachlese: Mobile Internet World 2007

mobile zeitgeist

Neben der FoM, über die Timo bereits berichtet hat, fand letzte Woche noch eine Messe statt, die sich mit der Weiterentwicklung des mobilen Internet beschäftigte. Die Yankee Group hat erstmals Schwergewichte wie Tim Berners-Lee nach Boston zur dreitägigen Mobile Internet World 2007 nach Boston geladen.

Die Messe selbst war klein gehalten und konnte mit den üblichen Verdächtigen aufwarten. Nokia, Ericsson, gehörten genauso zu den Sponsoren wie TI oder Qualcomm. Access, der Hersteller von Browser Software, war besonders engagiert, lud alle Teilnehmer zum feinen Mittagessen (mit Keynote) und hatte mit Abstand die grösste Ausstellerfläche. Google dürften den Herren aus Japan allerdings mit Android etwas die Show im Vorfeld gestohlen haben. Access warb aktiv um deren Mobiltelefonplatform auf Basis von Linux – konnte bei weitem aber nicht so viel Aufsehen erregen wie Google. Die meistbenutzteb Schlagwörter, die sich nebenbei hervorragend für das nächste Bullshit Bingo eignen, waren

  • Open Internet
  • Free Internet
  • One Internet
  • Open Platform

Access zeigte die Weiterentwicklung deren NetFront Browser in der Version 3.4, der nun auch AJAX und Browserwidgets bringt. Samsung und Sony Ericsson gehören zu den Standardkunden von Access im Browsermarkt – v3.4 soll ca. Q1/08 mit auf den ersten Telefonen ausgeliefert werden.

Apropos Widgets – Zumobi zeigten deren neues Widget artiges Produkt, das die Auffindbarkeit von Lieblingsseiten erleichtern soll. S60 stellte die Web Runtime Browser Widgets der kommenden Symbianbrowser Generation vor, wobei ein paar Meter weiter Nokia Widsets herzeigte. Der Unterschied? Widsets läuft auch auf Nicht-Nokia Telefonen.

Ist das also die Zukunft des mobilen Internet? Widgets? Offensichtlich ist dies zumindest die nächste Evolutionsstufe, wobei diese bei weitem nicht das Potential eines Mobiltelefon ausschöpfen kann. Keine der vorgestellten Widgetengines kann auf Telefonfunktionen (z.B. Adressbuch) zugreifen und können damit nur ein billiger Abklatsch von Web 2.0 Portalen auf einem Miniscreen sein. Dazu darf ich einen Artikel über FOM zitieren:

Charles McCathieNevile of Opera talked about web browsing and without a doubt, wins the Best Comment of the Day prize with his one liner about widgets: “Yeah, because I need another clock right?”

Der Fokus der Messe war richtig und ich hoffe, dass die Fortsetzung im Oktber 2008 eine gelungene Fortsetzung wird, allerdings wäre eine Verschiebung von den Infrastrukturbetreibern Nokia, Ericsson, TI hin zu denen die das Mobile Internet wirklich treiben werden, nämlich den Serviceanbietern wie Google, Yahoo oder Vodafone wünschenswert.

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Über Philipp Nagele 190 Artikel
Philipp Nagele war unter anderem Produkt Manager bei einem grossen und namhaften Mobilfunkbetreiber und gehört heute zum Team von Wikitude. XING.

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