Nachlese: Future Of Mobile in London

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Mitte der letzten Woche war ich in London auf der Veranstaltung „Future of Mobile“. Dabei handelte es sich um einen Kongress mit starkem Fokus auf Entwickler von mobilen Internetseiten. Die Veranstaltung war mit über 400 Teilnehmern ausverkauft und rundum gelungen.

Tony Fish brachte zu Beginn einen interessanten Aspekt in seiner Keynote in die Diskussion, der besonders auch für Werbung treibende Unternehmen relevant ist. Ein großer Vorteil des Handys ist ja bekanntlich, dass User es immer dabei haben und somit auch am „Point of Creation“ entsprechend verfügbar ist. Diese Form von Kreation steht dem bloßen (Werbe-)Konsum natürlich diametral entgegen. Tony Fish empfiehlt daher eine ausgewogene Balance zwischen beiden Polen, damit mobile Projekte auch erfolgreich werden.

Im Anschluss folgten einige Vorträge über die Erstellung von mobilen Websites. Wie kann die User Experience erhöht werden? Wie optimiert man Seiten für unterschiedliche Handsets? Wie können die Seiten getestet werden? Dabei wurden unterschiedliche Ansätze vorgestellt und es ging u. a. auch wieder um die Diskussion um das „one Web“ versus „mobile optimiertes Web“. Vielleicht verstehe ich die Diskussion nicht ganz, aber meiner Meinung nach ist sie zu technisch. Befürworter von mobilen Websites heben die Beschränkungen von Handys hervor und betonen die Wichtigkeit eines schnellen Informations- bzw. Funktionszugriffs von unterwegs. „One Web“ Sympathisanten führen iPhone und neue Browser wie OperaMini an, die extra Seiten für Handys überflüssig machen. Meiner Meinung haben beide Recht. Es sollte nicht notwendig sein, vom technischen Aspekt, Websites extra für Handys zu programmieren. Inhaltlich ist dies aber unabdingbar, da sich die Nutzungssituationen zwischen mobil und stationär grundlegend unterscheiden können. Von daher wird es immer auch inhaltlich unterschiedliche Seiten geben.

Nach der Pause ging es weiter mit kommenden Trends in der Entwicklung von mobilen Websites wie SVG, DOJO, Widgets etc. Der neue OperaMini wurde vorgestellt und das iPhone. Hierbei kam auch die bis dahin längste Diskussion auf. Neben den bekannten Lobeshymnen kam aber nicht viel bei rum.

Im Anschluss wurde erstmals Googles Android einem öffentlichen Publikum vorgestellt und außerdem die Open Handset Alliance. Beides begleitet von der intensivsten Diskussion an diesem Tag. Das Wort, welches hierbei von Dave Burke (Google) am meisten benutzt wurde, war „open“. Android ist wirklich und in echt und so was von „open“ wie sonst noch nichts im mobile Business. Ein Statement, dem man glauben darf. Denn Googles Geschäftsmodell ist ja nicht der Verkauf von Software oder Services, sondern das Sammeln von Userdaten, die bei der Nutzung ihrer Produkte entstehen und auf deren Basis individuelle Werbung geschaltet wird.

Der letzte Themenblock widmete sich schließlich einem Blick in die Zukunft und behandelte Handys und GUIs der nächsten Jahre. Bis 2012 soll sich das Handy ja samt mobilem Internet zu einem Massenmedium entwickeln. Auch z. B. NFC wird bis dahin eine glorreiche Zukunft vorausgesagt. Ich bin ebenfalls der Meinung, dass in wenigen Jahren das Internet vor allem über mobile Devices genutzt wird. 2012 klingt allerdings immer recht abstrakt und weit entfernt. Ich weiß nicht mehr, wer mit diesem Bild aufwartete, aber ein Sprecher des letzten Themenblocks zeigt das Logo der Olympischen Spiele in London, um zu unterstreichen, wie nah 2012 ist. Und ich muss sagen, dass es durchaus Wirkung zeigte.

Insgesamt war „Future Of Mobile“ eine gelungene Veranstaltung. Sehr auffällig war auch das junge, „Internet mäßige“ Publikum, welches für eine kreative Grundstimmung sorgte. Der Veranstaltungsort war ein IMAX Kino mit einem sehr steil gebauten Zuschauerraum. Ich saß meist sehr weit oben und war hocherfreut wie viele Leute, während der Veranstaltung, mit ihrem Handy im Netz waren. Ein untrügerisches Zeichen, dass die Zuschauer tatsächlich an der „Future of Mobile“ interessiert sind und an sie glauben.

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Über Timo Wilks 193 Artikel
Timo Wilks ist durch seine Projekte ganz dicht am Mobile Business und hat sich Anfang 2007 selbständig gemacht. Heute ist Timo freier Berater und Projektmanager für Web- und Mobile Projekte. Er lebt und arbeitet in Hamburg. XING.

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