[MWC] JavaFX mobile

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index Einer unserer Leser aus der Developmentecke hat mich vorab gefragt, ob ich mir den Stand von Sun mal näher ansehen könnte und Infos rund um JavaFX mobile bekomme.

JavaFX – Sun’s Antwort auf Adobe AIR

JavaFX 1.0 wurde letzten Oktober offiziell von Sun für PCs vorgestellt. Entwickler sollen damit „rich media applications“ mit Hilfe von Java und SVGs bauen können. Der Ansatz gleicht dem von Adobe AIR und zielt darauf ab, Desktop- und Webapplikationen entwicklungsseitig zu vereinheitlichen.

Seit voriger Woche steht nun die Version 1.1 von JavaFX zur Verfügung, die nun JavaFX mobile beinhaltet. Damit wird die Funktionalität auf Mobiltelefone gebracht. Hauptvorteil von JavaFX soll die einfachere Handhabe von komplexen GUIs auf Mobiltelefonen sein (Stichwort SVG). Ähnlich Flash und ActionScript gibt es auch eine Skriptsprache (JavaFX script) zur Steuerung.

Am Sun Stand gab es eine kleine Kostprobe mit Hilfe einer Demoapplikation. Das Interface zeigte einen Kartenausschnitt mit Tags von Lokalen, die sich beliebig anklicken lassen. Alle Demotelefone liefen unter Windows Mobile (SonyEricsson X1, LG) – wohl weil es am einfachsten war einen Emulator auf WinMo aufzubauen. Über zukünftige Telefone wurde noch nichts gesagt, jedoch werden SonyEricsson und LG als Partner eine Rolle spielen.

Bedeutung für Entwickler

Noch ist es zu früh um konkrete Aussagen über die Rolle von JavaFX mobile zu machen. JavaFX mobile könnte aber aus mehreren Gründen interessant sein

  • im Gegensatz zu FlashLite bietet JavaFX den natürlicheren Evolutionspfad für etablierte J2ME Applikationen
  • neue Möglichkeiten zur Entwicklung von GUIs bzw. eine Vereinfachung der Entwicklung – ob sich die GUI Entwicklung von der Businesslogik trennen lässt, wage ich zu bezweifeln
  • schnelle Portierung von Webdiensten bzw. Desktopapplikationen auf Mobiltelefone

Wie denkt ihr über die neue Technologie? Interessant, oder zu komplex?

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Über Philipp Nagele 190 Artikel
Philipp Nagele war unter anderem Produkt Manager bei einem grossen und namhaften Mobilfunkbetreiber und gehört heute zum Team von Wikitude. XING.

1 Kommentar

  1. Es ist ein interessanter Ansatz. SonyEricsson hat bereits etwas ähnliches mit Flash statt JavaFX umgesetzt: Project Capuchin

    Grundproblem bleibt die Fragmentierung des Marktes.
    J2ME hat scheinbar die größte Reichweite, ist aber zersplittert in unterschiedliche JVM mit unterschiedlichen Bugs und unterschiedlicher JSR Unterstützung, bei der auch die Umbrella JSR 185, 248 wenig helfen.

    Im Vergleich zu der Android und iPhone Entwicklung wirken zudem die Programmieransätze von J2ME antiquiert und kompliziert, was natürlich auch den Anfängen und der langen Lebenszeit von J2ME geschuldet ist. MIDP 3.0 wird seid Jahren spezifiziert, will aber auf MIDP 2.0 aufsetzen. Meiner Meinung nach wäre ein Cut und eine Orientierung an aktueller Hardware und Softwaremethoden der bessere Ansatz.

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