Mobile Payment: So reagieren Händler auf den Umbruch

Foto: unsplash, Jonas Leupe

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Der Handel steht dem mobilen aufgeschlossen gegenüber. Er möchte technologisch auf dem neuesten Stand sein und seinen Kunden eine Auswahl an Bezahllösungen anbieten – dazu gehören auch Mobile-Payment-Lösungen, so die Ergebnisse der aktuellen Händlerbefragung „ mit dem in Deutschland 2019“ der EHI-Mobile-Payment-Initiative. Damit reagiert der Handel auf Mobile-affine Kundschaft von hochgerechnet rund 20 Mio. Verbrauchern in Deutschland (Verbraucherbefragung der EHI-Initiative von 2018), die das schnelle Tempo und die Bequemlichkeit schätzen und sich die Nutzung dieser Alternative zu herkömmlichen Bezahlmethoden gut vorstellen können.

Technologische Voraussetzungen

Der Handel kann sich -basierten mobilen Bezahllösungen nicht verschließen, zumindest wenn ein -fähiges Terminal zur Verfügung steht. Dieses wird von vielen Händlern bereits für kontaktlose Zahlungen eingesetzt. Für Bezahlverfahren mit optischer Identifikation wie PaybackPay, oder WeChatPay sieht es allerdings etwas anders aus: Hier benötigt der einen Bar-oder QR-Code-Scanner an der Kasse, um die Zahlung durchzuführen. Nicht jeder besitzt einen QR-Code-Scanner, zurzeit sind es lediglich 30 Prozent der Befragten. Dieser ist mit zusätzlichen Investitionen verbunden und für die Abwicklung einer „normalen“ Kartenzahlung nicht notwendig. Der nicht zu unterschätzende Vorteil von Barcode-/QR-Lösungen ist allerdings die universelle, systemunabhängige Nutzungsmöglichkeit und die zusätzliche Einsatzoption im E-Commerce.

Akzeptanz der Zahlungsarten

Neben den technischen Voraussetzungen, spielt auch die Akzeptanz der Card Schemes am eine große Rolle. Der Händler muss bereits in der Lage sein, Debit-und Kreditkarten zu akzeptieren, die in der des Smartphones vom Kunden hinterlegt wurden. Erst dann kann eine mobile Transaktion erfolgreich über Verfahren wie -, oder die Sparkassen-App „Mobiles Bezahlen“ durchgeführt werden.

Der Handel (92 Prozent) erhält bis jetzt noch kein Reporting von Zahlungsdienstleistern (Acquirern), wenn es um Transaktionszahlen zu - oder geht. Laut der befragten Händler, können lediglich kontaktbehaftete und kontaktlose Kartentransaktionen gemessen werden.

Kassenpersonal

Die Händler sind sich einig, dass für den Erfolg von Mobile-Payment-Lösungen das Kassenpersonal eine essentielle Rolle spielt. Die Kassierkräfte müssen den Ablauf des Bezahlprozesses verstehen und im Zweifel auch den Kunden vermitteln können. Daher versorgen sie das Kassenpersonal über unterschiedliche Kanäle mit Infomaterial. Genannt haben sie insbesondere das Extranet, Infoflyer am PoS oder die Schulung der Filial- und Kassenpersonalleiter. Für die Einführung von Apple- und Google Pay haben keine gezielten Schulungen stattgefunden, für PaybackPay, Pay und schon. Außerdem wird versucht, die kassenseitige Auslösung des Bezahlvorgangs durch IT-Optimierung einfach und eindeutig zu halten. In der Regel reicht ein Knopfdruck wie auch bei Standard-Kartenzahlungen gewohnt.

Datenschutz

Das Thema Datenschutz und Sicherheit hat für den Handel ebenso höchste Priorität wie für die Kunden. Dem Handel kommt dabei entgegen, dass alle mobilen Bezahltransaktionen über Google – und Apple Pay tokenisiert (verschlüsselt) übertragen werden. Auch das Barcode-basierte System Bluecode arbeitet zur Erhöhung der Sicherheit mit einer Tokenisierung.

Aufklärungsbedarf bei den Gebühren

Weder Handel noch Netzbetreiber sind sich über die genaue Anzahl mobiler Transaktionen oder die exakten Gebühren dafür im Klaren. Zurzeit sind lediglich kontaktbehaftete oder kontaktlose Kartentransaktionen messbar. Da beim mobilen Bezahlen mit dem Smartphone die Kundendaten aus Datenschutzgründen verschlüsselt werden, ist für eine genaue Berichterstattung eine Entschlüsselung derselben nötig. Wie sich dieser Prozess momentan gestaltet und wie er bepreist ist, konnte keiner der Händler beantworten. Wenn es um Gebühren von Apple- und Google-Pay-Transaktionen geht, erwartet der Handel, maximal mit Kosten in Höhe „normaler“ kartengestützter Zahlungsvorgänge konfrontiert zu werden – ohne speziellen Aufpreis für Mobile-Payment-Transaktionen.

Quelle und weitere Infos:

Ute Holtmann: EHI-Händlerbefragung zu Mobile-Payment

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