Mobile Nutzungsszenarien von Webangeboten

iphonebettwaesche

In dem in der vergangenen Woche erschienenen Artikel über die Zukunft des Mobile Internet ist die Aufforderung entstanden, „Mobile “ in der Strategie und Umsetzung von Webangeboten nicht mehr separat zu behandeln, sondern als fest integrierten Bestandteil zu sehen. Schließlich gibt es eben nur EIN Internet. Sowohl Anwendungen wie auch die Eigenschaften und Nutzung von verschiedensten Endgeräte-Typen verschwimmen zunehmend und eröffnen neue Nutzungsszenarien.

Hiermit kam aber zugleich auch die Fragestellung auf, welche mobilen Nutzungsszenarien denn überhaupt bestehen.

Generisch betrachtet gibt es gewiss zahlreiche Nutzungsszenarien, ebenso wie es zahlreiche Webangebote gibt, von denen jedes potentiell eine ganz eigene Verwendung mitbringen kann. Daher sollen an dieser Stelle keine einzelnen Szenarien herausgegriffen werden, sondern ebenso generisch Nutzungsszenarien gesammelt werden. Ebenso wurde dabei bewusst auf eine Bewertung der einzelnen Punkte verzichtet um keine Einschränkungen vorzugeben. Die unten stehende Liste ist daher als Inspirationsquelle zu verstehen, welche bei der Planung und Konzeption von Webangeboten Anwendung finden kann, um dabei konkret auf verschiedenste Nutzungssituation einzugehen.

Da die mobilen Nutzungsszenarien aber stark vom Endgerät und dessen spezifischen Eigenschaften abhängen, soll in einer zweiten Liste umrissen werden, welche Eckpunkte es hier gibt, die bei Webangeboten eine Rolle spielen könnten.

Wie gesagt: Beide Listen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern sollen zur Inspiration dienen. Ergänzungen können und sollen sehr gerne als Kommentar hinzugefügt werden.

Mobile Nutzungsszenarien

Nutzung in Abhängigkeit von Ort und Beschäftigung:

Zuhause

auf dem Sofa vor dem TV
im Kinder-/Jugendzimmer
im Arbeitszimmer
in der Küche
am Esstisch/Frühstückstisch
im Bett

Unterwegs mit einem Verkehrsmittel

in der Bahn
in der U-Bahn
in der S-Bahn
in der Straßenbahn
im Bus
im Auto (Fahrer)
im Auto (Beifahrer/Passagier)
im Flugzeug (ohne Netzzugang und mit Netzzugang)
auf dem Fahrrad
zu Fuß

Ort der „Tagesbeschäftigung“

im Büro
in der Werkstatt/Produktion
in der Uni
in der Schule
Draußen
auf der Straße
am See/Strand
im Park
Sportplatz
bei der Wanderung

Öffentliche Gebäude/Plätze

Hotel
Flughafen/Bahnhof
im Cafe/Restaurant
im Geschäft/Einkaufszentrum
Biergarten/Straßencafe
Ausland
Urlaub
Geschäftsreise

Privat

im Badezimmer
auf der Toilette

Nutzung in Abhängigkeit des inneren Antriebs/der Ursache:

Kommunikation
Langeweile/Zeitvertreib/Spiel
Neugierde
Suche/Information
Bequemlichkeit
Ungeduld
Auslagerung von Routine

Nach Nutzertyp:

Privat/Freizeit
Ausbildung/Weiterbildung
Geschäftlich

Sonstiges:

Nutzer hat keinen Computer

Mobile Nutzung in Abhängigkeit vom Endgerät/der Hardware

Endgerät:

Notebook
Netbook
Tablet (z.B. Apple iPad, Neofonie WePad, HP Slate)
Smartphone (z.B. Apple iPhone)
Mobiltelefon („klassisches“)
Ambient Device (z.B. Ambient Umbrella)

Eingabemöglichkeit & Sensoren:

Tastatur (vollwertig z.B. Notebook)
Tastatur (klein z.B. Netbook)
Tastatur (sehr klein z.B. Blackberry)
Maus
Touchpad (ggf. mit Multitouch)
Touch-Oberfläche des Bildschirms
Lagesensor/Beschleunigungssensor
Helligkeitssensor
Proximity Sensor
Thermometer
Mikrofon

Lokalisierung:

GPS
Cell-ID
Digitaler Kompass
WLAN
IP-Adresse

Ausgabemöglichkeiten:

Bildschirm (groß)
Bildschirm (mittel)
Bildschirm (klein)
Bildschirm (sehr klein)
Lautsprecher (Mono)
Lautsprecher (Stereo)
Vibration

Datenverbindung:

Wifi
Bluetooth
Infrarot
Mobilfunk ( ohne 3G)
Mobilfunk (3G)
Mobilfunk (4G/LTE)

Über den Autor: Niklas Bürger studierte Betriebswirtschaftslehre in München. Schon seit Mitte der Neunziger-Jahre beschäftigt er sich mit dem Internet. Seit den frühen Anfängen des Mobile Internet im Jahr 2000 hat er sich beruflich vor allem auf dieses Themenfeld konzentriert und hat seither dessen komplette Entwicklung mit allen Höhen und Tiefen mitverfolgt. Diese Erfahrung unterstützt ihn heute dabei, Marktentwicklungen einzuordnen und Strategien sowie Konzepte für mobile Anwendungen zu entwickeln. Zur Zeit arbeitet er als Senior Manager bei einem Suchmaschinenanbieter und ist dort für das Thema Mobile Internet verantwortlich.

Bildquelle: blog.ausgefallene-ideen.com/2010/01/10/ipod-bettwaesche-schlaf-mit-deinem-ipod/

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2 Kommentare

  1. Einigermaßen umfassend ist das sicher, nur aus meiner Sicht noch zu wenig systematisch. Vielleicht kann man insgesamt drei Kriterien hinsichtlich Nutzung unterscheiden (abbildbar in drei Dimensionen), etwa

    – Ort der Nutzung (stationär, unterwegs usw.)
    – Art der Nutzung (privat, beruflich)
    – Technische Randbedingungen (Eingabe, Ausgabe, Datenverbindung, Lokalisierung usw.)

    Mir ist aber noch nicht klar, was mit einer solchen Systematisierung erreicht werden soll. Vielleicht kann dies in einem Folgebeitrag noch detaillierter behandelt werden? Vielen Dank im Voraus!

  2. Eine sehr schöne Zusammenstellung! So ein bisschen fehlen mir hier aber diese typischen „Warteszenarien“ – also zB beim Arzt, auf dem Amt, etc. Und auch bei den „Unterwegs“-Szenarien mit öffentlichen Verkehrsmitteln, die du hier ja schon genannt hast, sind das Warten auf die Bahn, den Bus etc. besonders wichtig, glaube ich.

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