Lesetipp: Wann kommt der Daten- und Tarif-Tsunami?

mobile zeitgeist

[Autoren: Hellmut Seiberlich, Dr. Karoline Simonitsch] Im September 2009 prognostizierte  „Unwired Insight“, dass trotz Ausbau von HSPA und HSPA+ die Kapazitätsgrenze der Mobilfunknetze 2010 erreicht wird. Wesentlicher Treiber seien Smartphones und Datacards. Ähnliches von Strand Consult, die in „The Moment of Truth“ das iPhone als „operators worst friend“ bezeichnen.

Entsprechende operative Erfahrungen hat man auch bei AT&T gemacht: Der CEO de la Vega bestätigt, dass 3% der Smart Phone Nutzer 40% des Datenverkehrs dieser Geräteklasse  generieren. Bei AT&T ist der Datenverkehr innerhalb der letzten drei Jahre um fast 5000% gewachsen (das iPhone wird inklusive Datenpaket seit Sommer 2007 verkauft).

Auch in Deutschland sind die ersten Ausläufer der Datenwelle angekommen. Das Handelsblatt titelt am 15.06. „Handynetze sind überlastet“ und zitiert Bernd Theis, der bei der Zeitschrift Connect den Netztest betreut, mit folgendem Fazit: „Es wird eng in deutschen Mobilfunknetzen“. In den österreichischen Medien zwar in der Form nicht zu lesen, aber subjektiv am eigenen iPhone der Autorin und deren privaten und beruflichen Umfeld zu registrieren, in Form von vermehrten Gesprächsabbrüchen, Edge statt UMTS-Verbindung und dergleichen.

Werner Reiter vom österreichischen Marktführer mobilkom austria wird von der Futurezone wie folgt zitiert: „Je besser ausgestattet ein Smartphone ist, desto mehr nimmt auch der Traffic zu“. Laut Reiter sei das auch an den Blackberry-Nutzern festzustellen: Die Datenvolumina bei neuen Blackberrys stiegen von typischen drei Megabyte pro Monat früher auf nunmehr 250 Megabyte und mehr. Das österreichische Forum Mobilkommunikation sieht Österreich international nach wie vor als Vorreiter im Mobilfunk.  15% der Österreicher haben einen mobilen Breitbandzugang und generierten in 2009 ein Datenvolumen von 16,3 Mio. GB (im gleichen Zeitraum waren es in Deutschland nur 33,5 Mio. GB).

Anstatt sich wie bisher jährlich zu verdoppeln, wächst das Datenaufkommen in UMTS-Netzen derzeit um rund 200 Prozent. Die Netzausbauten, Flatrates und Marketingkampagnen verfehl(t)en ihre Wirkung nicht und schlagen sich nun in rasant steigendem Datenverkehr nieder. Doch offenbar sind die Mobilfunker vom eigenen Erfolg überrascht, denn es scheint, als unterschätz(t)en die Mobilfunkbetreiber den Beschleunigungsfaktor im Datenverkehr.

Das Ausmaß zeigt eine Analyse von The Nielsen Company über das Nutzungsverhalten amerikanischer Smartphonebesitzer. Bei der Auswertung von 60.000 Abrechnungen ergab sich eine Zunahme von durchschnittlich 90 MB auf 298 MB pro Monat  in 2010. Dies bedeutet eine Zunahme von mehr als 200%. Allerdings hatten in 2009 über 30% der Nutzer weniger als 1 MB pro Monat Datenvolumen generiert und deren Anteil ist in 2010 immer noch 25%. D.h. ein Viertel der amerikanischen Smartphonebesitzer nutzen das mobile Internet derzeit fast nicht. […]

Weiterlesen auf Seite 9 in der siebten Ausgabe der mobile zeitgeist SPECIALS, diesmal  mit dem Schwerpunktthema “Looking outside – What we can learn from other countries”.

Interesse, in einem der kommenden Specials als Autor dabei zu sein? Eine Vorschau auf die nächsten Schwerpunktthemen gibt es hier. Anzeigenkunden oder Sponsoren sind natürlich ebenfalls herzlich willkommen. Einfach Mail an heikescholz[at]mobile-zeitgeist.com.

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Über Heike Scholz 3371 Artikel
Nach über zehn Jahren als Strategieberaterin für internationale Unternehmen gründete die Diplom-Kauffrau 2006 mobile zeitgeist und machte es zum führenden Online-Magazin über das Mobile Business im deutschsprachigen Raum. Heute ist sie ein anerkannter und geschätzter Speaker und gehört zu den Influencern der deutschen Internet-Szene. Weiterhin ist sie Beiratsmitglied für die Studiengänge Angewandte Informatik und Mobile Computing an der Hoschschule Worms. Als Co-Founder von ZUKUNFT DES EINKAUFENS, begleitet sie die Digitale Transformation im stationären Einzelhandel. Sie berät und trainiert Unternehmen, die sich den Herausforderungen der Digitalisierung stellen und fördert mit ihrem Engagement die Entwicklung verschiedener Branchen und Märkte.

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