Knipsen und übersetzen – Dolmetscher für Handys

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Natürlich ist es naheliegend, einen Sprachführer/Dolmetscher/Übersetzer auf das Handy zu bringen, denn das Mobiltelefon haben wir ja immer dabei. Viele derartige Lösungen erfordern aber eine gute Portion Geduld beim Eintippen der zu übersetzenden Wörter oder Sätze mit einer kleinen Handytastatur. Auf der CeBIT hat Linguatec nun mit „Shoot & Translate“ eine Lösung vorgestellt, mit der dies einfacher werden soll.

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Die Software soll vor allem bei kleineren Übersetzungsaufgaben im Urlaub helfen. Damit sollen Nutzer zum Beispiel unbekannte Schilder oder Menükarten übersetzen.

Der zu übersetzende Text kann entweder über die Handy-Kamera oder wie üblich über die Handy-Tastatur eingegeben werden. Im ersten Fall nutzt die Software eigene Text-Erkennung (OCR), um den Text aus dem Bild zu holen. Dabei erlaubt die Software, das Foto auch zu beschneiden, damit überflüssige Bildfragmente die Text-Erkennung nicht stören. Wichtig ist dabei vor allem, ganze Sätze zu lassen, damit die Übersetzung später besser gelingt.

Nach der Text-Eingabe wird dieser an Linguatec geschickt. Auf dem Server sorgt der »Personal Translator« der Münchener Firma für die Übersetzung. Dabei werden auch Korrekturfunktionen wie SmartCorrect automatisch benutzt, um etwa Tippehler bei der Text-Eingabe zu korrigieren. Die zurückgegebene Übersetzung kann die Software auf dem Handy auch vorlesen.

»Shoot & Translate« soll ab Mai 2008 lieferbar sein. Linguatec bietet sieben Sprachpaare (Deutsch – Englisch, Deutsch – Französisch, Englisch – Französisch, Englisch – Italienisch, Englisch – Portugiesisch (BR), Englisch – Spanisch und Englisch – Chinesisch) und verlangt für die Software 49,- Euro je Sprachpaar. Die Software selbst soll auf einer 1 Gigabyte großen microSD-Karte geliefert werden.

»Shoot & Translate« soll auf internetfähigen Handys, Smartphones und PDAs mit Java-Unterstützung und einer Kamera ab 1,9-Megapixel laufen. Die Liste der unterstützten Mobiltelefone enthält aktuelle Modelle von Nokia und SonyEricsson. Quelle

Also, ich bin nicht überzeugt. Den Preis von 49 Euro finde ich recht stolz und ich frage mich, was ist auf der 1GB-SD-Karte, wenn ich dann doch das Bild immer per MMS an Liguatec schicken muss, damit es erkannt und der darin enthaltene Text übersetzt werden kann. Bei den heutigen Roaming-Kosten, auch wenn diese ebenfalls im Sinkflug sind, wird der Service mit dem Fotografieren dann doch schnell und für die meisten wohl eher unangenehm im Portemonnaie fühlbar.

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Über Heike Scholz 3371 Artikel
Nach über zehn Jahren als Strategieberaterin für internationale Unternehmen gründete die Diplom-Kauffrau 2006 mobile zeitgeist und machte es zum führenden Online-Magazin über das Mobile Business im deutschsprachigen Raum. Heute ist sie ein anerkannter und geschätzter Speaker und gehört zu den Influencern der deutschen Internet-Szene. Weiterhin ist sie Beiratsmitglied für die Studiengänge Angewandte Informatik und Mobile Computing an der Hoschschule Worms. Als Co-Founder von ZUKUNFT DES EINKAUFENS, begleitet sie die Digitale Transformation im stationären Einzelhandel. Sie berät und trainiert Unternehmen, die sich den Herausforderungen der Digitalisierung stellen und fördert mit ihrem Engagement die Entwicklung verschiedener Branchen und Märkte.

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