Keine Blogger-Akkreditierung für die IFA

mobile zeitgeist

Da parallel zur IFA auch das Mobile Marketing Forum der MMA (hier gibt’s übrigens für mobile zeitgeist Leser einen Rabatt in Höhe von 15%) in Berlin statt findet, hatte ich der Messe Berlin ein Fax (online gab es keine Möglichkeit) geschickt und um eine Presseakkreditierung gebeten. Es war nicht nur mobile zeitgeist mehrfach erwähnt, ich hatte auch gleich vermerkt, dass ich keinen Presseausweis besitze. Nun kommt ein Fax (*seufz*) zurück „Bitte senden Sie uns als Nachweis ihrer hauptberuflichen journalistischen Tätigkeit aktuelle, möglichst messebezogene Veröffentlichungen (kein Internet, kein Blog) zu.“ Schade, die Messe Berlin mit der Internationalen Funkausstellung IFA 2009 scheint noch nicht in der Online-Welt angekommen, denn dortigen Veröffentlichungen scheint kein Wert beigemessen zu werden. Im Gegensatz zur IFA sind die meisten anderen Veranstaltungen bis hin zu den Medientagen München bereit, auch eine Bloggerin wie mich zu akkreditieren. Gut, das IFA-Tagesticket für zehn bzw. 30 Euro kann ich mir so gerade noch leisten, aber dennoch finde ich das nicht zeitgemäß.

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Über Heike Scholz 3402 Artikel
Nach über zehn Jahren als Strategieberaterin für internationale Unternehmen gründete die Diplom-Kauffrau 2006 mobile zeitgeist und machte es zum führenden Online-Magazin über das Mobile Business im deutschsprachigen Raum. Heute ist sie ein anerkannter und geschätzter Speaker und gehört zu den Influencern der deutschen Internet-Szene. Weiterhin ist sie Beiratsmitglied für die Studiengänge Angewandte Informatik und Mobile Computing an der Hoschschule Worms. Als Co-Founder von ZUKUNFT DES EINKAUFENS, begleitet sie die Digitale Transformation im stationären Einzelhandel. Sie berät und trainiert Unternehmen, die sich den Herausforderungen der Digitalisierung stellen und fördert mit ihrem Engagement die Entwicklung verschiedener Branchen und Märkte.

6 Kommentare

  1. Sorry Frau Scholz, aber das finde ich … richtig. Zwischen Bloggern und Journalisten besteht ein Unterschied. Ein Journalist ist zur Neutralität und Unabhängigkeit verpflichtet und muss gewisse Qualitätsstandards bei der Recherche und beim Schreiben einhalten. Ihr Blog ist hingegen ein – sicherlich beachtetes und häufig gelesenes – Fachforum. Vermutlich kommen Ihnen aber über die Arbeit am Blog generierten Kontakte sicherlich auch für Ihr Vertriebsgeschäft im gleichen Business zugute, oder? Für einen Journalisten wäre dies ein Interessenskonflikt. Die IFA ist in meinen Augen daher offensichtlich die einzige Messegesellschaft, die sich an das, was eigentlich schon immer galt, noch hält. Was würden Sie als Messegesellschaft mit all den Kommunikationsleuten machen, die für Firmen und Interessengruppen Corporate Blogs betreiben? Die können sie dann auch nicht ausgrenzen…

    • Lieber Freier Journalist,
      bitte bitte nicht noch eine Diskussion über die angeblich neutralen und unabhängigen Journalisten und die angeblich subjektiven und qualitativ „schlechter“ arbeitenden Blogger. Davon haben wir in der schönen weiten Webwelt schon so viele. :) Mir ging es darum, dass der Nachweis einer „hauptberuflichen journalistischen Tätigkeit“ nicht im Internet und nicht in einem Blog (i.d.R. auch Internet) geführt werden darf. Einzig dies erschien mir nicht zeitgemäß.

  2. Oh, lieber „freier“ Journalist,
    da muss ich leider auch Heike unterstützen. Ich sehe die „Qualitätsstandards“ und die „Neutralität“ leider auch nicht als heilige Kuh an, die auf dem Altar der digitalen Medien geschlachtet wird, sondern die eher schleichend durch schlechten und langsamen Journalismus der Papierwelt ausgehungert wurde. Sich der Zukunft zu stellen (und damit meine ich nicht gekauften Beiträgen, das Legitimationswort zu reden) wäre nicht nur für die IFA wichtig. Ein Blog wird nur dann gut sein, wenn er transparent und fachinformativ arbeitet – das was auch für gute Pressearbeit galt.

  3. Na ja, die Herr Raimund Hosch / GF von der Messe Berlin ist ja auch schon etwas älter, Jahrgang 1949 wenn ich nicht irre. Also Frau Scholz, haben Sie bitte ein wenig Verständnis das man da nur „echte“ Journalisten akzeptieren kann.

    — Ironie on —
    Mein Tip: Mobile Zeitgeist ausdrucken (natürlich in Farbe), binden lassen und dann an die IFA Truppe schicken. So wird man als Blogger „kompatibel“ mit der Denkweise der „Internetausdrucker“ die da wohl bei der IFA sitzen.
    — Ironie off —

  4. Liebe unabhängige Journalisten von Mobile Zeitgeist:

    Martin Walter – Mitarbeiter bei YOC
    Patrick Voelcker – Mitarbeiter Mobile & Beyond, Jung von Matt

    Hauptberuflich wird vermutlich dort das Geld verdient…

    Die Messe Berlin verlangt doch lediglich die Vorlage von Nachweisen einer hauptberuflichen Tätigkeit, so schreibt Sie es zumindest online. Vom Ausschluss der Blogger habe ich da nichts gelesen.

    Lieber Herr Walther,
    habe gehört, die Kollegen von Spiegel TV oder BILD sind schneller als die Websociety, wenn sie eine Geschichte interessant finden…;-)

  5. Dass Blogger per se ausgeschlossen werden, davon war auch nirgendwo die Rede. Es ging mir bei meinem Beitrag darum, dass die IFA offensichtlich das gedruckte Wort höher bewertet als das digitale. Würde ich also (was ich leider, leider nicht tue) zu den sehr wenigen Bloggern in Deutschland gehören, die von ihrer Bloggerei direkt ein solches Einkommen beziehen, dass sie keinem anderen Beruf mehr nachgehen müssen, hätte ich dennoch keine Chance, bei der IFA eine Akkreditierung zu erhalten, da mein Blog dummerweise eben nicht in gedruckter Form vorliegt. Allerdings kann es sein, dass hauptberufliche Blogger mittlerweile einen offiziellen Presseausweis erhalten könnten, das weiß ich leider nicht.
    Und nun doch noch etwas zu den unabhängigen Journalisten. Ich kann es mir nicht verkneifen, auf einen wunderbaren Beitrag (ups, schon wieder von einem Blogger) hinzuweisen. Marcel Weiss schaut auf netzwertig.com einmal nach, wie oft die traditionellen Medien über die Hamburger Erklärung berichten (66 Artikel, darunter die großen) und wie viele über die Stellungnahme von Google (14 Artikel, hier schon nicht mehr so viele große). Nur ein Schelm, der hier auch nur ansatzweise vermuten würde, unsere Journalisten wären auch nur von irgendetwas abhängig… ;)

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