Interview: apprupt startet das erste Affiliate Netzwerk für iPhone Apps

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Mit rund 140.000 Applikationen im Apple App Store wird es für Entwickler zunehmend schwierig, überhaupt gefunden zu werden, geschweige denn ein gutes Ranking zu erreichen. Verschiedene Dienstleister bieten unterschiedliche Möglichkeiten, die eigene Sichtbarkeit zu erhöhen, dies reicht vom garantierten Ranking in den TOP25 bis hin zu komplexen Promo-Paketen, die auch Social Media Tools einsetzen. Alles gute und sinnvolle Angebote, leider nur für viele Developer aufgrund der Kosten und der Unsicherheit, ob diese durch die App wieder herein gespielt werden, unattraktiv.

Nun hat ein junges Hamburger Unternehmen einen rein erfolgsabhängigen Service gelauncht, bei dem erst Kosten entstehen, wenn ein Nutzer die App auch herunter lädt. Die Firma apprupt (@apprupt) bietet ein Pay-Per-Donwload-Verfahren an, bei dem pro Download entweder 0,35 Euro oder 30 Prozent des Netto-Verkaufspreises (nach Abzug von Apple’s Anteil) fällig werden. Zum Start des Dienstes schenkt apprupt jedem Developer bei Anmeldung 50 Downloads über das Partnernetzwerk.

Aus der Pressemeldung:

App Developer können ihre Apps über apprupt bei reichweitenstarken Mobile-Partnern einstellen und so erfolgsbezogen zusätzliche Downloads generieren. Gleichzeitig erhalten mobile Portale und Apps die Gelegenheit ihr Angebot durch relevante und zu den eigenen Usern passenden Inhalten noch attraktiver zu gestalten. […]

Vertrieben werden die Apps über dezentrale App Stores, die im Mobil-Portal des jeweiligen Partners eingebunden sind. Hierbei handelt es sich um Informationsseiten, die detaillierte Beschreibungen der jeweiligen Apps bereithalten und im Apple App Store auf sie verlinken. Der Nutzer kann die passende App dann, wie gewohnt, im App Store herunterladen. Bereits zum Start kooperiert apprupt mit einigen der reichweitenstärksten Mobil-Portalen Deutschlands und umfasst diverse Themenbereiche. Neben WEB.DE Mobile und GMX Mobile bieten u.a. auch FTD.de, Men’s Health und freenet.de Apps über ihre mobilen Webseiten an.

Kjell Fischer (@KjellFischer), Geschäftsführer und Co-Founder bei apprupt, war so nett, mir ein paar Fragen zu beantworten.

1. Da Ihr rein erfolgsabhängig per Download bezahlt werdet, geht Ihr ja ein gewisses Risiko ein. Selektiert Ihr die Apps gezielt oder nehmt Ihr jede App in Euer Programm auf?

Durch das erfolgsabhängige Vergütungsmodell sind wir stark auf unsere Kompetenz angewiesen, den Nutzern des Partners Apps anzubieten, die diesen auch interessieren.

Grundsätzlich nehmen wir jede App in unser Programm auf, garantieren aber keine bestimmte Anzahl von Verkäufen. Wir platzieren die Apps dann dort, wo sie zu den Inhalten des Partners und Interessen der Nutzer des Partners passen. Da auch die Anzahl unserer Partner und die abgedeckten Themenbereiche innerhalb des Partnernetzwerkes wachsen, kann es durchaus vorkommen, dass für eine App, die zurzeit nicht relevant platziert werden kann in Zukunft Mehrverkäufe generiert werden können.

Natürlich kann es auch vorkommen, dass eine App aus rein qualitativen Gründen – z.B. sehr schlechte Nutzerbewertungen im Apple App Store – nicht angeboten wird. Diese Kontrolle findet nach der Anmeldung der App bei apprupt statt.

2. Es gibt Apps, die performen gut, dann verdient Ihr Geld. Andere Apps wiederum performen schlecht oder sogar überhaupt nicht. Bekommen beide die gleiche Anzahl Page Impressions oder anders gefragt – welche Kriterien bestimmen in den einzelnen App Stores die Reihenfolge und die Sichtbarkeit der Apps und hat der Developer hierauf Einfluss?

Wie gesagt bauen wir sehr stark auf unsere eigene Kompetenz bei der Platzierung und Vermittlung von Apps. Nicht jede App wird platziert und unter denen, die platziert werden, erhalten manche mehr Page Impressions als andere. Für den Developer ist das fair, weil er kein Vermarktungsrisiko eingeht und durch unseren Vermarktungskanal keinen Mehraufwand hat. Wir bieten dem Developer eine Möglichkeit, risikofrei Mehrverkäufe zu generieren.

Die Kriterien zur Platzierung sind unterschiedlicher Natur, teils technisch, teils per Hand. Neben grundsätzlichen Kriterien zur Vor-Selektion der App, wie z.B. App Store Bewertungen, kommen Wissen um die Interessen der Nutzer des jeweiligen Partners hinzu. Hierzu zählen Klickraten, Downloads ähnlicher Inhalte, Match zu bestehenden Inhalten des Partners usw. usf.

3. Welche Apps funktionieren in Eurem Affiliate System am besten? Welche Portale weisen die höchsten Downloadzahlen auf?

Konkret kann ich leider nicht darauf eingehen welche Partner mehr Downloads generieren als andere. Wir haben aber unter unseren Partnern einige sehr starke Mobil-Portale. Hierzu zählen unter anderem GMX Mobile, WEB.de Mobile oder auch FTD.de.

Da die bei unseren Partnern angebotenen Inhalte sehr verschieden sind, lässt sich auch bezüglich der besser laufenden App-Kategorien keine allgemeine Aussage machen. Spiele und Apps aus der Kategorie „Nützliches“ und „Produktivität“ lassen sich jedoch sehr gut platzieren. Auch App-Angebote zu bestimmten Events oder Feiertagen, wie z.B. Halloween oder Weihnachten sorgen für ein gesteigertes Interesse bei Nutzern.

4. Was plant Ihr für die Zukunft? Werdet Ihr irgendwann Downloadzahlen (abhängig von App, Kategorie etc.) garantieren? Welche Plattformen werdet Ihr bedienen? Welche weiteren Dienstleistungen werden Euer Angebot ergänzen?

Es muss erwähnt werden, dass wir mit unserem Service bereits jetzt zwei Zielgruppen ansprechen: Zum einen App Developer, die mehr Downloads für Ihre App generieren wollen und zum anderen Publisher (können auch App Developer sein), die Ihren Nutzern relevante Inhalte bieten wollen und sich gleichzeitig eine zusätzliche Einnahmequelle erschließen wollen.

Für App Developer bieten wir bereits Möglichkeiten der Premium-Platzierung einer App. Diese wird dann häufiger bei den Partnern angeboten (selbstverständlich gekennzeichnet). Die Garantie einer bestimmten Downloadanzahl ist schwierig, aber eine Mindestanzahl an Downloads wird, für bestimmte Apps, sicherlich irgendwann vorhersehbar sein.

Für uns ist App-Vielfalt wichtig – sobald andere Plattformen, wie z.B. Android, genügend Inhalte (Apps) bieten, werden wir auch diese in unser Angebot aufnehmen.

Des Weiteren planen wir unseren Service rund um das Thema App-Marketing und Monetarisierung auszubauen. Bereits jetzt bieten wir mit „Performance Analytics“ einen Service an, der es Developern erlaubt, festzustellen, über welche Quelle (beispielweise ein Link auf einer Webseite) wie viele Downloads generiert werden. In diese Richtung soll es weitergehen.

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Über Heike Scholz 3401 Artikel
Nach über zehn Jahren als Strategieberaterin für internationale Unternehmen gründete die Diplom-Kauffrau 2006 mobile zeitgeist und machte es zum führenden Online-Magazin über das Mobile Business im deutschsprachigen Raum. Heute ist sie ein anerkannter und geschätzter Speaker und gehört zu den Influencern der deutschen Internet-Szene. Weiterhin ist sie Beiratsmitglied für die Studiengänge Angewandte Informatik und Mobile Computing an der Hoschschule Worms. Als Co-Founder von ZUKUNFT DES EINKAUFENS, begleitet sie die Digitale Transformation im stationären Einzelhandel. Sie berät und trainiert Unternehmen, die sich den Herausforderungen der Digitalisierung stellen und fördert mit ihrem Engagement die Entwicklung verschiedener Branchen und Märkte.

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