Handybookmarks: Empfehlungen für mobile Webseiten via Twitter

mobile zeitgeist

Sehr häufig werde ich gefragt, was ich vom Twittern habe und wenn ich dann erkläre, wie sehr Twitter für mich zu einer Informationsquelle geworden ist, blicke ich nicht selten in sehr skeptische Gesichter. Um nun auch mal einen Beweis anzutreten, was man so Schönes bei Twitter finden kann, möchte ich Handybookmarks vorstellen. Auf Twitter entdeckt, den Autor per Direct Message angesprochen, ob er nicht ein Interview geben möchte. Prompte und glücklicherweise positive Antwort und hier kommt schon das Interview mit Niko, dem Macher von Handybookmarks, einem Empfehlungsdienst für mobile Webseiten, dem man unbedingt bei Twitter folgen sollte.

1. Stell Dich bitte kurz vor. Wer bist Du und wie bist Du darauf gekommen, Handybookmarks zu starten?

Als Ingenieur, der sich beruflich mit Nanopartikeln und Lasern beschäftigt, bin ich im Web eigentlich „fachfremd“ und betreue in meiner Freizeit nur einfache HTML-Seiten (z.B. http://irgendjemand.de/) und zwei Blogs (z.B. http://trudeltreffen.de/).

Ich bin allerdings auch begeisterter Nutzer des mobilen Internets und frage mich sich seit langem, wo man wirklich gute Linklisten von handy-optimierten Internetseiten findet. Das mobile Internet wächst und entwickelt sich so schnell, dass Verzeichnisse solcher Seiten, die man in den Suchmaschinen findet, oft aus der Steinzeit scheinen (z.B. vor etwa 3-5 Jahren für den damaligen i-mode-Dienst von E-Plus). Gute, nicht verspammte Internetverzeichnisse gibt es heutzutage praktisch nicht mehr, darunter leidet auch das mobile Web. Auch im deutschsprachigen „Open Directory“ wurde bislang noch keine Rubrik für Handyseiten eingeführt.

Die aktuell besten Handybookmarks sammle ich daher aus vielen Quellen zusammen. Ab sofort möchte ich sie nicht nur Freunden zur Verfügung stellen, die sich dem mobilen Internet zuwenden, sondern jedem, der Handybookmarks.de besucht.

2. Beschreibe doch bitte Handybookmarks. Was ist das für ein Service und wie kann man ihn nutzen?

Handybookmarks.de stellt täglich neue Internetseiten vor, die man optimal vom Handy aus nutzen kann. Solche kleinen Seiten schonen die Datenübertragung – nicht nur um in volumenbasierten Tarifen die Handyrechnung zu begrenzen, sondern auch, weil sie auf dem Handy einfach besser aussehen und sich viel schneller laden. Die vorgestellten Adressen werden bei Bedarf von unnötigen Parametern befreit, und lange URLs erhalten eine Weiterleitungsadresse – wie zum Beispiel die reine Textversion des Nachrichtenüberblicks von Spiegel Online: http://handybookmarks.de/spiegel

Die Adresse http://handybookmarks.de/ leitet zurzeit direkt auf den Twitter-Account „handybookmarks“ um. Dort „missbrauche“ ich Twitter (wie viele andere Nutzer auch), indem ich die Frage „Was tust du gerade?“ nicht beantworte: Es ist für mich stattdessen eine denkbar einfache und zugleich moderne Methode, eine kleine blog-artige Webseite zu betreiben.
Die Twitter-Seite wird dabei insbesondere auch auf Handy-Displays optimal dargestellt, und man kann alle bisherigen Empfehlungen noch einmal nachlesen. Das funktioniert sogar, wenn der Besucher selbst keinen Twitter-Account besitzt.

3. Nach welchen Kriterien wählst Du Deine Empfehlungen aus?

Die empfohlenen Seiten sind – ganz subjektiv bewertet – die besten auf ihrem Gebiet und dürften es für die meisten Leser wert sein, in ihrem Handy einen Bookmark zu setzen. Zum aktuellen Kinoprogramm beispielsweise gibt es knapp ein dutzend mögliche Seiten. Nächste Woche werde ich die übersichtlichste davon vorstellen.

Das mobile Online-Banking einer kleinen Bank gehört eher nicht dazu, aber die großen E-Mail-Anbieter und sozialen Netzwerke, die fast jeder deutsche Internet-Fan benutzt, sollen in den Handybookmarks nicht fehlen. Ansonsten liegt der Schwerpunkt auf anmeldefreien Seiten mit Informationen zu verschiedenen Themen des Alltags. Wettervorhersage ist dabei übrigens nicht gleich Wettervorhersage: Der offizielle Text des Deutschen Wetterdienstes hat ganz andere Qualitäten als eine Seite, die mit kleinen Sonnen- und Wolkensymbolen auf einen Blick die Prognose für die nächsten 5 Tage anzeigt. Einige gute Wetter-Seiten haben daher ihre Berechtigung als Handybookmarks.

4. Wie ist die Resonanz aus dem Twitterversum? Wieviele Nutzer hast Du schon?

Zwei Wochen nach dem Start sind es erst etwa achtzig fast ausschließlich deutschsprachige Follower, von denen ich hoffe, dass viele die Empfehlungen mitverfolgen. Um irgendwann – wie „mobilezeitgeist“ – den tausendsten Leser zu begrüßen, bedarf es wohl noch ein wenig PR… ;-)

5. Wie soll sich Handybookmarks weiter entwickeln?

Wenn eine ausreichende Menge an Handybookmarks veröffentlicht worden ist, habe ich vor, diese zu kategorisieren und als Bookmark-Datei zum Herunterladen anzubieten. Das macht es dann für viele Neueinsteiger noch einfacher, auf einen Schlag die besten Handyseiten des deutschen Internets auf ihr Handy zu laden.

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Über Heike Scholz 3408 Artikel
Nach über zehn Jahren als Strategieberaterin für internationale Unternehmen gründete die Diplom-Kauffrau 2006 mobile zeitgeist und machte es zum führenden Online-Magazin über das Mobile Business im deutschsprachigen Raum. Heute ist sie ein anerkannter und geschätzter Speaker und gehört zu den Influencern der deutschen Internet-Szene. Weiterhin ist sie Beiratsmitglied für die Studiengänge Angewandte Informatik und Mobile Computing an der Hoschschule Worms. Als Co-Founder von ZUKUNFT DES EINKAUFENS, begleitet sie die Digitale Transformation im stationären Einzelhandel. Sie berät und trainiert Unternehmen, die sich den Herausforderungen der Digitalisierung stellen und fördert mit ihrem Engagement die Entwicklung verschiedener Branchen und Märkte.

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