Googles Welt

mobile zeitgeist

Ein Thema hat diese Woche bis dato die Schlagzeilen im Mobilen Bereich dominiert – der Einstieg von Google in die Mobilwelt. Was dabei von vielen vergessen wurde, Google bietet schon seit Jahren für Google Maps, Mail, Reader Applikationen fürs Mobiltelefon an. Am Montag hat Google nun einen weiteren Schritt mit „Android“ in die neuen Welt des Mobilfunks und der Betriebssysteme gewagt.Lange Zeit wurde in Anlehnung zum iPhone über ein mögliches werbefinanzierte gPhone berichtet und gehyped. Google ist hier auf der gleichen Welle mit Apple geschwommen, was meiner Ansicht ein Fehler war. Die meisten Medien bewerten „Android“ kritisch, denn für den Endkunden wird es kurzfristig keine Auswirkung haben. Etwas was viele erwartet haben – einen amüsanten Vergleich findet man in einem Artikel der österreichischen Tageszeitung DerStandard.at .

„Für Käufer und Benutzer von Handys war Googles Ankündigung so, als ob ein bekannter Autohersteller wie BMW nach viel (vom Konzern liebevoll genährter) Spekulation mit großem Fanfare bekanntgibt, dass er in Kürze einen Baukasten auf den Markt bringt mit allem, was ein Auto braucht, damit es fährt – sobald dann die Karosserieschneider und Zubehörbauer das Ihre getan haben, werden Autokäufer irgendwann im nächsten Jahr auch Autos auf Basis dieses Bausatzes kaufen können.“

Google wurde hier die gerufenen Geister nicht mehr los und konnte erst jetzt klar machen, dass es eben kein gPhone geben wird. Die Entwicklergemeinde sieht mit gemischten Gefühlen auf Android. Zum einen heißt das neben Symbian, Java, Windows Mobile, RIM wieder eine neue Umgebung um den Smartphone Markt abdecken zu können. Zum anderen weiß noch keiner was „open handset“ denn wirklich bedeuten wird. Auch wenn Google Android offen ausliefern wird, gibt es noch immer den Gerätehersteller und den Betreiber, die Einschränkungen vornehmen können und werden.

Auf jeden Fall hat Google damit klar gemacht, dass „Mobile“ zum Kernfeld ihrer Geschäftsentwicklung gehört und kein Randthema bleiben wird. Insofern wäre es naiv zu glauben, dass dies der letzte Streich von Google war.

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Philipp Nagele war unter anderem Produkt Manager bei einem grossen und namhaften Mobilfunkbetreiber und gehört heute zum Team von Wikitude. XING.

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