Gartners Weisheiten: Telkos in der Zwickmühle

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Angesichts trüber Aussichten auch bei den einstigen Wachstumsmotoren Breitband und Mobilfunk drängen die großen Telekomkonzerne zunehmend in den Medien- und IT-Bereich. Die Marktforscher von Gartner warnen allerdings vor blindem Aktionismus. „Das sind sicherlich schwierige Zeiten für die Betreiber. Die Antwort darauf ist aber nicht unbedingt, riesige Summen in neue Geschäftsmodelle zu investieren“, sagt Gartner-Analyst Nick Jones. Vielmehr sollten sich die Betreiber darauf konzentrieren, Einsparpotenziale zu nutzen, Services zu verbessern und die vorhandene Kundenbasis auszuschöpfen.

Derzeit bestimmen mobiles Breitbandinternet, IP-Technologie und Full-Service-Angebote die Strategien der Telekomkonzerne. Während das Festnetzgeschäft seit Jahren schrumpft, geraten die Telcos nun auch bei den umsatzträchtigen Breitband- und Mobilfunk-Services unter Druck. Laut Gartner wird das jährliche Umsatzwachstum im Services-Bereich, in dem 80 Prozent der Umsätze erwirtschaftet werden, bis 2010 auf 1,7 Prozent sinken. Die Gesamtumsätze in diesem Bereich sollen bis dahin nur moderat und zwar von 1,3 Bio. auf 1,5 Bio. Dollar klettern.

„Für die Mobilfunkbetreiber in Westeuropa ist ein Ende des Wachstums in Sicht. Für sie wird es eine Herausforderung, den Umsatz und die Margen zu halten“, so Gartner-Analyst Martin Gutberlet im Gespräch mit pressetext. Deshalb sei es nun wichtig, über Kostenreduktionen nachzudenken. Beim Erschließen zusätzlicher Umsatzquellen rät der Experte insbesondere zu mobilen Datenanwendungen. „Die Betreiber sollten aber eher existierende Anwendungen auf das Handy bringen, statt selbst zu entwickeln“, sagt Gutberlet. Im Kommen sei zudem mobile Werbung. Noch sei aber schwer abzuschätzen, wie dieser Markt sich entwickeln wird.

Sollten die Telekomkonzerne allerdings doch eigenen Content herstellen wollen, rät Gutberlet zur Gründung eigenständiger Unternehmen. Damit könne das Risiko eines möglichen Scheiterns gemindert werden. Die entsprechenden Geschäftseinheiten könnten dann geschlossen oder verkauft werden. Das Risiko der Expansion außerhalb des Kerngeschäfts ist jedenfalls hoch. Mehr als die Hälfte der Ausflüge von Telekombetreibern in Segmente wie IT oder neue Medien sind laut Gartner zum Scheitern verurteilt. „Die Betreiber müssen mehr tun, als nur ein paar Medien- oder IT-Manager anzuheuern, um in diesen neuen Märkten Erfolg zu haben“, betont Gutberlet.

Der Volksmund hat dafür schon lange etwas: „Schuster, bleib bei Deinen Leisten!“

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Über Heike Scholz 3408 Artikel
Nach über zehn Jahren als Strategieberaterin für internationale Unternehmen gründete die Diplom-Kauffrau 2006 mobile zeitgeist und machte es zum führenden Online-Magazin über das Mobile Business im deutschsprachigen Raum. Heute ist sie ein anerkannter und geschätzter Speaker und gehört zu den Influencern der deutschen Internet-Szene. Weiterhin ist sie Beiratsmitglied für die Studiengänge Angewandte Informatik und Mobile Computing an der Hoschschule Worms. Als Co-Founder von ZUKUNFT DES EINKAUFENS, begleitet sie die Digitale Transformation im stationären Einzelhandel. Sie berät und trainiert Unternehmen, die sich den Herausforderungen der Digitalisierung stellen und fördert mit ihrem Engagement die Entwicklung verschiedener Branchen und Märkte.

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