Freche Franzosen und scheue Briten – der Mobile Life Report 2007

zetigeistnomade

Der Mobile Life Report untersucht gezielt welche Auswirkungen Mobiltechnologie auf das tägliche Leben von uns Europäern hat – ein gefundes Fressen für den Nomaden. Also hab ich  mal in den 2007 Report hineingeguckt und hier ein paar Erkenntnisse zusammengefasst:

Hat Mobiltechnologie unser Liebesleben verändert?

Eins der interessantesten Passagen mit viel Neuwert waren die Ergebnisse rund um die Liebe: Macht ständige Erreichbarkeit die Liebe einfacher? Bringt es uns unseren Lieben näher? Oder ist es am Ende nur komplizierter?

Eins steht fest: Es gibt eine klar erkennbare Anruf vs. SMS oder auch direkte vs. indirekte Kommunikationspräferenz unter den befragten Nationen: Im Norden (Schweden, Deutschland) herrschen eher indirekte Töne, angeführt von den Briten auf Platz 1 werden romantische Angelegenheiten bevorzugt eher per SMS erledigt. Im Süden Europas hingegen wie Frankreich und Spanien wird lieber angerufen als SMS verschickt.

Doch das trifft nicht nur aufs Liebesgeplausche zu, denn wenn man sich das SMS und Telefonieverhalten der befragten Länder ansieht, steht die Frequenz des Telefonierens noch vor der SMS, nur bei den Briten ist es durch die Bank umgekehrt.

„The British use of the mobile phone in a way which reduces the need of human contact is a reoccuring feature in our findings…“

Umso scheuer sich der Brite hier zeigt, desto frecher entpuppt sich der Franzose, wer hätte das geglaubt:-) Die Nation der Liebe zeigt herausstechende Werte in ganz anderen Disziplinen:

Einer von drei Franzosen hat schon mal per SMS Schluss gemacht, allerdings kommt das nur bei 4 % der Deutschen vor. Auch 29  % der Franzosen haben kein Problem damit während einem romantischen Dinner dem klingelnden Telefon zu antworten und dazwischen mit jemand anderem zu plaudern. 34 % gucken sogar auch durchaus mal in der SMS Inbox des Partners nach um sich seiner Treue zu vergewissern (im Vergleich dazu: 20 % der Briten und nur 12 % der Deutschen tun das). Und anscheinend ist das Misstrauen auch zurecht da, denn ganze 28 % der Franzosen flirten mit dem Handy gern mal mit jemand anderem als ihrem Partner!

Aber wer weiss, vielleicht haben die Franzosen auch nur ehrlicher geantwortet :-)

Einzig und allein beim Entschuldigen per SMS klaffen die Nationen weniger auseinander, das wird überall gern mal per SMS erledigt, wenig überraschend jedoch: Am liebsten entschuldigen sich die Briten auf diese Art und Weise.

Gesellschaftssyndrom „I matter because i received a message“

Berichte rund um „Entzugserscheinungen“ ohne das Mobiltelefon sind uns ja allen bekannt, neu ist jedoch dass es hier die Briten ganz besonders trifft: Wenn man Europa betrachtet sagt einer von zehn, dass das Mobiltelefon sein wichtigster Besitz sei, stellt man die Frage einem Briten, so ist es bereits einer von sechs. Am wenigsten abhängig von ihrem Mobiltelefon erklären sich die Deutschen.

Alles in allem ein recht amüsantes Lesematerial, allerdings spiegelt der Report „nur“ die Ansichten von befagten Deutschen, Briten, Franzosen, Spaniern und Schweden wieder – also ein ziemlich ausgesuchter Querschnitt durch die europäische Landschaft – ich frage mich wie der Report rund um die Liebe mit italienischen Statistiken denn wohl ausgesehen hätte :-)

Über die Autorin: Aleksandra Schmid ist Mobile Marketer und hat in den letzten Jahren zahlreichen Marken geholfen ihre ersten und auch zweiten mobilen Marketingschritte zu tun. Ihre Einblicke und Erfahrungen teilt sie gerne bei Vorträgen oder schreibt sie nieder, zu lesen unter anderem im Guide der Werbeplanung, im Marketing Magazin Update und hier auf mobile zeitgeist. Aus Amerika hat Aleksandra aber nicht nur spannende Geschichten, sondern auch den Gedanken des Netzwerkens und Wissensaustausches mit nach Hause gebracht und gemeinsam mit fünf Gleichgesinnten den  “MobileMonday Austria” ins Leben gerufen. Aleksandra gestaltet die Branche in Österreich aktiv mit und engagiert sich daher im Vorstand der “Mobile Marketing Association Austria” (MMAA). Seit Oktober 2009 ist Aleksandra bei IQ mobile für die Entwicklung osteuropäischer Märkte verantwortlich.

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