Faszination „Augmented Reality Games“ (kostenlos)

mobile zeitgeist

Ich bin auf zwei neue, sehr, sehr spannende Handygameprojekte (für S60) gestoßen, die auch für Nichtspieler auf jeden Fall einen Blick wert sind. Das erste ist AR Roguelike und ist (bislang leider) lediglich eine Demo-Version.

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=67bxQmEl7tQ&fmt=18[/youtube]

Dabei handelt es sich um eine Art 3D-PacMan mit einigen RPG-Elementen, das rein über die Kamera und den Accelerometer gesteuert wird. Bevor man mit dem Spiel allerdings loslegen kann, bedarf es ein paar analoger Bastelarbeiten. Im downloadbaren ZIP-File befinden sich nämlich auch ein paar Mobile Tags, die im Spiel später das Spielfeld markieren. Sind diese erst ausgeschnitten und auf dem Tisch verteilt, fängt die Faszination an: Die Handykamera fängt die Spieloberfläche ein und projiziert die Spielmännchen dreidimensional darauf. Über das in der Bildmitte fest justierte Steuerkreuz kann die Spielfigur, die PacMan nachempfunden wurde, über das Spielfeld gesteuert werden.

Das Gameplay selbst dient mehr als Alibi für die zu Grunde liegende Technik, denn die Faszination, man könne mit dem Handy unsichtbare Gestalten sichtbar machen und von fast allen Seiten betrachten (ähnlich wie beim Gewinner der Nokia Game Challenge „Ghost Wire“), fesselt ungemein und weckt den kindlichen Entdecker in Einem. Unbedingt runterladen und austesten!

Das zweite Spiel „Mirage Money 2“ ist technologisch dem ersten sehr ähnlich. Hier fliegt man in Ego-Perspektive mit einem Flieger durch die 3D-Landschaft und sammelt so viele Münzen wie möglich auf, die es bei den ebenfalls herumfliegenden Bankgebäuden abzugeben gilt. Wird man die Münzen nicht rechtzeitig los, wird das Flugzeug zu schwer und man macht eine Bruchlandung. Klingt ebenso wenig spannend, gibt aber Handygamern abseits von iPhone das Gefühl, wie sich zukünftige Spiele „anfühlen“ könnten. Das Steuerungsprinzip ist das selbe wie beim berühmen „Super Monkey Ball“ auf dem iPhone, das Handy selbst dient als Lenkrad, um den Flug wie bei einem Flugsimulator zu steuern. Dabei gibt es zwei Modi: den realen und den virtuellen. Beim Real-Modus wird das Umfeld, dass die Kamera während des Spielens aufnimmt, beim virtuellen Modus stattdessen eine 3D-Umgebung als Spielfeld genutzt. Dabei wirkt aufgrund der fehlenden Vorwärtsbewegung im Real-Modus der Effekt mit den virtuellen Münzen deutlich geringer.

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=n2RxcxEPxq0&fmt=18[/youtube]

Was mich ein bisschen beim zweiten Spiel stört: „Mirage Money 2“ muss zuerst aktiviert werden, dabei gibt man sowohl die IMEI als auch die eigene Handynummer an. In Kombination mit der Pflichtangabe „E-Mail-Adresse“ bekommt man dabei allerdings – auch aufgrund der wirklich schlecht programmierten Webseite – ein mulmiges Gefühl, ob die Daten da auch wirklich in guten Händen sind. Wer den Anbietern vertraut, bekommt allerdings ein sauberes Handyspiel, das man Freunden mit iPhone durchaus mit Stolz gegenhalten kann.

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Über Patrick Voelcker 286 Artikel
Patrick beschäftigt sich beruflich und privat seit 2005 neben der Webprogrammierung auch mit der Entwicklung von Mobile und Native Apps. Er ist Rich Media Innovation Specialist bei Google und Autor des Buches "Spiele programmieren für iPhone und iPad" (dpunkt-Verlag). Außerdem ist er Gastdozent an der Popakademie Baden-Württemberg und der Filmschule Köln. Auf Mobile Zeitgeist schreibt er dementsprechend hauptsächlich über Trends und Entwicklungen in Mobile Entertainment [XING]

3 Kommentare

  1. In dem Zusammenhang auch erwähnenswert: das inzwischen zwar etwas betagte aber trotzdem faszinierende „Invisible Train“. Game Play ist meiner Meinung nach etwas deutlicher erkennbar. Funktionsprinzip ähnlich des erstgenannten Spiels.

  2. Generell sehr interessant, was mit Augmented Reality schon möglich ist bzw. noch möglich sein wird… Erlebbar ist dies auch auf der Intel Ultra-Thin-Website http://tiny.cc/7ksZf mit Animation und Nachrichten in Augmented Reality, die demonstrieren, wie dieses Konzept möglich ist.

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