EU prüft Zulässigkeit der VoIP-Blockaden von Mobilfunkanbietern

mobile zeitgeist

Endlich kommt etwas Bewegung in das Thema VoIP am Handy.

Die Europäische Union prüft derzeit, ob die Blockade von preisgünstigen VoIP-Telefonaten über das Handy gegen Wettbewerbsregeln verstößt, berichtet die International Herald Tribune. Die zuständige Kommission hatte Fragebögen an die Mobilfunkbetreiber geschickt, um herauszufinden, ob und mit welchen Mitteln sie Internet-Telefonate kontrollieren oder unterbinden. Einsendeschluss war der 11. November, jetzt werden die zurückgeschickten Antworten geprüft. […]

In Deutschland untersagen alle vier großen Netzbetreiber VoIP-Telefonate über ihr Mobilfunknetz, T-Mobile und Vodafone verbieten auch Chats. Teilweise blockieren sie durch ein eigenes Branding der Handys auch die Funktion, mit der die Nutzer per WLAN Internet-Telefonate führen können. Um ihren Verboten Nachdruck zu verleihen, werden die Ports gesperrt, über die VoIP-Anwendungen wie fring, Nimbuzz oder truphone kommunizieren, oder der Zugang zu bestimmten Telefonnummern eingeschränkt.

Erst kürzlich löste o2 eine Welle des Protestes aus, weil der Netzbetreiber den Zugang zu den deutschen Festnetznummern des VoIP-Anbieters Rebtel „limitierte“. Von hundert Versuchen brachte nur einer eine Verbindung zustande. Eine vollständige Blockade war nicht möglich, weil die Kunden von ihrem Vertrag zurücktreten können, wenn Anrufe zu bestimmten Festnetznummern nicht durchgestellt werden. Nach zwei Wochen hob o2 die Sperre aufgrund massiver Kundenbeschwerden wieder auf. Quelle

Wenn sich hier etwas tut, dann hat das Facebook-Skype-Handy Inq1 in Deutschland vielleicht doch eine Chance.

Grundsätzlich finde ich diese Blockaden eine Frechheit. Wenn ich einen Datentarif bezahle, dann sollte es mir freigestellt sein, ob ich darüber nur Daten oder auch Voice schicken möchte. Ich setze große Hoffnungen auf die EU, die es ja dieser Tage auch geschafft hat, die Vorschriften für den Krümmungsgrad von Gurken abzuschaffen. Ob unser Stoiber, der ja in Brüssel die Bürokratie abbaut, etwas damit zu tun hat? ;)

Avatar for Heike Scholz
Über Heike Scholz 3402 Artikel
Nach über zehn Jahren als Strategieberaterin für internationale Unternehmen gründete die Diplom-Kauffrau 2006 mobile zeitgeist und machte es zum führenden Online-Magazin über das Mobile Business im deutschsprachigen Raum. Heute ist sie ein anerkannter und geschätzter Speaker und gehört zu den Influencern der deutschen Internet-Szene. Weiterhin ist sie Beiratsmitglied für die Studiengänge Angewandte Informatik und Mobile Computing an der Hoschschule Worms. Als Co-Founder von ZUKUNFT DES EINKAUFENS, begleitet sie die Digitale Transformation im stationären Einzelhandel. Sie berät und trainiert Unternehmen, die sich den Herausforderungen der Digitalisierung stellen und fördert mit ihrem Engagement die Entwicklung verschiedener Branchen und Märkte.

3 Kommentare

  1. Schon Klasse! Gabs das vor ein paar Jahren nicht schonmal mit DSL-Flatrates? Wer da zuviel surfte/saugte wurde höflich gebeten, sich doch einen anderen Provider zu suchen.

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*