Etikettenschwindel bei GCO

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Games Convention Online


Nachdem sich der Branchenverband BIU mit der „Games Convention“ aus Leipzig zurück gezogen hatte, startete die Leipziger Messe vergangenes Wochenende mit der „GC Online | Mobile“ den Versuch, sich über das Thema Browser-, Online- und Mobile Games neu zu definieren. Unabhängig davon, dass mit 43.000 Besuchern selbst die zu Letzt auf 50.000 Besucher heruntergeschraubten Erwartungen untertroffen wurden, war die Messe aus „Mobile“-Sicht nicht nur ein Flop, sondern trug schon schier diskriminierende Züge:

Nicht nur, dass sich von fast 70 Ausstellern gerade einmal nur 3 dem Thema Mobile widmeten, waren diese Stände auch noch derart abgelegen, so dass man den Eindruck gewann, sie wären bei der Messe unerwünscht gewesen. So befand sich der Samsung-Stand zwischen der Hinterseite der Hauptbühne und der kahlen Hallenbetonwand, das unterhaltsame Handymuseum hingegen in der Ecke der Halle 2, die vom Eingang am weitesten entfernt war.

Aussteller und große Mobile-Softwarefirmen wie Fishlabs, Gameloft etc. waren gar nicht vor Ort, so dass man davon ausgehen kann, dass die Branche die neue Messe auch in Zukunft nicht ernst nehmen wird. Vielleicht hätte sich die Messe auch einfach auf den Zusatz „Online“ beschränken sollen, von „Mobile“ war praktisch nichts vorhanden, so dass auch das Finale der „Samsung Mobile Challenge“ völlig im Sumpf des öffentlichen Interesses unterging.

Insgesamt war die Messe schon ein Erlebnis, aber auf Grund der reinen Fokussierung auf Onlinespiele war die offizielle Bezeichnung „Games Convention Online – Browser | Client | Mobile“ reiner Etikettenschwindel.

Anbei ein Eindrücke von der Messe:

Schön gestaltet: Die Ausstellung des Handymuseums:

Eine von zwei Aktionen des Samsung-Stands: SMS-Eintippen per Sprung auf dem Riesenhandy:

Stark dezimiertes Zuschauerinteresse der im Vorfeld hoch gepriesenen Samsung Mobile Challenge, bei der man sich für das Nationalteam qualifizieren konnte:

Übungsstand beim Aussteller Samsung:

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Über Patrick Voelcker 286 Artikel
Patrick beschäftigt sich beruflich und privat seit 2005 neben der Webprogrammierung auch mit der Entwicklung von Mobile und Native Apps. Er ist Rich Media Innovation Specialist bei Google und Autor des Buches "Spiele programmieren für iPhone und iPad" (dpunkt-Verlag). Außerdem ist er Gastdozent an der Popakademie Baden-Württemberg und der Filmschule Köln. Auf Mobile Zeitgeist schreibt er dementsprechend hauptsächlich über Trends und Entwicklungen in Mobile Entertainment [XING]

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