E-Paper, E-Book, E-Reader: Was bringt die Zukunft?

Sony präsentierte auf der IFA 2018 E-Paper-Displays in Schuhen

Es gibt mehr Bücher, aber weniger Leser

Unabhängig von der Technik und Software, allgemein steht es nicht zum besten, wenn es ums Lesen geht. Ob Zeitung oder Buch, digital oder analog, seit Jahren geht die Zahl lesender Menschen weiter zurück. Dies belegt beispielsweise eine Studie des deutschen Buchhandels. Die Branche hat seit Jahren zu kämpfen und zwischen 2012 und 2016 6,1 Millionen Buchverkäufer verloren. 2017 wurde ein Umsatzverlust von -1,6 Prozent ermittelt.

Diese Entwicklung erscheint geradezu grotesk, wenn man bedenkt, dass 2017 etwa 82.000 Buchtitel in Deutschland publiziert wurden – 72.200 davon Neuerscheinungen.

Es gibt weniger Zeitungen, aber mehr digitale Leser

Auch der Zeitungsmarkt muss um sein Publikum kämpfen. Dank der Popularität des Internets als erste News- und Informationsquelle überhaupt müssen nicht wenige Boulevardblätter und Regionalzeitungen um ihre Existenz bangen. Für viele regionale Blätter ist es längst zu spät. Zeitungssterben gehört für viele Journalisten zum Alltag. Und obwohl viele Verlage rechtzeitig den Sprung ins digitale Zeitalter vollzogen haben und gut gerüstet sind, können nur wenige große Verlage wirklich beweisen, dass sie den Marktwechsel digital erfolgreich bewältigen. Bei Tageszeitungen wurde beispielsweise von Quartal 2017 zum Quartal 2018 ein Verlust von 3,67 Prozent festgestellt.

Digital erfolgreich: E-Paper-Zeitungen

Im Gegensatz zum Buchmarkt und E-Books widerlegt das E-Paper anhand seiner Umsatz-Zahlen, dass digital wirklich funktioniert. Digitale Ausgaben großer Tagespressen machen immer besseren Umsatz. Im 1. Quartal 2018 ist der Umsatz an verkauften E-Paper-Exemplaren auf bis zu 1,28 Millionen angestiegen. Das sind 20 Prozent mehr als im Vorjahresergebnis. Spiegel Online hat (inklusive Bento) 2017 in Werbeumsätzen beispielsweise ein Plus von 17,8 Prozent und damit 46 Millionen Euro erreicht. Damit hat das (Werbe)-Geschäft im Haus erstmals Print überholt.

Digital ausbaufähig: E-Books

Der Deutsche Buchhandel muss hingegen im Verkauf von E-Books seit 2017 einen Verlust von 1,4 Prozent hinnehmen. Ein Grund dafür? Demnach würden viele Käufer bei E-Book Titeln günstigere Preise bevorzugen. Ungeachtet dessen, dass die Kunden mehr E-Books kaufen, macht sich der geringe Preis von durchschnittlich etwa sechs Euro pro E-Book dramatisch im Umsatz bemerkbar.

Carsten Thomas
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Autor und Gamingnerd. Stets interessiert an Tech-Innovationen, Medienwandel und Technikutopien. Redakteur bei mobile zeitgeist.

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