Die Experten sind unter uns

mobile zeitgeist

Faszinierendes geschieht derzeit rund um „Mobile“. Da sind schwupsdiwups so viele entweder selbst- oder von in der Regel nicht besonders kundigen Medienmenschen ernannte „Experten“ unterwegs, die sich zu den mobilen Entwicklungen äussern. Es reicht völlig, vom Internet etwas verstanden zu haben, dann kann man locker auch unheimlich neue und noch nie da gewesene Erkenntnisse zu Mobile von sich geben. Ist ja eh alles die gleiche Mumpe, weil ja irgendwie digital.

Nun also Marc Samwer, der laut W&V ein „flammendes Plädoyer für das mobile Internet hielt“ und sagte…Achtung, jetzt aufpassen….“Das iPhone wird die Nutzung des Handys verändern.“ Hammer! Wenn mir das doch vorher jemand gesagt hätte, dann hätte ich mir so ein Teil doch auch gekauft.

Aber Samwer kann noch mehr: Das internetfähige Handy sei „das Gerät der Zukunft“. Boah! Das haut mich jetzt wirklich um. Ob er da ganz allein drauf gekommen ist oder hat ihm das jemand geflüstert?

Zum Glück kann Herr Samwer das G1 in seiner ganzen Tragweite beurteilen und befand es sehe „echt schrottig aus“. Ich muss mein Haupt demütig vor so viel analytischem Sachverstand beugen, denn es ist einfach so, dass das Äussere entscheidet.

Wer jetzt noch nicht genug hat von Weisheiten, die auf dem Innovationstag der Agenturgruppe Serviceplan so vorgetragen wurden, der lese den vollständigen Artikel.

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Über Heike Scholz 3394 Artikel
Nach über zehn Jahren als Strategieberaterin für internationale Unternehmen gründete die Diplom-Kauffrau 2006 mobile zeitgeist und machte es zum führenden Online-Magazin über das Mobile Business im deutschsprachigen Raum. Heute ist sie ein anerkannter und geschätzter Speaker und gehört zu den Influencern der deutschen Internet-Szene. Weiterhin ist sie Beiratsmitglied für die Studiengänge Angewandte Informatik und Mobile Computing an der Hoschschule Worms. Als Co-Founder von ZUKUNFT DES EINKAUFENS, begleitet sie die Digitale Transformation im stationären Einzelhandel. Sie berät und trainiert Unternehmen, die sich den Herausforderungen der Digitalisierung stellen und fördert mit ihrem Engagement die Entwicklung verschiedener Branchen und Märkte.

7 Kommentare

  1. Schöner Kommentar über das leidige Thema mit den Medien, die auf der Suche nach Experten sind oder sich als Experten ausgeben. Beim Fernsehen ist es sogar noch schlimmer!
    Jeder, der z. B. vom Tanzsport mal gehört hat, wird einfach vors Mikro gezerrt, weil die Redakteure davon natürlich keine Ahnung haben.So ist es kein Wunder, dass viele Tanzsportturniere vom ehemaligen Eiskunstläufer Daniel Weiss kommentiert werden, der seine Erfahrung aus dem Eissport unbegründeterweise einfach auf den Tanzsport überträgt.
    Aber bei Fachblättern und Journalisten der Druckmedien habe ich kein Verständnis, die haben eigentlich schon genügend Vorbereitungszeit, sich gründlich vorzubereiten bzw. echte Experten dafür zu konsultieren.

  2. Die von dir skizzierte Problematik ist das Um und Auf der Web2.0 verseuchten Aufmerksamkeits-Ökonimie. Vor 2 Jahren schlüpfte jeder popelige Agentur Fuzi unter dem Deckmantel des Web2.0 um schnell noch etwas vom Trend ab zubekommen. Dann noch mal schnell „Wikinomics“ und „We are the media“ gelesen und der Web2.0 Experte, wie sie auf den meisten dieser Veranstaltungen zu finden sind, war fertig. Aktuell erleben wir das eben mit Mobile Web Themen, da sich Gartner etc. endlich dazu durch gerungen haben einen Umsatzwachstum zu prognostizieren.

  3. Ach ich finde es gibt noch viel mehr Profis in den klassischen Bereichen (Dialogmarketing, Reichweitenkram, Knowledgemanagement…) die mit tollen „viralen“ Konzepten aufwarten und Dinge empfehlen als hätten sie gestern noch Pong am Automaten empfohlen. Und von denen die da rumlaufen haben einige schon mehrere Jahre Web2.0 Erfahrung. Das nenne ich mal Bildungsverweigerung.

    Gehört Mobile nicht zum Web 3.0? Man kann aber jeden DAB (Dümmster anzunehmender Berater) enttarnen wenn man fragt was Mobile eigentlich ist. „Internet über Handy“ – leider falsch :-)

  4. Liebe Frau Scholz,

    auch wenn der hier geäußerten allgemeinen Kritik zu selbsternannten Experten zuzustimmen ist und die Aussagen von Marc Samwer wirklich etwas oberflächlich schließend wirken…

    Ausgerechnet Marc Samwer hier herauszupicken und in den Dunstkreis der halbseidenen Experten allerorts zu stellen ist wenig seriös, sei es Wissenslücke, einfach schlecht, schlecht recherchiert oder absichtliche Unterschlagung, weil’s nicht in den Text bzw. zur Schimpftirade gegen Herrn Samwer passte . Marc Samwer besitzt schlußendlich durch die jahrelange Erfahrung im Aufbau und schließlichen Verkauf von Jamba! deutlich mehr Erfahrung als das gros der sonstigen Experten

    Ist hier vielleicht die Rache der kleinen Frau/des kleinen Mannes , weil Marc Samwer als Testimonial zum Mobile Business befragt wurde und und nicht „Das führende Weblog im deutschprachigen Raum zum Mobile Business“ ?

    Beste Grüße aus Berlin,

    Rudolf Sasser

  5. Lieber Herr Sasser,
    lassen Sie mich Ihre Vorwürfe chronologisch durchgehen:

    1. Mangelnde Seriosität
    Leider begründen Sie diesen Vorwurf nicht und sagen auch nicht, was genau Sie meinen: „elegant, würdig und integer wirkend“ würde ich jetzt mal aufgrund des Kontext ausschließen. „als geschäftlich vertrauenswürdig geltend“ könnte eher sein oder aber auch „veralt. ernsthaft, ernst zu nehmend“. (Alle Verweise aus „Das digitale Wörterbuch des 20.Jahrhunderts„)
    Ich entschließe mich, trotz der Unsicherheit bzgl. des Ihrerseits Gemeinten, für die Interpretation, dass Sie meine Ausführungen für „nicht ernsthaft“ erachten. Da haben Sie sowohl Recht als auch Unrecht. Ernst zu nehmen ist sicherlich mein Vorwurf, dass die Tatsache, sich mit solchen Aussagen auf eine Podium zu stellen, nicht von Kompetenz (vielleicht auch Medienkompetenz) zeugt. NICHT Ernst zu nehmen ist meine durchaus gewollte provokative Unterstellung, Herr Samwer wüßte es womöglich nicht besser.

    2. Wissenslücke
    Tja, das ist so eine Sache bei Bloggern. Das weiß man ja, wenn wir mal ehrlich sind, nie so genau, was dieses Völkchen so weiß und was nicht, oder? ;)

    3. Schlecht (sogar doppelt) recherchiert
    Wahrscheinlich haben Sie Recht. Denn, wenn wir mal annehmen, dass es eine Wissenslücke von mir war, dann hätte ich natürlich recherchieren müssen. Also beginnen wir uns hier im Kreis zu drehen und es wird offen bleiben müssen, ob ich von dem Werdegang eines Marc Samwers nichts wusste oder genau dieses ihm aufgrund seiner Historie zu unterstellende (aber nicht sichtbare) Fachwissen mich zu meinen Äusserungen veranlasst hat.

    4. absichtliche Unterschlagung
    Nun wird es etwas heftig, Herr Sasser. Sie unterstellen mir nicht nur bösen Willen sondern auch unlautere Absichten. Ich habe also ein eigenes Interesse, unseren Lesern eine Information vorzuenthalten, weil ich dadurch einen wie auch immer gearteten persönlichen Vorteil habe. Zum Glück wissen Sie um mein Seelenleben, denn es folgt der Punkt

    5. Niedere Gedanken wie „Rache“
    Das wird es wohl sein. Lieber Herr Sasser, nun muss ich Ihnen vorwerfen, „schlecht, schlecht recherchiert“ zu haben. Denn wenn Sie mich kennen würden, wüßten Sie, dass genau dieses Argument so überhaupt nicht zutrifft. Aber so ist das halt mit der Recherche bevor man etwas schreibt. Nicht wahr? :)

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