Die App als Marke: Klare Kante zeigen.

LinkinPark

Wie wird eine App zum Star?

In der Musikwelt kann man ganz gut erkennen, was einen Star ausmacht. Egal ob Jan Delay, Alicia Keys oder Chester Bennington von Linkin Park: Ein Star hat ein eindeutiges Profil. Etwas, das ihn definiert. Von allen anderen abhebt. Ein Star ist eine Marke. Etabliert ein Genre.

Langfristiger Erfolg setzt voraus, dass ich meine App zur Marke mache.

Es gibt ein untrügliches Zeichen, dass Deine App sich zur Marke etabliert hat: Apple featured Deine App in einer ihrer ganzseitigen Zeitungsanzeigen. Oder in einer der Fernsehspots. „Auch dafür gibt’s ne App“.

Zunächst ist es wichtig zu verstehen, wie ein App Store Betreiber denkt. Apple featured Apps, welche das iPhone um eine markante Funktion erweitern. Wie etwa: das iPhone zu einer Wasserwaage machen.

Apple orientiert sich dabei an zwei Qualitätsmerkmalen. Entweder Du bist bereits eine führende Marke. Wie Sixt. Guide Michelin. Oder die Sparkasse. Oder Deine App definiert eine bestimmte Funktion in einzigartiger Qualität. Apps wie Shazam. Urban Spoon. Oder Nimbuzz.

Meine Learnings:

1. Welches Problem löst meine App?
Um „App als Marke“ zu verstehen, gibt eine einfache Übung. Studiere eine der Apple-Zeitungsanzeigen. Schau Dir jede einzelne App an. Frage Dich bei jeder einzelnen: für welche Funktion steht die? Und dann frage Dich: welches Problem löst meine App. Und: spielt meine App in dieser Liga von Problemlösungen? Was dabei hilft, ist eine Haltung der Demut.

2. Schweizer Offiziersmesser
Eine andere Sicht auf Marke: Wenn meine App ein Werkzeug wäre, warum sollte die Firma Victorinox mein Werkzeug in Ihr Standard-Produkt „Schweizer Offiziersmesser“ aufnehmen, welches gerade mal zwölf Funktionen enthält? Ist mein Werkzeug wirklich unentbehrlicher als ein Korkenzieher? Ein Dosenöffner? Ein Schraubenzieher?

3. One Task, One App
Eine gute App fokussiert sich darauf, eine bestimmte Funktion abzubilden. Eine herausragende Apps tut nicht nur dies: sie definiert die Funktion. Caterpillar definiert Bagger. Um sich im Markt durchzusetzen, muss meine App einen bestimmten Task besser erledigen als jede andere App. Besser als Google diesen Task löst. Oder Apple selbst.

4. Defining Quality
Der absolut hervorragende Artikel The economics of Elitism zitiert Steve Jobs wie folgt: „Truly outstanding designers, engineers and managers  are not just 10 percent, 20 percent or 30 percent better than merely very good ones. But 10 times better.“ Ach so: das lässt sich nicht erreichen, in dem man härter oder länger arbeitet. Das geht nur auf eine Art: Think different.

5. Urban Spoon
Urban Spoon hilft US-Nutzern bei der Wahl eines Restaurants in einer Großstadt. Und damit so erfolgreich, dass das Unternehmen für einen zweistelligen Millionenbetrag verkauft wurde. Der Grund: die haben den Use Case 10 mal besser verstanden als jeder andere Anbieter. Nochmal Steve Jobs zu herausragenden Schöpfern:  „Their contributions…  …make users rethink their notions of a music player or cellphone.“

6. Der Use Case
Ich plane einen Restaurantbesuch. Der klassische Restaurant-Finder zeigt mir Restaurants an meinem aktuellen Standort. Ich suche aber nicht für jetzt, sondern plane mit Freunden zusammen den heutigen Abend. Und zwar nicht hier, sondern im hippen Stadtteil XYZ. Mit Urban Spoon kann ich jeden beliebigen Stadtteil meiner Stadt selektieren und dort suchen. Eine beliebige Küchenrichtung wählen. Und eine Preisklasse. Und anschließend den Zufall entscheiden lassen, wo wir hingehen (hilft bei der gemeinsamen Entscheidungsfindung ungemein). Die kleinen Probleme des Alltags lösen.

“App Entwicklung in der Praxis” ist eine mobile zeitgeist Serie, in der ich Erfahrungen und Erkenntnisse aus der täglichen Praxis darstellen werde. Falls der/die eine oder andere ähnlich gelagerte, oder ganz abweichende Erfahrungen gemacht hat, freue mich darüber zu hören. Und insbesondere eine angeregte Diskussion.

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Über Martin Lawrence 39 Artikel
Martin Lawrence ist Senior Produktmanager bei telegate MEDIA (vormals klickTel). Hier ist er für die Entwicklung der Portale und mobilen Anwendungen verantwortlich. Seit 10 Jahren im Thema Internet. Seit fünf Jahren mit Fokus auf Consumer-Anwendungen. XING.

3 Kommentare

  1. Hallo Michael Schade,

    der Artikel geht ja um „Marke schaffen“, nicht „Marke pflegen“
    (Brandmanager wissen über letzteres sicher mehr. ;-)

    In jedem Fall: Glückwunsch zu Eurem Erfolg mit Barclaycard

    Gruß, Martin

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