Der Spiegel auf dem iPhone – wenn Verlage denken, sie könnten mal was ganz Neues machen

Der Spiegel auf dem iPhone – wenn Verlage denken, sie könnten mal was ganz Neues machen

Seit heute ist die neue iPhone App des Spiegels als „e-reader“ erhältlich. Ein aktuelles Gratisheft ist in der App enthalten, alle weiteren Vollausgaben des Spiegels sollen 2,99€ pro Ausgabe kosten. Außer man ist schon Abonnent des Spiegels, dann kostet eine Ausgabe auf dem iPhone nur 50 Cent als elektronische Erweiterung des Abos sozusagen. Man muss sich dafür dann einmalig registrieren.Das Preismodell ist in Ordnung und die Verlinkung zum Support gut geplant. Der Reader hat eine Größe von 5,7 MB und das neue Heft ist immer schon am Samstag um 22 Uhr zu lesen, das ist wirklich ein Vorteil gegnüber der Print- und der Onlineausgabe. Der Spiegel schreibt selber (Quote):

  • Mit dem eReader können Sie das komplette Magazin mit ein paar Fingerzeigen lesen. Navigieren Sie mit einem Handstreich durch das Inhaltsverzeichnis, blättern Sie durch die Texte, Bilder und Grafiken. Kippen Sie das Handy in Fotostrecken, um die Bilder groß zu sehen – ganz so, wie Sie es von einer iPhone-App gewohnt sind.
  • Sie bekommen die neueste Ausgabe früher als an jedem Kiosk – immer samstags ab 22 Uhr, wie auch vom E-Paper des SPIEGEL gewohnt.
  • Schneller Download: Das ganze Heft wird über WLan oder 3G in weniger als einer Minute auf Ihr Gerät geladen.
  • Jederzeit verfügbar: Sobald eine Ausgabe auf Ihrem iPhone oder iPod touch gespeichert ist, können Sie sie ohne jedes Nachladen lesen. Auch wenn Sie gerade kein Internet haben – zum Beispiel im Flugzeug oder in der Bahn.
  • Digitale SPIEGEL-Bibliothek: Alte Magazine können Sie unbegrenzt auf Ihrem Gerät verwalten – so bauen Sie sich Ihr eigenes Heftarchiv auf. Selbst wenn Sie die App einmal neu installieren müssen, ist der Bestand über Ihre Registrierungsdaten gesichert.

Hier ist auch ein Erklärungsvideo, falls man keine Lust hat, das testweise sich mal herunter zu laden. Das einzige, was ich an dem Reader gut finde, ist das Erlösmodell der gestaffelten Preise pro Heft und das Erklärungstutorial am Anfang des Benutzens des Readers. „Nett“, dachte ich, sehr benutzerfreundlich und ungewöhnlich und war schon innerlich positiv gestimmt, was dann aber kam ist eine der übelsten Usabilities die ich bei einem Reader bisher auf dem iPhone gesehen habe. Man kann ausschließlich nach oben, unten, rechts und links „swipen“ und so zur nächsten Seite wechseln oder zum nächsten Artikel. Klicks gibt es nicht und das typische iPhone-Scrollen, einer DER Vorteile für lange Contentseiten bei dem Gerät wurde abgeschaltet und durch die neue „innovative“ e-Reader-Navi ersetzt – ein Grauen. Ihr werdet es an den Bewertungen sehen, dass die Leute sich bei der Implementierung „sehr uneins“ sind.

Ich würde bei der Navigation sofort zurückrudern und das gute, erlernte User- und Navigationsverhalten, dass sich einer der besten Usabilityfirmen dieser Welt (Apple) ausgedacht hat wieder aufgreifen. Na ja, zwanghaft etwas Neues zu wagen führt vielleicht schneller zur Weisheit, als wenn man es gar nicht probierte.

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Über Martin Walter 99 Artikel
Martin Walter war Kreativkonzepter bei der Yoc AG in Berlin und heute bei der Iconmobile GmbH als Senior Manager Mobile Marketing tätig. XING.

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