Debitel mit Handy-TV-Geschäft unzufrieden

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Nur 5 000 Kunden konnte der Mobilfunkanbieter bisher von seinem Handy-TV-Angebot „Watcha“ überzeugen. Die erklärte der Marketing- und Vertriebschef des Stuttgarter Mobilfunkanbieters auf der Euroforum-Jahrestagung „Telecom Trends“.

Vor allem die Vermarktung in den Sommermonaten während der Fußball-WM sei „sehr enttäuschend“ verlaufen, so der Debitel-Manager. Dies lag vor allen an großen Problemen mit den Vertriebspartnern, vor allem die Zusammenarbeit mit den großen Elektronikfachmärkten muss alles andere als optimal funktioniert haben.

Ein zweites großes Problem hat Debitel bei dem Mangel an Endgeräten für den Handy-TV-Standard Digital Multimedia Broadcasting (DMB) ausgemacht. Zum Start von „Watcha“, welches die Mobiles Fernsehen Deutschland GmbH erstellt, war in Deutschland gerade mal ein DMB-fähiges Handy auf dem Markt, das SGH-P 900 von Samsung. Mittlerweile bietet auch LG ein DMB-fähiges Handy an, das LG V9000, doch Gespräche mit anderen Handy-Unternehmen wie Nokia und Sony-Ericsson würden sich derzeit, so der Debitel-Vertriebsleiter, schwierig gestalten.

Um diesen Engpass zu beseitigen, haben LG und Samsung zugesagt, weitere DMB-Empfangsgeräte auf den Markt zu bringen. Um auch bei der Zielgruppe der jungen und technikbegeisterten Handy-Generation anzukommen, führt Debitel auch Gespräche mit No-Name-Herstellern. Denn wenn diese Zielgruppe erreicht werden will, das weiß auch der Debitel-Manager, dann müssen die Geräte viel billiger werden.

Dennoch ist sich Debitel sicher, dass Handy-TV weiterhin eine große Zukunft hat. So rechnet der Mobilfunkanbieter damit, dass bis 2010 jedes zweite Handy TV-fähig sein wird. Auch habe das Geschäft zum Jahresende durchaus „Grund zur Hoffnung“ gegeben. Ob dies nun Durchhalteparolen sind, oder Debitel sich tatsächlich auf eine längere Anlaufphase eingerichtet hat, bleibt fraglich.

Dass es ein grundsätzliches Interesse in der Bevölkerung am Handy-TV gibt, davon ist Debitel weiterhin völlig überzeugt. Allerdings, und das gab der Debitel-Marketingchef ohne Umschweife zu, muss das Angebot reibungslos funktionieren und ein genügend großes Senderangebot da sein. Besonders die Vielfalt ist aber bisher noch ein Problem, können in den Sendegebieten doch bisher nur vier Kanäle empfangen werden: ZDF, MTV, N24 und ein Comedy-Sender von ProSiebenSat.1.

Neben den Plänen der „Watcha“-Betreiber von Mobiles Fernsehen Deutschland, auch über den zweiten Übertragungsweg für mobiles Fernsehen, genannt DVB-H, empfangbar zu sein, sollen deswegen neue Programmformate eingeführt werden.
Diese werden verstärkt auf interaktive Inhalte setzen, so könnten als nächstes Shopping- und E-Commerce-Angebote folgen, die sich laut den Vorstellungen des Debitel-Managers durch leichte Bedienbarkeit und einen klaren Mehrwert für den Kunden auszeichnen sollen. Quelle: digitalfernsehen.de

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Nach über zehn Jahren als Strategieberaterin für internationale Unternehmen gründete die Diplom-Kauffrau 2006 mobile zeitgeist und machte es zum führenden Online-Magazin über das Mobile Business im deutschsprachigen Raum. Heute ist sie ein anerkannter und geschätzter Speaker und gehört zu den Influencern der deutschen Internet-Szene. Weiterhin ist sie Beiratsmitglied für die Studiengänge Angewandte Informatik und Mobile Computing an der Hoschschule Worms. Als Co-Founder von ZUKUNFT DES EINKAUFENS, begleitet sie die Digitale Transformation im stationären Einzelhandel. Sie berät und trainiert Unternehmen, die sich den Herausforderungen der Digitalisierung stellen und fördert mit ihrem Engagement die Entwicklung verschiedener Branchen und Märkte.

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