Befragung: Mobile Payment wird zum Milliardengeschäft

mobilenn anwendungen

Am 15.01.07 veröffentlichte der eco (Verband der deutschen Internetwirtschaft) eine Pressemeldung „M-Payment wächst zum Milliardengeschäft“. Meine Aufmerksamkeit war auf jeden Fall geweckt, insbesondere, da eine kürzlich veröffentlichte Studie von Steria Mummert (Befragung von Führungskräften der Telekommunikationsunternehmen) genau das Gegenteil aussagte. Dies ist nicht weiter verwunderlich, da die Telkos am Mobile Payment einfach (noch) kein Interesse haben.

Andere Meldungen, wie die der Zusammenarbeit von Visa und Nokia in Bezug auf ein weltweit einheitliches mobiles Bezahlverfahren (NFC), trugen ebenfalls dazu bei, dass ich neugierig wurde.

Eco hat mit dem aktuellen Trendbarometer Experten gestützt zu ihren Einschätzungen zum Mobile Payment befragt. Einige Aussagen der Pressemeldung hatten mich aber doch verwundert, so dass ich mich mit Bettina Horster, Leiterin des Arbeitskreises M-Commerce beim eco und Vorstand der Vivai AG, in Verbindung setzte. In einem sehr netten und offenen Gespräch konnte meine Fragen nach den Experten geklärt werden. Die befragten Experten waren Entscheider von Branchenteilnehmern, technischen Dienstleistern und insbesondere viele Banker. So ist das Ergebnis, dass 95 Prozent der Experten der Finanzwirtschaft eine Schlüsselrolle bei der Etablierung von M-Payment-Diensten zurechnen, nicht wirklich verwunderlich. Es wäre nur klasse, wenn sich dann doch die deutsche Finanzwirtschaft etwas mehr hervortun könnte, wenn es um die Etablierung eines bundeseinheitlichen mobilen Bezahlverfahrens geht.

Unter den befragten Experten befanden sich keine Vertreter des stationären Einzelhandels, so dass die Aussage von 59 Prozent (in 2004 34%) der Experten, dass der stationäre Einzelhandel eine rapide steigende Akzeptanz mobiler Bezahlsysteme zeigt, so zu interpretieren ist, dass „Aussenstehende“ meinen, es wäre beim stationäre Einzelhandel so. Meine Gespräche mit Vertretern des Handels verlaufen meist so: „Wenn mich das nichts kostet und es mir zusätzlichen Umsatz bringt, kann mich gern jemand ansprechen.“ Hier ist noch ein weiter Weg zu gehen, den Mehrwert mobiler Services zu kommunizieren.

Insgesamt zeigen die Zahlen aus dieser Befragung eines: Mobile Themen werden zunehmend in Entscheiderkreisen wahrgenommen. Dies läßt sich sehr gut daran festmachen, dass der eco Verband in 2004 die gleichen Fragen gestellt hat wie dieses Mal. Ein Beispiel: 2004 waren noch 74 Prozent der Befragten der Meinung, Mobile Payment würde sich zu einem gewinnträchtigen Geschäftsfeld entwickeln. Jetzt sagten dies 85 Prozent der Befragten.

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Über Heike Scholz 3371 Artikel
Nach über zehn Jahren als Strategieberaterin für internationale Unternehmen gründete die Diplom-Kauffrau 2006 mobile zeitgeist und machte es zum führenden Online-Magazin über das Mobile Business im deutschsprachigen Raum. Heute ist sie ein anerkannter und geschätzter Speaker und gehört zu den Influencern der deutschen Internet-Szene. Weiterhin ist sie Beiratsmitglied für die Studiengänge Angewandte Informatik und Mobile Computing an der Hoschschule Worms. Als Co-Founder von ZUKUNFT DES EINKAUFENS, begleitet sie die Digitale Transformation im stationären Einzelhandel. Sie berät und trainiert Unternehmen, die sich den Herausforderungen der Digitalisierung stellen und fördert mit ihrem Engagement die Entwicklung verschiedener Branchen und Märkte.

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