Google und die genervten Entwickler, Teil II

mobile zeitgeist

Google scheint weiter kein glückliches Händchen für die Entwickler ihres mobilen Betriebssystems Android zu haben. Schuld daran scheint hauptsächlich das eigene Image des Softwareriesen zu sein, denn Googles Image steht nach der bisherigen Entwicklung kostenloser Programme (Google Earth, Picasa, Google-Mail etc …) noch immer als größtes Symbol für kostenlose und freie Services und Software, die sich lediglich über Werbung finanzieren.
Nicht umsonst trafen die ersten Preisvorstellungen für das G1 die Öffentlichkeit damals wie ein Schock, denn kaum ein Laie hat damit gerechnet, dass die Googlegeräte ähnlich teuer wie ein iPhone sein würden. Auch die Entwickler klagten über hohe Preise für Entwicklungsgeräte.

Nun sorgt der Android Market für weitere Schluckbeschwerden bei den Entwicklern, vor allem die Anbieter kommerzieller Software scheinen mehr und mehr unzufrieden zu sein. Zum Einen sehen sie essentielle Probleme im Aufbau der Shopseite, in der sich die eigenen Programme nur schwer vermarkten ließen. Das ist zunächst nur eine temporär unzufriedenstellende Situation, die sich sicher leicht beheben lässt, doch zum Anderen steht in dem mittlerweile 2.300 Anwendungen großen Angebot den wenigen kommerziellen Applikationen eine Schwemme von freier Software entgegen, die von den Google-Fans (nichts anderes dürfte ein Großteil der Käufer der ersten Gerätegenerationen und natürlich auch ein Großteil der Entwickler sein) auch aus ideologischen Gründen natürlich bevorzugt wird.

Dadurch wird es für die kommerziellen Programm natürlich schwerer, überhaupt wahrgenommen zu werden. Einzelne Anbieter klagen über dramatischen Käuferschwund, sobald eine neue Software aus der Übersichtsliste neuer Programme verschwindet. Auch die Vermutung, dass sich Google mehr um die kostenlose Software bemüht, lässt die Entwickler nicht los:

„Maybe Google’s mindset is around providing stuff for free and making revenue back from advertising. But they have to make their minds up what it is to be. I would like to know how committed they are to paid-for content, and then I’d like to see some changes to Android Market.“

Demzufolge fangen in der Hoffnung auf erhöhte Wahrnehmung mehr und mehr Entwicklungsstudios an, kostenlose Lightversionen ihrer Programme im Android Market zu veröffentlichen. Ob das allerdings helfen wird, bleibt abzuwarten. Erste Programmierer erhalten schon Kommentare und Mails von Kunden, die sich darüber beklagen, dass eine Software verkauft wird. Wer Geld verdienen möchte, solle sich doch um den kommerziellen iPhone-Markt bemühen, Google stehe für freie und kostenlose Software. (Quelle: pocketgamer.biz)

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Über Patrick Voelcker 286 Artikel
Patrick beschäftigt sich beruflich und privat seit 2005 neben der Webprogrammierung auch mit der Entwicklung von Mobile und Native Apps. Er ist Rich Media Innovation Specialist bei Google und Autor des Buches "Spiele programmieren für iPhone und iPad" (dpunkt-Verlag). Außerdem ist er Gastdozent an der Popakademie Baden-Württemberg und der Filmschule Köln. Auf Mobile Zeitgeist schreibt er dementsprechend hauptsächlich über Trends und Entwicklungen in Mobile Entertainment [XING]

2 Kommentare

  1. Tja, die Geiz-ist-Geil-und-alles-nur-Kostenlos-Mentalität im Internet ist schon abstrus.
    Was glaubt Ihr „Ich-will-nur-was-nix-kostet-Alles-Gratis-Schnorrer“ eigentlich, wovon die Software Entwickler / Programmierer leben sollen???

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