Android Market vs. iTunes App store – Ring frei für die nächste Runde

iphone vs android

Die ersten Android G1 Geräte haben die Hände von Testern in den USA passiert und die ersten Rückmeldungen und Rezensionen sind ja fast als verheerend zu bezeichnen. Über kurze Akkulaufzeiten bei GPS-Betrieb, keinen normalen Kopfhöreranschluß, eine fehlende Kamerafunktion, die mangelhafte Unterstützung von mehreren E-Maikonten und die Unfähigkeit mit einigen Dateiformaten umgehen zu können, kommt jetzt auch noch die Kritiken an der „Remote-Kill-Application“-Funktion, die in den AGB der Android Market  vom Fachdienst IDG entdeckt wurden, hinzu. Auch das iPhone hatte bekanntlich Schwächen beim Empfang von WAP-Push-Nachrichten, dem Speichern von Inhalten und die Gebundenheit an den hauseigenen Vertiebskanal App Store. Aber beide Philosophien, attraktive Mobilgeräte mit der Monetarisierung durch einen „Hausverkaufssender“ voranzutreiben, prägt Stilblüten aus und zwar amerikanische.

Im Unterschied zum iTunes App Store, bei dem nach einer Lizensierung die Software überprüft wird, hat man im „Android Market„, der erst einmal allen Entwicklern offen steht, diese Prüfung nicht vorgesehen und möchte nach einem Verstoß gegen die AGB Applikationen und Programme aus der Entfernung auf den jeweiligen Geräten löschen. Irgendwie kommt einem, auch wenn der „Schutz des Komsumenten“ hier im Vordergrund steht, ein mulmiges Gefühl auf, wenn sich das persönliche Handheld automatisch verändert und sich Entscheidungen aus der Entfernung beugt. Bei der ganzen Diskussion um das hermetische Prinzip des iTunes Stores, des Ferneingriffes auf Androidhandys und den restriktiven Lizensierungsmodellen und Formulierungen der Wertschöpfungsketten, bleibt bei mir langsam der Spaß auf der Strecke. Wo sind denn die kleinen dreckigen Zusatzprogramme? Wo sind die trashigen und sinnfreien, verrückten Spiele der kreativen Entwicklergemeinde. Wo stecken die Erotik und die politisch unkorrekten Ballerspiele? Ich will Itchy und Scratchy auf meinem Bildschirm und keine digitalisierte Version des amerikanischen Political-Correctness-Welt. Ich bin erwachsen und ich weiß selber was ich will. Und wenn ich dafür zahle – will ich alles! Was meint Ihr? Bleibt die digitale Kultur auf der Strecke? Beteiligt Euch im Forum!

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Über Martin Walter 99 Artikel
Martin Walter war Kreativkonzepter bei der Yoc AG in Berlin und heute bei der Iconmobile GmbH als Senior Manager Mobile Marketing tätig. XING.

1 Kommentar

  1. Ja, die Walled-Gardens sind wieder im kommen – diesemal aber nicht von den Netzbetreibern sondern von den Geräteherstellern – und noch viel gründlicher abgeschottet.
    Das ist für alle Anbieter von mobile Services und Applikationen eine kleine Katastrophe – jedes neue Geschäftsmodell wird unberechenbar – es könnte ja sein das es der „große“ Bruder wieder auf dem Gerät löscht bzw. einen erst gar nicht drauf läßt.
    Deshalb kann man auch niemandem empfehlen, sich auf diese Geräte wie iPhone oder Android zu fokusieren, weil man der Gnade eines großen Players am Markt nahezu schutzlos ausgeliefert ist.

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