Adobe trickst Apple aus

mobile zeitgeist

Seit Monaten – gefühlten Jahrzehnten – versucht Adobe seinen Flashplayer irgendwie auf dem iPhone unterzukriegen, bislang erfolglos. Jetzt scheint Adobe endlich einen Weg gefunden zu haben, wenigstens sein ActionScript auf dem gehypten Mobilgerät unterbringen zu können: Mit der Ende des Jahres kommenden CS5- bzw. MAX 2009 Professional-Version verspricht Adobe die Möglichkeit, native Programme für das iPhone zu entwickeln. Aber der (Entwicklungs)Preis für Adobe scheint sehr hoch zu sein, denn Adobe kompiliert den ActionScript-Code komplett in (vermutlich) XCode und kann dann so über den AppStore vertrieben werden …

Meine Güte, da muss gewaltig Arbeit dahinter gesteckt haben, aber wenigstens kann so Adobe sein Flash wenigstens ansatzweise aufs iPhone portieren!
Damit verfolgt Adobe immer massiver seine Interpretation von „Write Once, Run Anywhere“ und versucht damit, seine Entwicklungsumgebung weiterhin für Designer interessant und das iPhone zugänglicher zu gestalten.

Allerdings läuft Flash ja auch im Web nicht immer optimal performant, noch schlimmer sieht es allerdings auf dem iPhone aus: Die bisherigen „Flash“-Spiele können qualitätiv sowohl in Performance- als auch in Designfragen bei Weitem nicht mit „normal“ programmierten Apps mithalten. Die bereits dem Appstore „untergejubelten“ Spiele „Trading Stuff„, „Just Letters„, „Chroma Circuit“ oder (der „Star“ der Sammlung) „Ficklebox“ (um nur die besseren Apps zu nennen) laufen selbst auf dem iPhone 3GS sehr ruckelig, an richtige Animationen – sonst die Stärke von Flash – ist kaum zu denken. Auch die Handhabung mit dem Multitouchscreen ist bei den bisherigen Apps sehr ungenau und agiert stark zeitverzögert.

So wird Adobe vorerst kaum Erfolg mit seiner Flashversion feiern können, aber immerhin ist der erste Schritt gemacht. Ob Apple damit einverstanden ist, darüber gibt es noch keine Information, es würde mich aber auch nicht wundern, wenn den „Flash“-Programmen beim Einreichen in den AppStore ein paar weitere Hürden in den Weg gelegt werden, zum „Browser“-Flash ist es noch ein weiter Weg …

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Über Patrick Voelcker 286 Artikel
Patrick beschäftigt sich beruflich und privat seit 2005 neben der Webprogrammierung auch mit der Entwicklung von Mobile und Native Apps. Er ist Rich Media Innovation Specialist bei Google und Autor des Buches "Spiele programmieren für iPhone und iPad" (dpunkt-Verlag). Außerdem ist er Gastdozent an der Popakademie Baden-Württemberg und der Filmschule Köln. Auf Mobile Zeitgeist schreibt er dementsprechend hauptsächlich über Trends und Entwicklungen in Mobile Entertainment [XING]

2 Kommentare

  1. Ich bin ehrlich gesagt immer froh, wenn die Monopolstellungen von Firmen aufgebrochen werden. Natürlich ist Adobe auch ein Riesenkonzern, doch durch die Möglichkeit der Flashapplikationen könnte sich der Aktionsumfang des iPhones von Apple drastisch erhöhen. Aufgrund des fehlenden Flash habe ich mir bisher kein iPhone zugelegt, doch das könnte sich ja scheinbar relativ schnell ändern…

  2. Nicht, dass da ein Missverständnis entsteht: Es wird weiterhin kein Flash fürs iPhone geben, es gibt nur die zusätzliche Möglichkeit, mit ActionsScript fürs iPhone zu programmieren. Der Code wird aber dann native kompiliert! Deswegen wird aber weiterhin leider kein Flash, Flash Lite oder Ähnliches im iPhone-Safari oder native dargestellt werden können.

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