40% der Geräte können gar nicht mobil surfen

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Zu diesem Schluss kommt der CEO der Firma qelp. qelp ist Sepzialist für Device Management und beschäftigt sich mit Einstellungen/Konfigurationen am Handy. Klassischerweise sind damit Netzwerkeinstellungen (APN, Gateway Adressen, …) gemeint.

Auf dem Firmenblog erzählt Wouter Deelman über eine Präsentation im Zuge des Device Management Forums in London, die er gemeinsam mit Blyk gehalten hat. Grundsätzlich ist Device Management ein Thema, das primär Betreiber interessiert bzw. in weiterer Folge Dienstanbieter, da jedes falsch konfigurierte Telefon Internet nicht nutzen kann und damit ein potentieller Nutzer weniger ist. Das Problem ist nicht neu, bereits 2003 hat sich die OMA damit beschäftigt und einen Standard etabliert (OMA Device Management), der es erlaubt Einstellungen OTA zu provisionieren.

Ich gehe davon aus, dass das Geschäftsmodell von Blyk bekannt ist. Für Werbung bekommen die Benutzer Freiminuten und Frei-SMS erhalten. Die Konsequenz daraus – jedes Telefon das bei diesem Tarif mitmachen will, MUSS eine funktionierende Internetverbindung vorweisen. Damit sollte die Verbindung zu qelp klarer sein. qelp hat Blyk geholfen 100% der Endgeräte mit funktionierenden Einstellungen zu versorgen.

Die Präsentation gibt einen interessanten Abriss über den Status von Device Management an sich und was die beiden Firmen im Zuge der Implementierung gelernt haben. qelp kam zu der Erkenntnis, dass bei einem klassischen Betreiber nur 60% der Geräte richtig konfiguriert sind, obwohl es einen etablierten technischen Standard gibt. Auf Gesamteuropa umgelegt sind das 500 000 Geräte, die mobiles Internet gar nicht nutzen können.

Die Schwierigkeiten liegen gar nicht so sehr bei der Anlieferung der Einstellungen, sondern an der darauf folgenden Bedienungen durch den Menschen. Eine Folie z.B. zeigt die notwendigen Klicks um die Einstellungen zu aktivieren, nachdem man die Einstellungen bereits empfangen hat.

Die Learnings aus Sicht von Blyk (also Betreibersicht):

  1. Industry has failed to standardize end to end settings delivery
  2. Fully automated successful settings delivery won’t work for second hand handsets
  3. Member interactions are required for settings delivery
  4. Customer self service is a must to support OTA-activation
  5. Some handsets do not support OTA at all, including Windows Mobile

Aus Sicht des Dienstbetreibers qelp gibt sich ein ähnliches Bild:

  1. OTA technically great, but does not resolve handset and user behaviour issues.
  2. Best in class mobile operators and MVNOs do not achieve more than 60% first time successful activations
  3. For mobile data services to mature, the industry must:
    • Realize the magnitude of the problem (which will grow in size)
    • Provide short term fixes including customer self service
    • Deliver a structural solution including
      – standardization through closer
      – cooperation between service
      – providers and handset vendors

Nebenbei: Der Titel der Präsentation lautet: „Mobile internet is not plug and play“. Die Präsentation kann unter blog@qelp.com angefordert werden.

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Über Philipp Nagele 190 Artikel
Philipp Nagele war unter anderem Produkt Manager bei einem grossen und namhaften Mobilfunkbetreiber und gehört heute zum Team von Wikitude. XING.

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