BlackBerry – Das Ende naht

BlackBerry Launch Keynote

Seit einigen Stunden überschlagen sich die Nachrichten und Spekulationen. BlackBerry wurde per 08:30 EST an der NASDAQ vom Handel ausgesetzt. Die meisten Artikel behandeln die Situation aber eher sehr oberflächlich wie der Beitrag BlackBerry stellt sich zum Verkauf. Was ist passiert?

BlackBerrys Hoffnungsträger, das neue Betriebssystem BlackBerry 10 ist gefloppt, dies kann man nach nunmehr einem halben Jahr feststellen. Im ersten Quartal der Verfügbarkeit wurden gerade einmal 2,7 Millionen Geräte verkauft was zusammen mit erodierenden Serviceerlösen zu einem nicht erwarteten Verlust führte, der vom CEO Thorsten Heins in einem als allgemein katastrophal bewerteten Earnings Call Ende Juni dann auch noch so schlecht präsentiert wurde, dass es zu einem Einbruch des Aktienkurses führte. Wenige Tage später auf der Hauptversammlung konnte Heins erneut weder durch Strategie noch mit einem Konzept überzeugen und legte die Lunte für erneute Übernahmespekulationen.

In der letzten Woche nun entstand die Diskussion, dass BlackBerry sich von der Börse zurückziehen könnte und im privaten Schutz mit starken Investoren einen neuen und noch einmal letzten Anlauf nehmen könnte. Hierbei kam der kanadische Pensionsfond als möglicher Ankerinvestor in die Diskussion, da dessen CEO genau dies für möglich hielt. Dies verursachte eine deutliche Kursstützung am Freitag.

Heute ist nun auf der gewöhnlich gut informierten Plattform Seeking Alpha zu lesen:

BlackBerry going-private offer coming from Fairfax?

  • Included in the BlackBerry strategic alternative news is Fairfax Financial’s (FRFHF.PK) Prem Watsa resigning from the board to avoid a conflict of interest.
  • Leading the special committee will be TPG Capital Senior Partner Timothy Dattels.
  • The combination suggests some sort sort of going-private bid by Fairfax, perhaps partnering with the Canadian Pension Plan.
  • BBRY is set to resume trading at 8:30 ET.

Dies würde eine kanadische Lösung darstellen, die Sinn macht vor dem Hintergrund, dass BlackBerry in Kanada fast schon als Nationalheiligtum gilt. Das Aus und den endgültigen Absturz von BlackBerry wird dies allerdings nur aufschieben, denn es fehlt mittlerweile nach einem Jahr Exodus der wichtigsten Mitarbeiter schlicht die Substanz für ein Comeback.

Über Klaus Düll 4 Artikel
ist seit vielen Jahren der Mobility im Enterprisebereich verbunden. Er ist ein international angesehener Consultant für mobile Fragen von Unternehmen und der Kopf hinter der datomo Mobility Suite, einer führenden mobilen Applikationswelt für Unternehmen. Zu seinen Hobbys gehört auch das Schreiben über Mobility, was er seit vielen Jahren tut. Andere Beiträge von ihm findet man im Pretioso Blog.

3 Kommentare

  1. Black Berry kann sich vermutlich aus eigener Kraft nicht mehr retten. Die Entwicklung der neuen Zugpferde X / Z 10 mit BlackBerry10 hat sicher Unsummen verschlungen. Prinzipiell könnten die Verkaufzahlen in diesem Jahr besser aussehen als die Jahre zuvor, trotz allem reicht es nicht. Selbst wer 5 Mio Einheiten verkauft, gehört nur zur letzten Garde! Das ist eben so. Die Smartphoneneuaufstellung erfolgte einfach zu spät und es fehlt an guten Kooperationen. Sch-ade-.

  2. Die meisten Artikel behandeln dieses Thema nicht oberflächlich sondern vorsichtig. Dass das System gefloppt ist , ist schonmal falsch. Nach 6 Monaten kann noch gar nichts floppen sonst wäre Windowsphone schon lange nicht mehr am Markt.
    Und Blackberry für tot erklären , ohne die genaue weitere Vorgehensweise des Unternehmens zu kennen ist beachtenswert.

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