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Am 16. Mai 2013 Von In Mobile Plattformen

Was Google sein Chrome ist Mozilla sein Firefox

Kürzlich hatten wir hier im ersten Teil unter dem Titel „Nokias Enkel attackieren Googles Androiden“ die Besonderheiten und Aussichten der Linux basierten Betriebssystem Sailfish und Tizen betrachtet. Diesmal fällt unser Augenmerk auf Mozillas und , bevor wir zusammenfassend einen Blick in die Zukunft wagen.

| Firefox OS

Einen gänzlich anderen Ansatz wählt Mozilla mit dem Firefox OS, welches nicht auf Linux, sondern auf HTML5 basiert. Große Pluspunkte sind laut Mozilla die große Entwicklergemeinde und die finanziellen Vorteile für die Mobilfunkanbieter, welche via Firefox OS wieder eigene Inhalte abrechnen und bei Apps endlich mitverdienen können.

Firefox OS hat in der Tat das Zeug, von unten her erfolgreich anzugreifen. Die Anlehnung an HTML5 eröffnet den Zugang zu einer großen Entwicklergemeinde, welche ihre Codes nicht erst groß umschreiben muss oder gar eine neue Programmiersprache zu erlernen hat. Außerdem sollen dank Open Web Standard auch Apps problemlos dort laufen. HTML5 erlaubt zudem eine reibungslose Integration des mobilen Browsers ins Betriebssystem – um nicht zu sagen: das ist eigentlich der Dreh- und Angelpunkt der ganzen Sache.

Da viele Apps lediglich dazu dienen Medieninhalte vom Gerät oder aus dem Web aufzubereiten und wiederzugeben, reicht das Browserfenster als Nachrichtenzentrale, Cloud-Zugang oder Medienplayer vollkommen aus, was ja auch bei heutigen Geräten oft schon der Fall ist. Der Vorteil für die Entwickler und Nutzer drückt sich auch im Preis aus und markiert gleichzeitig die Grenzen des Machbaren. Firefox OS wird eher im unterem bis mittlerem Marktsegment zuhause sein.  Anspruchsvollere Apps lassen sich so nicht realisieren, was ein Vordringen ins so genannte Premium-Segment erschwert.

Da Mozilla bei den Nutzern schon jetzt einen vertrauenswürdigen Namen hat, immerhin surfen rund 40 Prozent der Deutschen mit dem Firefox durchs Web, darf man auch hier von einem erfolgreichen Start ausgehen, erstrecht, wenn man sich die Liste der Unterstützer ansieht: dazu zählen unter anderem Huawei, ZTE, LG, Telefonica, TIM, T-Mobile, Sprint, Etisalat und Telenor.

Canonical | Ubuntu

Der letzte im Bund ist Mark Shuttleworth’s Canonical mit dem Ubuntu OS. Der mobile Ubuntu-Ableger basiert, wie und Tizen, auf Linux und wird in Kooperation mit Qualcomm entwickelt. Aufgrund geringer Skaleneffekte bei den Desktop- und Laptop-Rechnern dürften auch die Synergie-Effekte im Smartphone-Bereich überschaubar sein. Da bisher auch seitens Canonical keine wesentlichen Anstrengungen i.S. Markteintritt etc. zu bemerken waren, ist Ubuntu vorerst zu vernachlässigen und läuft wohl eher unter der Rubrik “me too!” was die mobilen Ambitionen angeht.

Fazit

Als Gewinner unter den OS Newcomern darf man Samsungs Tizen und Mozilla’s Firefox OS ansehen, welche auf Kosten von Googles Android, und mit Wohlwollen der Mobilfunkbetreiber, rasch nennenswerte Marktanteile ergattern werden. bzw. Windows und BlackBerry werden wohl ihre Nische verteidigen können, aber voraussichtlich keinen zweistelligen Marktanteil zurückerobern.

Das Interessanteste an Nokia wird die Navigationsplattform “HERE” sein, welche dann auch bei Mozillas Firefox OS  zum Einsatz kommt und nach der neuen Firefox Cookie-Regelung der nächste Schlag in Googles Kontor ist. ist zu wünschen, dass sie den Vorschusslorbeeren gerecht werden und durch bestechendes Software-Design eine Alternative zum iPhone anbieten werden. Und Ubuntu ist aus heutiger Sicht lediglich für eingefleischte Linux-Fans eine Wahl.

Über den Autor: Karsten Koos ist Portfoliomanager und Analyst bei der five-alive portfolio AG. Er hat rund 15 Jahre Erfahrung im “mobile business” als Anwender, Entwickler und Investor und war u.a. Mitbegründer des mobilen Online-Portals five-alive.mobi, welches nach rund 13 Jahren im Januar 2013 vom Netz ging.

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