Interview: Bank entwickelt eigenes Mobile Payment System

Im Mai startete die biw Bank für Investments und Wertpapiere AG, mit Sitz in Willich/NRW, das mobile Bezahlsystem „kesh“ und ermöglicht damit die bargeldlose Bezahlung per Smartphone. mz sprach mit Björn Jüngerkes, Leiter der Geschäftsentwicklung der biw AG, über das Produkt.

kesh

mz: Herr Jüngerkes, auf der EuroCIS im Februar diesen Jahres haben fünf verschiedene Firmen ein neues Mobile Payment Verfahren auf QR Code Basis vorgestellt. Weshalb würde ein Händler „kesh“ den Vorzug gegenüber einem dieser anderen Payment Systeme geben? Was ist die USP (unique selling proposition) von „kesh“?

kesh ist das erste mobile Bezahlsystem einer deutschen Bank. Das System identifiziert den Nutzer nicht über den , sondern über seine Handynummer, denn wir möchten dass sich unsere Kunden beim mobilen Bezahlen oder Kassieren sicher fühlen.

Ein weiterer Vorteil von kesh ist, dass Händler auch Zahlungen im Webshop akzeptieren können.

mz: Wie stellt sich „kesh“ auf der Kostenseite dar, sowohl für Händler als auch für den Kunden?

Der Händler kann kesh unabhängig vom existierenden Kassensystem und ohne Vertragslaufzeit nutzen. Dadurch entfallen die monatlichen Kosten für Kartenterminals. Bei kesh sind die Preismodelle, individuell auf den Händler angepasst. Sie sind geringer als bei der Girocard und starten bei 3,9 cent je Transaktion.

Für Kunden ist das Bezahlen beim Händler immer kostenlos. Mit kesh können auch Überweisungen zu Freunden  getätigt werden. Für solche Zahlungen fällt eine geringe Gebühr im einstelligen Centbereich an.

mz: „kesh“ wird auf Kundenseite als Prepaid-Konto geführt, die Aufladung per Vorabüberweisung (Dauer ca. 2 Tage) ist kostenlos. Ist eine Sofortaufladung vor Ort im Geschäft möglich und was kostet diese?

Falls Sie erst beim Bezahlen im Restaurant feststellen, dass Ihr kesh-Guthaben nicht ausreicht, ist eine Sofortaufladung aus der App heraus möglich. Für eine solche Premium-Sofort-Aufladung berechnen wir dem Kunden 0,49 €, unabhängig der Höhe seiner Aufladung.

mz: Wie kann der Kunde sein Restguthaben wieder auf sein Girokonto übertragen?  Ist dieser Geldtransfer kostenfrei?

kesh-Kunden können getreu unserem Slogan „Schnell. Sicher. Bequem“ ihr kesh-Guthaben aus der App heraus schnell auf ihr hinterlegtes Referenzkonto überweisen. Dieser Geldtransfer ist für den Kunden kostenfrei.

mz: „kesh“ basiert auf einer Onlinetransaktion. Das heißt, das Kunden-Smartphone benötigt während des Bezahlvorgangs eine Datenverbindung. Sehen Sie da kein Problem, wenn z.B. in einem gut abgeschirmten Gebäude bezahlt werden soll?

Sollte vor Ort die Datenverbindung mal nicht ausreichen, empfehlen wir dem Händler den Kunden einen kostenlosen WLAN-Zugang für eine Datenverbindung zur Verfügung zu stellen.

Jüngerkes

mz: Einer der größten Vorteile von QR-Code Mobile Payment ist die Möglichkeit des Window-Shoppings. Augenscheinlich ist dies noch nicht möglich. Ist es angedacht dieses Feature einzuführen?

Wir haben große Pläne mit kesh, möchten jedoch eine Stufe nach der anderen nehmen. Das Thema Window Shopping ist natürlich auch für uns sehr spannend, allerdings eher mittel- bis langfristig

mz: Wo wir schon im Feature Bereich sind, welchen Stellenwert messen Sie bei und können Sie sich dies auch für „kesh“ vorstellen?

Derzeit gibt es nur eine Handvoll von Smartphones, die NFC unterstützen. Wir sind bereit NFC als weiteren Übertragungskanal in kesh vorzusehen, allerdings erst dann, wenn wir eine entsprechende Verbreitung der Technologie sehen.

Herr Jüngerkes vielen Dank für die Beantwortung der Fragen.

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Rudolf Linsenbarth

Rudolf Linsenbarth

Rudolf Linsenbarth ist Senior Consultant für den Bereich Mobile Payment und NFC bei der COCUS Consulting GmbH. Zuvor war er 11 Jahre im Bankbereich als Senior Technical Specialist bei der TARGO IT Consulting (Crédit Mutuel Bankengruppe). Hier auf mobile zeitgeist schreibt Rudolf Linsenbarth in eigenem Namen .Mehr über Rudolf auf XING.

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4 Kommentare

  • Chris

    Wow, die erste deutsche Bank die sich an ein Mobile Payment System traut. Ich bin gespannt wann ich mit kesh auch in meiner Stast bezahlen kann. Bis dahin werde ich aber die App schon mal für das “Bezahlen unter Freunden” nutzen.

  • Mario

    Hört sich auf jeden Fall spannend an. Wenn das ganze sicher ist könnte ich mir vorstellen damit zu zahlen. Wie siehts denn mit der Sicherheit aus? Sollte bei einer Bank ja das A und O sein…

  • Mario

    Hört sich auf jeden Fall spannend an. Wenn das ganze sicher ist könnte ich mir vorstellen damit zu zahlen. Wie siehts mit der Sicherheit aus? Sollte bei einer Bank ja das A und O sein…

  • Marc

    in meinem Bekanntenkreis würde sich das nicht durchsetzen, da man erst Guthaben aufladen muss.
    die User wollen es wie bei paypal bzw. girogo

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