[Interview] 10 Fragen an Florian Hofmann zu pixoona & paij

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Florian Hofmann, Jahrgang 1980, ist Managing Director Business Development von pixoona und paij mit Sitz in Wiesbaden. Nach seinem Studium der Sozialen Arbeit und mehreren Semestern Business Administration an der Fachhochschule Wiesbaden zeichnete er bereits mehr als zwei Jahre als Manager für den Bereich Business Development bei redpeppix verantwortlich.

Seit November 2011 ist der gebürtige Hochheimer als Managing Director Business Development tätig. Vor seinem Eintritt bei der redpeppix GmbH & Co. KG im Juni 2009 leitete Florian Hofmann bei der Berlitz Deutschland GmbH den Bereich Internal Retail Sales in Frankfurt. Das Interview führte Stephan Böhm von mobile zeitgeist.

mz: Redpeppix – ein ungewöhnlicher Name. Wie ist es zu diesem Namen gekommen und was ist die Geschichte hinter diesem Startup?

Das Unternehmen redpeppix wurde 2010 von Sylvia Klein gegründet. Entstanden ist es aus der Idee heraus, interessante und innovative Produkte zu entwickeln und zur Marktreife zu bringen.

Aktuell sind wir mit zwei Produkten am Start: pixoona, mit dem man eine völlig neue Dimensionen der Kommunikation auf Bildern beschreitet, und der Mobile Payment-App paij.

Der Name redpeppix ist ursprünglich abgeleitet von der Agentur redrauscher, aus dem das Gründungsteam hervorging. Redrauscher ist die simple Anglizierung des „Roten Rauscher“, einem leckeren Traubenmost aus der Region.

mz: Die Idee eines „internen Inkubators“ zur Entwicklung neuer Produktideen ist ein interessanter Ansatz, welche Geschäftsideen wurden bereits umgesetzt?

pixoona und paij haben wir bereits in den Markt eingeführt, aktuell befinden wir uns mitten in der Umsetzung von neuen Versionen. pixoona hat 2012 einen rapiden User-Zuwachs verzeichnen können und wird schon von unterschiedlichen Publishern eingesetzt.

Unsere Mobile Payment-App paij haben wir im Herbst gelauncht. Nach erfolgreichen Markttests gehen wir seit einigen Wochen in die Offensive und stoßen sowohl bei Händlern als auch bei den Usern auf positive Resonanz. Auf der CeBIT waren wir sogar auf dem Stand des Bundeswirtschaftsministeriums vertreten.

Beide Produkte – pixoona und paij – starten gerade richtig durch! Aber als reinen Inkubator wollen wir uns nicht betrachten. Wir verfolgen keine Portfoliostrategien, sondern Ideen und Leidenschaften aus unserem Mitarbeiter- und Freundesnetzwerk.

mz: Mit Pixoona werden Elemente von Tagging, Social Media und auch Bilderkennung vereint. Können Sie diese Anwendung noch etwas genauer erklären?

Bilder sind integraler Bestandteil von Kommunikation im Internet. pixoona ist eine bildgetriebene, Location-based-App. Unsere User können mit pixoona so genannte Rich Media-Tags auf Bildern und reale Locations setzen. Das bedeutet konkret, dass jeder User mit unserer pixoona Browser-App Kommentare, Videos, Musik, Produktempfehlungen, Bilder und Facebook-Profile interaktiv in einem Bild hinterlegen kann.

Meinen Gedanken, Meinungen und Reaktionen auf ein Bild kann ich so kreativ Ausdruck verleihen und mit meinen Freunden diese Geschichten interaktiv teilen. Durch die Mobile App wird pixoona in den Alltag verlängert und macht Rich Content dort relevant, wo man sich gerade befindet. So kann jeder Location-relevanten Content auf Bildern erschaffen und teilen.

mz: Tagging und Location-Based Services sowie Bilderkennung sind zwar populär – die Nutzungszahlen sind aber häufig gering. Warum glauben Sie bei pixoona an den Erfolg?

Bisherige Angebote sind sehr Publisher-lastig und reduzieren den User auf das Konsumieren und Bewerten von Content. pixoona stellt den User und seine Geschichte in den Mittelpunkt. Wir geben unseren User die Freiheit auf jedem Bild und an jedem Ort der Welt Content zu kreieren und mit Freunden zu teilen. Diese persönlichen Momente und Geschichten zu teilen und mitzuerleben hat für den Einzelnen eine größere Relevanz als Information darüber, wo die nächste Pizzeria in meiner Nähe ist.

Wir sind davon überzeugt, dass vom User kreierter Content die Relevanz für die kritische Masse birgt. Das macht pixoona so einmalig und lässt uns jeden Tag für unser Produkt neu begeistern. Diese Leidenschaft für das Produkt treibt uns an!

mz: Die Pixoona zugrunde liegende Technologie PIX-TEC macht Redpeppix frei verfügbar. Wie wird diese eingesetzt und wen adressieren Sie damit?

Bilder sind Gespräche. Wer Bestandteil von sozialen Gesprächen werden will, muss auf die Bilder, um die sich alles dreht. Jeder Publisher oder Advertiser, der in Dialog mit seinen User treten will, ist bei pixoona herzlich Willkommen. Die Anwendungsszenarien reichen von der trivialen Content-Verlinkung aus dem Bild in den Shop, bis hin zu Creation-Kampagnen, in der Fans die Bildwelten einer Marke miterzählen und vertaggen können.

Die PIX-Technologie ist für jeden nutzbar. Man kann sie in die eigene Website integrieren, die Browserapp nutzen oder die pixoona Mobile App verwenden. In jedem Fall ermöglicht pixoona das unbegrenzte Storytelling auf Bildern quer durch das Internet – egal wo man sich gerade befindet.

mz: Welches Geschäftsmodell verfolgen Sie mit pixoona und können Sie uns auch etwas zu aktuellen Nutzerzahlen und Status-quo sagen?

Mit pixoona haben wir bereits in der Frühphase ein vollständiges Business-Modell implementiert. Wir sind in der Lage bis zu 90 Prozent der Tag-Inhalte unserer User zu monetarisieren. Dabei arbeiten wir sehr erfolgreich mit starken Vermarktungspartnern aus dem Affiliate-, Preis- und Suchmaschinensegment zusammen. Spannend dabei ist, dass der persönliche Bezug zum Bild und die starke Inhaltrelevanz zum Bild Conversionrates zulässt, die deutlich über dem Marktstandard liegen.

Das Potenzial haben wir noch lange nicht ausgereizt, sind aber mit unseren Lab-Daten sehr zufrieden. Auch in der Usergenerierung zieht das Thema Bildertagging und Interaktion auf Bildern überdurchschnittlich. Größer angelegte Traffic-Kampagnen Ende 2012 haben uns User im sechsstelligen Bereich beschert. Aktuell optimieren wir die Markenfokussierung und das Onboarding und freuen uns schon auf das nächste Release im Mai; erste Eindrücke davon wird es auf der republica 2013 in Berlin zu sehen geben.

mz: Mit paij haben Sie zudem eine Proximity M-Payment-Lösung entwickelt, die den lokalen Einzelhandel adressiert. Auch diese Markt ist nicht ganz einfach – wie ist die bisherige Resonanz?

paij ist seit Oktober letzten Jahres im App-Store verfügbar. Bislang haben wir – ohne Promotion – bereits sehr viele App-Downloads registriert, mehrere Hundert User haben sich als Merchants angemeldet. Paij ist einfach, sicher und social – das Kauferlebnis kann direkt in den sozialen Netzwerken geteilt werden.

Von den Testmärkten in Wiesbaden, Darmstadt, Ludwigshafen und auch aus Wien erhalten wir durchweg positives Feedback. Mit den daraus gewonnenen Informationen machen wir paij jeden Tag noch besser.

mz: Durch die Verwendung von PayPal als Bezahlplattform greifen Sie auf ein erfolgreich etabliertes Produkt zurück. Das kostet aber sicherlich etwas Marge – was bleibt für Redpeppix?

Transaktionen kann doch jeder. Natürlich ist ein Revenue-Share mit unseren Zahlungsprovidern Grundlage unseres Business-Modells für paij. Das gilt sowohl für E-Wallets wie PayPal oder Click&Buy, aber auch für die klassischen Zahlungsmittel wie Kredit-, Debitkarte oder Elektronisches Lastschriftverfahren.  Grundsätzlich sind wir aber davon überzeugt, dass es immer lukrativer sein wird, Menschen in Beziehung zu setzen.

Wir haben alle sicherheits- und datenschutzrechtlichen Fragestellungen effizient und transparent gelöst. Jetzt dreht sich bei paij alles nur noch darum, Händler und Kunden in Beziehung zu bringen und Mehrwerte zu schaffen. Tun wir dies erfolgreich, werden wir vom Verkäufer dafür belohnt. Der spannende Teil unseres Erlöskonzepts liegt in den Marketingmöglichkeiten verborgen, die wir den Händlern über unser System anbieten werden.

mz: paij integriert Social Media und wird mit „Teile Deine Einkäufe“ beworben. Das ist eine neue Perspektive auf Bezahldaten – sonst stehen doch eher Sicherheit und Datenschutz im Vordergrund?

paij hat schon im Frühstadium seine Hausaufgaben gemacht. Sicherheit und Datenschutz sind aber keine Alleinstellungsmerkmale, sondern Pflichtprogramm. Das sind für uns absolute Grundrechte. Jeder User kann bei paij selbst entscheiden, wie viele Daten er preisgibt, ob er seine Einkaufserlebnisse mit anderen teilt, oder nicht. Wir gehen bei paij sogar soweit, dass unser Business-Modell nicht auf der Wertschöpfungtiefe der Profildaten eines Users basiert. Das ist leider immer noch branchenüblich.

Bei paij geht es auch nicht um das simple Teilen von Einkaufszetteln. Wen interessiert den sowas? Man muss verstehen, dass Vieles, was wir uns kaufen, glücklich macht und inspiriert. Diese Glücksmomente und Erlebnisse will ich teilen. Die vertrauenswürdigste Empfehlung ist immer noch die eines zufriedenen Kunden. Genau diese Schätze bergen wir mit paij und skalieren sie für den stationären Handel.

mz: Verfolgen Sie noch weitere Konzepte und was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Trends im Bereich der mobilen Anwendungen innerhalb der nächsten 12 Monate?

Aktuell arbeiten wir parallel noch an dem Projekt drapIt.com. Im Fokus stehen für uns persönlich immer Technologien die folgende Werte fördern: Freiheit, Kreativität und Mobilität! Die Mobile-Trends der nächsten zwölf Monate? Im Mobile-Bereich dürften neben dem Thema Mobile Payment und dem Dauerbrenner Shareconomy insbesondere Augmented Reality eine wichtige Rolle spielen. Mit der pixoona-App schlagen wir die Brücke zu dieser neuen Dimension der Kommunikation. Da wird Google Glass noch Augen machen!

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Stephan Böhm

Dr. Stephan Böhm ist seit 2006 Professor für Telekommunikationstechnik/ Mobile Media am Studiengang Media Management der Hochschule RheinMain (ehemals FH Wiesbaden). Als Experte für Mobile Media hält der studierte Wirtschaftsingenieur Vorträge auf Fachveranstaltungen, berät Unternehmen und ist Autor mehrerer Veröffentlichungen zu innovativen mobilen Diensteangeboten.

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