Google Glasses als „Helferlein“ in Konferenzen?

Smartphones sind in Zeiten von Industriespionage, Datenschutz und Verschlüsselung von sensiblen Unternehmensinformationen, zu recht, nicht gern in Meetings und in Vorstandsetagen gesehen und stellen fortwährend ein Risiko dar, obgleich Ihre Vorteile ja auf der Hand liegen. Die Akzeptanz für Google Glasses in Unternehmen dürfte daher zumindest nicht höher sein.

Dennoch, ich bin heute über einen interessanten Artikel gestolpert. Die Universität Freiburg und Fluid Operations (Anbieter von semantischen Cloud- und Datenmanagementlösungen)  entwickeln zurzeit in Ihrem gemeinsamen Projekt „Durchblick“ einen Prototypen, für ein kontextsensitives und mobiles Konferenzassistenzsystem, das auf der Glasses Technologie aufbaut.

Im Klartext, dem Konferenzteilggnehmer werden während eines Meetings zusätzliche Informationen eingeblendet, die er genau in dieser Situation benötigt. Fluid Operations greift dabei technisch auf eine bereits existierende Lösung zurück, der „Information Workbench“. Diese individuell anpassbare Plattform, verbindet Daten aus sozialen Netzwerken wie LinkedIn oder Facebook, Kontaktdaten (Outlook) sowie Metadaten der Konferenz (Vorträge, Dauer, usw.) und stellt diese dem Nutzer in einer aggregierten Form zur Verfügung.

Der Träger der Brille erhält direkt in seinem Sichtfeld alle wichtigen Informationen, wie zum Beispiel den Namen des Vortragenden und des gegenübersitzenden sowie zusätzliche Informationen über diese Personen (Unternehmen, Wohnort). Denkbar ist auch ein „push“ von  Hintergrundinformationen zu dem grade zu besprechendem Thema.

Grundsätzlich ist das sicher eine große Hilfe, wenn man sich generell daran gewöhnt hat, eine solche „Brille“ zu tragen bzw. dies auch sozial akzeptiert ist. Hier kann man auch noch weiterdenken. Mir ist sofort eine Integration von Kundendaten aus einem CRM-System eingefallen oder die Verwendung der Brille als Vortragender. Eine Verknüpfung mit Power Point wäre eine wirkliche Weiterentwicklung der „Referentenansicht“.  Bleibt dann nur noch die Frage offen, ob der Referent überhaupt noch selbst etwas Wissen muss, oder nur noch eine Marionette von Google ist.

Das Projekt ist im April 2013 gestartet und wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) gefördert.

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Tobias Brockmann

Tobias Brockmann

Tobias Brockmann ist Managing Director des Competence Centers Connected Organization an der Universität Münster. Er promoviert im Bereich Mobile Enterprise und Social Software und ist als Dozent und Berater für die Themen Social Media und Mobile Services tätig.

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