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Am 11. April 2013 Von In Mobile Webseiten

Neuer Opera-Browser beta für Android

Die norwegische Opera Software ASA hat kürzlich ihren neusten Browser als Beta für Android Tabs und Smartphones herausgebracht. Und auch wenn es noch Beta ist – der neue begeistert sofort. Mittlerweile gab es auch schon diverse Updates, so dass eine marktreife Version sicher nicht mehr lange auf sich warten lässt.

Insgesamt kommt der neue Browser optisch aufgeräumter daher. So wurden beispielsweise Adress- und Suchfenster zusammen gelegt und die Benutzerführung intuitiver gestaltet. Auch kann man mit Operas Speed jetzt nicht mehr nur einzelne Favoriten, sondern gleich ganze Ordner anlegen.

Die Opera-Synchronisation mit dem Desktop funktioniert nicht nur für Lesezeichen und Favoriten, sondern auch für die Opera-Notizen einwandfrei. Man hat nun nicht nur seine Lesezeichen, sondern auch seine Notizen vom Operas  Desktop-Browser unterwegs immer zur Hand, was bei einem Marktanteil von drei bis fünf Prozent der Desktop-Browser vielleicht noch nicht allzu viel Nutzer anspricht. Aber vielleicht ist auch gerade dies für den einen oder anderen ein Argument, um sich auch einen Opera-Browser auf den Mac oder PC zu ziehen.

Für seinen jüngsten Browser hat Opera auf die Open-Source Technologie WebKit zurück gegriffen, welche bereit in Apples Safari-Browser, sowie bei Nokia und Google zum Einsatz kommt.

Und falls es mal abseits der Breitbandverfügbarkeit etwas harzt beim Surfen, kann man mit Opera einfach in den Off-Road-Mode schalten. Der Browser macht sich dann eine Kompressionstechnik zu nutze, die man schon vom Opera Mini her kennt, und das Datenvolumen der Webseiten via Proxi-Server dezimiert.

Wie bei seinen Vorgängen, kann man auch beim neusten Opera Browser in diversen Tabs surfen. Neu ist hier die bei anderen mobilen Browsern bereits bekannte Funktion des “Private Browsing”, also des Surfens ohne Spuren zu hinterlassen, was, in Ergänzung mit Operas Proxi-Servern, besonders in weniger demokratischen Regionen sehr beliebt ist.

Ergänzt wird das Ganze durch das ebenfalls neue “Discovery Feature”, das durch eine individualisierbare News-Seite zum weiter Surfen animieren soll, sowie die Platzierung des “Verlauf” auf der Startseite, um bereits angesteuerte Seiten schnell wieder zu finden. Außerdem kann man komplette Webseiten runter laden, um sie später offline zu lesen, was beispielsweise für Geschäftsreisende am Flughafen von Nutzen sein kann.

Alles in Allem ein gelungener Wurf. Bleibt zu hoffen, dass Opera die Neuerungen nicht nur auf Android beschränkt, sondern auch seinen Browsern für andere mobile Betriebssysteme zugutekommen lässt.

Zwar ist bei einem Marktanteil von rund fünf Prozent bei Desktop-Browser für Opera mit keinen nennenswerten Anstieg der Nutzerzahlen aufgrund der Notiz- und Lesezeichensynchronisation zurechnen, aber die erstmals bei Opera zum Zuge kommende Webkit Architektur und das moderne, aufgeräumte und zum Stöbern animierende Erscheinungsbild dürfte schon dazu angetan sein, hier und da, den Geräte eigenen Browser zu ersetzen. Immerhin gibt es den Opera-Browser auch für Symbian, Windows Phone/Mobile, sowie für BlackBerry, iPhone und Maemo.

Besonders das Thema Datenkompression, bei dem man Opera getrost als Pionier bezeichnen darf, dürfte bei zunehmender Datennutzung auch für deutsche Smartphone-Surfer und Tab-PC-Nutzer von Interesse sein, lässt sich doch so merklich Datenvolumen und letztendlich auch bares Geld sparen. Vor diesem Hintergrund dürfte es den meisten Usern auch egal sein, ob sie via Proxi-Server surfen, wo die Webseiten komprimiert werden , oder direkten Zugriff haben.

Da Opera mit den meisten Herstellern und Mobilfunkanbietern Verträge hat, welche den Opera-Browser schon ab Werk auf meist preiswerte Geräte vorinstallieren, besteht durchaus die Chance, dass Opera mit dem neue Design neue Fans gewinnt, welche vermutlich eher im Bereich der Preisbewussten Prepaid-Surfer zu finden sein werden. Wenngleich das Design und die Innovationskraft des neuen Opera-Browsers durchaus angetan ist, auch Design- und Technikfreunde aus dem iPhone- oder Androidlager zu überzeugen.

Über Opera: Opera Software wurde 1995 von Mitarbeitern des norwegischen Mobilfunkkonzerns Telenor gegründet und gilt als Pionier im Bereich mobiler Browser. Opera bedient derzeit weltweit rund 230 Millionen mobile Surfer und hat damit einen Marktanteil von 15,35 Prozent, hinter Andorid mit 30,85 Prozent und iPhone mit 23,08 Prozent. Bei Desktop-Browsern hat Opera aber nur einen Marktanteil von drei bis fünf Prozent, je nach Quelle, ist aber Marktführer in Weißrussland und auch sonst in Ost-Europa und den Emerging Markets recht beliebt.

In Deutschland liegt die Reichweite von Opera bei rund fünf Prozent, weit abgeschlagen hinter Android (51%) und iPhone mit 30 Prozent, aber noch vor dem mobilen Internet Explorer von Microsoft (2%) und Nokia mit einem Prozent. Das die Verbreitung von Opera Mini und Opera Mobile in Deutschland in etwa dem Marktanteil von Symbian entspricht, kommt dabei nicht von ungefähr. So fand sich der Opera-Browser schon Ende der 1990er Jahre auf den Psion PDAs, deren Betriebssystem später als Symbian bekannt wurde.

Über den Autor: Karsten Koos ist Portfoliomanager und Analyst bei der five-alive portfolio AG. Er hat rund 15 Jahren Erfahrung im “mobile business” als Anwender, Entwickler und Investor und war u.a. Mitbegründer des mobilen Online-Portals five-alive.mobi, welches nach rund 13 Jahren im Januar 2013 vom Netz ging.

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