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Am 20. März 2013 Von In Mobile Advertising, Mobile Webnutzung, Nutzerverhalten, Statistiken

Mobile Advertising 2013 – Was war, was ist und was kommt

Alle warten auf den Frühling, während der mobile Sommer schon lange in seiner vollen Pracht erstrahlt.  Es scheint kaum einen Markt zu geben, der kontinuierlicher wächst, als der der mobilen Kommunikation. Sogar der für viele veraltet wirkende SMS-Versand verzeichnete trotz steigender Beliebtheit der Messenger-Dienste wie What’s App, Hike oder dem Facebook Messenger einen Zuwachs von 9,4 Mio. SMS mehr pro Tag im Vergleich zu 2011.

Smart AdServer hat im Februar 2013 in einer Infografik einige Kennzahlen aus 2012 als Grundlage für eine Prognose zum Thema Mobile Advertising zusammengestellt. Lassen sich diese Vorahnungen jetzt am Ende des ersten Quartals 2013 schon bestätigen oder gibt es sogar neue Faktoren, die nicht berücksichtigt wurden?

Die Welt agiert zunehmend mobil – Der Mobile Traffic ist ungebremst

Im Vergleich zu 2011 hat sich laut Smart AdServer der mobile Datenverkehr in 2012 verglichen zum stationären Traffic je nach Interessensgebiet verdrei- bis vervierfacht und wird für 2013 auf 50% angesetzt. Eine mobile Nutzung des Internets findet dabei hauptsächlich in den Morgen- und Abendstunden statt. Tatsächlich zeigen die Statistiken, daß Android und iOS ihren Erfolgskurs weiter fortsetzen und bei den eingesetzten Mobile OS im Vergleich zum Vorjahr im März 2013 eine Steigerung von 4% (iOS) und 13,6% (Android) erzielen konnten. Informationen werden somit für immer mehr Personen auch mobil zugänglich. Cisco untermauert diesen Aufwärtstrend und bezifferte das globale Wachstum des mobilen Traffics um 70% bis Ende 2012. Die prognostizierte  Verdreizehnfachung bis Ende 2017 scheint da wenig verwunderlich, zieht man in Betracht, daß die Anzahl der der genutzten mobilfähigen Endgeräte schon 2013 zahlenmäßig gleichgestellt mit der Weltbevölkerung sein werden.

Apps vs. Mobile Websites  – Wo wirbt es sich am besten

Sowohl über Apps als auch die mobilen Websites steigerte sich der Traffic bis Ende 2012 global gesehen im Durchschnitt um das Dreifache. Interessant ist hierbei die unterschiedliche mobile Nutzung in den einzelnen Ländern. Während in Deutschland deutlich mehr Daten über mobile Websites abgerufen wurden, verhält es sich z. B. in Frankreich genau umgekehrt. Auch wenn diese Zahlen deutliche regionale Unterschiede kennzeichnen, ermöglicht die eingangs erwähnte Zunahme verfügbarer Smartphones und Tablets in 2013 im Vergleich zur bisherigen Masse der einfachen, dennoch internetfähigen Feature Phones immer mehr Personen den Zugang zu und die Nutzung von Apps. Ob jeweils mobile Banner bzw. mobile Sonderwerbemittel oder eher In-App-Ads oder beide Formen parallel genutzt geeignete Maßnahmen zur Kommunikation sind, ist natürlich stark abhängig von einer zielgerichteten, individuellen Kommunikationsstrategie.

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Endgeräte und ihre mobilen Betriebssysteme – Welche technische Basis relevant ist

Auf einzelne Geräte heruntergebrochen waren Apples iPhone 5 und die Samsung Galaxy-Serie Ende 2012 zusammen mit 60% unangefochten an der Spitze, wenn es um mobile Ad Impressions ging. Die übrigen 40% verteilten sich auf ca. 4000 weitere Geräte. Das iPhone 5 war dabei im 4. Quartal 2012 weitaus absatzstärker als das Samsung Galaxy S3. Die kürzliche Markteinführung des Galaxy S4 könnte Samsung jedoch zu einem deutlichen Schub verhelfen. Trotz aller Unkenrufe konnte sich das Windows Phone 8 OS über die Nokia-Geräte z. B. in Italien einen Marktanteil von 13,9% (+ 11,1 Prozentpunkte) erarbeiten und liegt damit hinter Android und iOS dort auf dem dritten Platz. Betrachtet man das Übergewicht des mobilen Traffics, der in Italien durch Apps generiert wird, ist dies‘ ein eindeutiges Signal speziell für Werbetreibende im italienischen Markt auf In-App-Advertising auch bei Windows Phone 8 zu setzen.

Sprechen Sie die Sprache der Endgeräte – Wie Sie Verständnis erzeugen

Mobile Werbeformen genießen eine vergleichsweise hohe Akzeptanz – und so sollte es auch bleiben. Die Vielfalt der Geräte und die nicht zu unterschätzende unterschiedliche Verteilung der Versionen mobiler Betriebssysteme stellen Vermarkter und Agenturen immer wieder vor Herausforderungen, da die kreativste mobile Werbeidee nicht funktioniert, wenn sie geräteseitig fehlerhaft ausgespielt wird.

Die Öffnungsrate von Mobile E-Mails lag Ende 2012 z. B. mit 41% um das Dreifache höher als noch 2010, was sicherlich auch der zunehmenden mobilen Optimierung geschuldet ist. Betrachten wir Mobile Bannering und In-App-Ads, waren iOS mit 42% (-5 Prozentpunkte) und Android mit 50% (+17 Prozentpunkte) globalem Marktanteil bei Ad Impressions die wohl relevantesten Betriebssysteme, auf die sich Vermarkter fokussieren sollten. Im Tabletmarkt geht das Marktforschungsinstitut IDC in einer aktuellen Studie aus März 2013 davon aus, daß Android mit 48,8% knapp 3 Prozentpunkte vor iOS liegen und Apple von der Spitze verdrängen wird. Interaktive Banner und Video-Werbeformen sind dabei vor dem Hintergrund des spielerischen Umgangs mit mobilen Geräten, Verträgen mit unbegrenztem Datenvolumen, öffentlichen W-LAN Netzwerken, der steigenden Verbreitung von Smartphones und Tablets sowie immer schnelleren Verbindungsstandards zunehmend unkritischer und deutlich interessanter für den User als Standard-Werbeformen.

Ein Fazit – Wieso Mobile Advertising erfolgversprechender denn je ist

Smart AdServer lag mit den Prognosen zur zunehmenden Nutzung des Mobile Web und der damit einhergehenden sinnvollen Fokussierung von Werbemaßnahmen auf den mobilen Kanal nachweisbar richtig. Aber ist das schon alles gewesen? Welche Chancen des Mobile Advertising bieten sich darüber hinaus noch für Unternehmen?

Bannering/Mobile Facebook-Ads:
Alleine Facebook als größtes soziale Netzwerk der Welt wird heute von 2/3 der User vorwiegend mobil genutzt und generierte Ende 2012, ein knappes Jahr nach Einführung mobiler Werbemittel, schon jeden vierten Dollar über Mobile Advertising.

Location-based Advertising:
Werbung gewinnt an Akzeptanz, wenn sie Mehrwerte schafft. Passgenau auf Ort, Zeit und Interessen zugeschnittenes Marketing erhöht die Kundenbindung und Chance, den Absatz zielgruppengenau mit geringen Streuverlusten zu steigern. Verve Mobile fand in einer Studie heraus, daß 2012 ortsbezogene Werbemaßnahmen die Click-Through-Raten durch den Mehrwert für den Nutzer sogar verdoppelten. Mehr zum Thema Location-based Marketing erfahren Sie zudem in den Artikeln „TNS Mobile Club 2013 – Die Wahrheit über Location-Based Services” und „Mobile Search Moments: Die mobile Suche als Treiber“.

Mobile Video:
Aufgrund schnellerer Verbindungsstandards wie LTE und immer größerer Datenvolumen bzw. der Verbreitung öffentlicher W-LAN Netzwerke wird Mobile Video eine große Rolle 2013 spielen. Mehr als 50% des in 2012 generierten mobilen Traffics sind auf Video-Aufrufe zurückzuführen. Tendenz: steigend. Mobile Video wird dadurch zu einem enorm wichtigen Werbekanal.

Hardware:
Tablets werden weiter in den Fokus rücken und bieten aufgrund ihrer Größe neue Chancen des Mobile Advertising. Bereits 2012 waren 36 Millionen Tablets weltweit im Einsatz, 2,5 Mal mehr als noch 2011. Dabei wurde 2012 pro Monat mehr als doppelt soviel Traffic (820 MB) verglichen mit Smartphones (342 MB) generiert. Das auf Targeted Mobile Advertising spezialisierte US-Unternehmen Jumptap vermutet einen zukünftigen Anteil von 29% für Tablets am Markt der mobilen Endgeräte.

Ob mobiler Bannerformate, iAds, In-App-Ads, Mobile E-Mail, SMS/MMS, Push-Notifications, Facebook-Ads oder Mobile Video, Mobile Advertising ist vielfältiger und spannender denn je – und noch lange nicht ausgereizt.

Über den Autor: Sebastian Scheele ist Senior Concept Developer Mobile, Copywriter und Consultant bei der conVISUAL AG, Oberhausen. Auf Basis von Bedarfsanalysen und Workshops entwickelt er zielführende  Konzepte für mobile Plattformen und Werbestrategien und berät internationale Kunden unterschiedlichster Segmente.

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2 Antworten

  1. Wow… das tatsächlich 86% des mobilen traffices in Deutschland über den Browser kommt überrascht mich. Hätte gedacht, dass der App-Anteil deutlich größer ist.

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