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Am 11. März 2013 Von In Mobile Research, Nutzerverhalten, Studien

TNS Mobile Club 2013 – Die Wahrheit über Location-Based Services

Letzte Woche wurde TNS Infratest Mobile Club mit dem Fokus Location-Based Services veröffentlicht. Der Mobile Club ist eine kontinuierliche, repräsentative Studie, die ca. 2.000 Personen zu bestimmten mobilen Themen befragt.  Gemeinsam mit dem Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. wurden im Zeitraum vom 3. bis 28. Januar 2013 die Interviewten nach ihrer Kenntnis und Nutzung von Location-Based Services (LBS) befragt. Das Ergebnis holt vielleicht den einen oder anderen Mobile Verfechter zurück auf den Boden der Tatsachen.

In der TNS Mobile Club Studie (in unserer Studiendatenbank) stellt man Smartphone-/Tabletnutzer (38% der Befragten) den Nicht-Besitzern (62% der Befragten) zu folgenden Themen gegenüber:

  • Routenplanung und Navigation über mobile Endgeräte
  • Ortsbestimmung von Geschäften, Werkstätten oder Restaurants in der Umgebung
  • Suche nach Empfehlungen oder Bewertungen zu Geschäften, Werkstätten oder Restaurants in der Umgebung
  • Suche nach Angeboten, Aktionen oder Gutscheinen von Geschäften, Werkstätten oder Restaurants in der Umgebung
  • Suche nach Freunden oder Bekannten, die in der Nähe sind
    (z.B. per Foursquare / Friendticker / Facebook o.ä.)
  • Freunden oder Bekannten mitteilen, an welchem Ort man ist
    (z.B. per Foursquare / Friendticker / Facebook o.ä.)

Natürlich kann man bei Nicht-Besitzern keine konkrete Nutzung von LBS abfragen. Gefragt wurde dabei die potenzielle Nutzung, sprich wie viel Prozent sich vorstellen könnten, entsprechende Dienste zu nutzen. Das ist zwar ein gewagter Vergleich, da vieles mit dem Nutzungserlebnis und dem längerfristigen sozialen “Vorteil” erst zum tragen kommt, aber es wirft einen anderen Blick auf Themen, die man oft nur aus der Sicht eines Power-Users betrachtet.

Prinzipiell sind die LBS-Themen auch bei Nicht-Besitzern vorhanden (zwischen 59% und 43%), schaut man auf die potenzielle Nutzung der Dienste, geht es natürlich stark bergab. Bei Smartphone-/Tabletnutzer hingegen sind standortbasierte Navigations- und Routenplanungsdienste aktuell erwartungsgemäß am weitesten verbreitet, während das Socializing, also die Suche nach Freunden und Bekannten, eher bei der jüngeren Zielgruppe benutzt wird.

Interessant finde ich jedoch die Tatsache, dass die regelmäßige Nutzung von Navigations- und Routenplanungsdiensten bei den Nutzer mit 26% sogar niedriger ist, als die potenzielle Nutzung der Nicht-Besitzer (32%). Da liegt also noch ein sehr großes Potenzial bei denen brach, die ein Smartphone oder Tablet haben. Und das Bild zieht sich durch alle untersuchten LBS. Besonders eklatant ist das Ergebnis bei der Suche nach Angeboten/Aktionen/Gutscheinen von Geschäften etc in der Umgebung. Nur 9% der Smartphone-/Tabletnutzer geben an, dass sie solche Services nutzen. Bei so einer Zahl wundert es wiederum nicht, dass es so wenige Angebote im Kundengeschäft gibt, von Vapiano, LufthansaRossmann oder Deutsche Bahn abgesehen. Das Feld ist offensichtlich noch völlig ungenutzt.

 

Aufklärung über Dienste und den Nutzen solcher Dienste ist sicherlich eine große Aufgabe, aber das Angebot muss natürlich auch da sein, damit Menschen darauf aufmerksam werden. Daher gibt es Bereich der Location-Based Services augenscheinlich noch einiges an Arbeit nachzuholen.

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Goran Minov

Nach Stationen als Online-Projektmanager und Senior Konzeptioner ist Goran heute als Schnittstelle zwischen Kreation, Strategie und Kundenberatung nun seit 2010 als Emerging Media Manager bei MRM Frankfurt tätig, wo er das Ohr auf der Schiene hat und nach Innovationen und Trends Ausschau hält.

3 Antworten

  1. Eine nicht unwichtige Antwort hat Tomi Ahonen bereits vor mehr als einem Jahr auf Mobile Zeitgeist gegeben : Es ist kein Business zu machen das nur auf LBS basiert http://www.mobile-zeitgeist.com/2011/01/04/8-questions-to-tomi-t-ahonen/

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