Trends 2013 – vom Unterschied zwischen Smartphone-Käufern und -Nutzern

Zu Teil IV – “Mobile Advertising: Das Jahr der mobilen Werbung?”

In bereits mehreren Beiträgen haben wir über die von Deloitte in den „Technology, Media & Telecommunications Predictions 2013“ beschriebenen für den Bereich Mobile berichtet. Für den heutigen Beitragen haben wir uns den Abschnitt zu den Vorhersagen im Bereich der Smartphones angesehen.

2013 sollen 1 Mrd. Smartphones weltweit abgesetzt werden

Die Berater von Deloitte gehen davon aus, dass im Jahr 2013 der weltweite Absatz von Smartphones erstmals die Marke von 1 Mrd. Stück erreichen wird. Zum Jahresende soll damit die installierte Basis der Smartphones annähernd 2 Mrd. Geräte weltweit betragen. Zur Einordnung - Jupiter Research hat gerade eine Pressemitteilung herausgegeben und die weltweit im Jahr 2012 abgesetzten Smartphones auf 671 Mio. Geräte beziffert. Laut StrategyAnalytics war im Q3/2012 erstmals eine weltweite Population von 1 Mrd. Smartphones erreicht. Somit sind 16 Jahre vergangen, seit mit dem Nokia Communicator im Jahr 1996 eines der ersten Geräte dieser Klasse in den Markt eingeführt wurde.

Smartphones – unscharfer Begriff und heterogene Geräte

Vor diesem Hintergrund sind die Prognosen von Deloitte nicht unrealistisch und zeigen die große Dynamik, die der -Markt gegenwärtig erfährt. Allerdings sind solche Prognosen aufgrund des nur unscharf abzugrenzenden -Begriffs mit Vorsicht zu genießen. Auch Deloitte nimmt hier eine wenig trennscharfe Begriffsbestimmung vor und definiert ein als „… any device perceived by consumers as being a …“ Positiv ist aber, dass die Berater sich auch mit der Heterogenität der Geräte und Nutzung umfassender und kritisch auseinander setzen.

Smartphones teils ohne Internet- und App-Nutzung

Der Studie zufolge sollen im Jahr 2013 weltweit etwa 400 Mio. Smartphones nicht oder nur selten für einen mobilen Internetzugang  genutzt werden. Die Anteile variieren hierbei länderabhängig sehr deutlich, wie entsprechende ländervergleichende Daten in der nachfolgenden Grafik für das Jahr 2012 zeigen. Darüber hinaus haben 16% der Smartphone-Besitzer niemals eine App auf ihre Geräte geladen. Bei einem Verzicht auf die Nutzung von mobilem Internet oder Apps, unterscheiden sich die Smartphone-Nutzer aber nicht sonderlich von den bisherigen Featurephone-Nutzern.

Ländervergleich der Anteile von Internet-connected Smartphones

Ländervergleich der Anteile von Internet-connected Smartphones (Quelle: Deloitte)

Featurephone-Nutzer greifen zum Low-End-Smartphone

Vor diesem Hintergrund ist es sicherlich berechtigt, dass Deloitte darauf hinweist, dass die Heterogenität bezüglich des Nutzungsverhaltens in der Gruppe der Smartphone-Käufer zunehmen wird. Dies wird auch damit erklärt, dass zwischenzeitlich auch solche Käufer, die eigentlich nur telefonieren und SMS versenden wollen, fast nur noch Geräte finden, die der Gruppe der Smartphone zuzuordnen sind. Dies oftmals auch nur deshalb, weil die Endgerätehersteller darauf verzichten, eigene proprietäre Featurephone-Betriebssysteme weiterzuentwickeln und stattdessen Low-End-Smartphones basierend auf Open Source- bzw. Smartphone-Betriebssystemen wie Android vertreiben.

Nutzen ohne Nutzung – Smartphones als Statussymbol

Die Studie verweist auch auf weitere Gründe, warum von einzelnen Nutzern die Funktionen von Smartphones nicht ausgeschöpft bzw. diese ähnlich wie Featurephones eingesetzt werden. Zum einen wird angeführt, dass es sich bei High-End-Smartphones häufig auch um Statussymbole handelt, die nicht unbedingt nur wegen ihrer Funktionalität angeschafft werden. Zum anderen werden auch Kostengründe genannt, die in bestimmten Zielgruppen immer noch als Barriere für die Verwendung der Geräte für den mobilen Internetzugang wirken können.

Heterogenität der Smartphone-Nutzung in Strategien berücksichtigen

Die von Deloitte abgeleiteten Handlungsempfehlungen lassen sich dahingehend zusammen fassen, dass die Strategie von Netzbetreibern und anderen Anbietern nicht alleine auf den Besitz eines Smartphones abzielen kann, sondern die Heterogenität der diesbezüglichen Zielgruppen und Endgerätetypen berücksichtigen muss. Alles in allem also nichts wirklich Neues und auch zu wenig für einen wirklichen Trend. Richtig ist aber, dass die Trennung zwischen Featurephone und Smartphone zunehmend an Bedeutung verlieren und auch die Heterogenität der Smartphone-Nutzung zunehmen wird.

 

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Stephan Böhm

Stephan Böhm

Dr. Stephan Böhm ist seit 2006 Professor für Telekommunikationstechnik/ Mobile Media am Studiengang Media Management der Hochschule RheinMain (ehemals FH Wiesbaden). Als Experte für Mobile Media hält der studierte Wirtschaftsingenieur Vorträge auf Fachveranstaltungen, berät Unternehmen und ist Autor mehrerer Veröffentlichungen zu innovativen mobilen Diensteangeboten.

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